Der Weltmeister hat die Nase vorn: Thierry Neuville ist Sportler des Jahres

<p>Der Weltmeister hat die Nase vorn: Thierry Neuville ist Sportler des Jahres</p>
Foto: Mike Notermans

Das St.Vither Triangel war zwar nicht zum ersten Mal die Heimat der vom Leitverband des Ostbelgischen Sports (LOS) organisierten Gala – bislang waren allerdings selten so viele Zuschauer, Familienmitglieder, Freunde und Teammitglieder dabei gewesen, um die u. a. von Hauptsponsor Pavonet unterstützte Veranstaltung live zu verfolgen. Gut gefülltes Haus also – und durch das Programm führte mit den beiden Moderatoren André Goebels (Radio Contact Ostbelgien Now) und Christophe Ramjoie (BRF) ein seit Jahren eingespieltes Team. Kurzweilig und unterhaltsam sollte die Sportgala vor über 400 Zuschauern werden und den ostbelgischen Sport – wie der Name vermuten lässt – in den Vordergrund rücken. Genau das gelang. Untermalt wurde die Gala mit Auftritten von Sängerin Lorena Dürnholz, dem Ballet des Jeunes Ostbelgien und Shotokan Karate Eupen sowie begleitet von Ansprachen des Sportministers Gregor Freches (PFF) und Jean-Michel Saive, Präsident des Belgischen Olympischen Komitees (BOIC).

1
Jugend National/International

In der ersten Kategorie traten zwei junge Turner gegen ein Fußballtalent an: Rhönradturnerin Laura Schmitz vom Eupener Turnverein und Felix Heinrichs vom TSV Rocherath nahmen es mit Luca Dalla Costa von der AS Eupen auf. Und in genau dieser Reihenfolge setzte sich am Freitag auch das Podium zusammen: Laura Schmitz sammelte bei der Abstimmung im Vorfeld – wählen konnten Vertreter aus Sport und Medien – die meisten Punkte. Damit wurde sie etwa für ihren Sieg bei der belgischen Meisterschaft, ihre starke WM-Teilnahme und mehrere Podiumsplätze bei wichtigen Turnieren ausgezeichnet.

<p>Laura Schmitz war strahlende Siegerin.</p>
Laura Schmitz war strahlende Siegerin. | Foto: David Hagemann

2
Erwachsene Regional / Lokal

Im übertragenen Sinne war es ein Volltreffer: Nicole Nelles gewann unter großem Applaus in der Kategorie der Erwachsenen mit regionaler und lokaler Ausstrahlung. Im ostbelgischen Schießsport seit Jahren aktiv, gehörten unter anderem ein dritter Platz bei den belgischen Meisterschaften in St.Vith sowie Topresultate bei internationalen Wettbewerben zu ihren besten Resultaten. In der Abstimmung setzte sich Nelles gegen Läufer Francis Rauw (LAC Eupen) und Turner Lennox Barthel (Turnverein Raeren) durch.

<p>Nicole Nelles</p>
Nicole Nelles | Foto: David Hagemann

3
Schiedsrichter

Eine Kategorie, in der seit Jahren auf einen Gewinner oder eine Abstimmung mit Blick auf Geleistetes verzichtet wird – und das aus gutem Grund. Mit der Kategorie „Schiedsrichter“ sollen die Arbeit und der Einsatz all derjenigen gewürdigt werden, die sich Woche für Woche auf den Fußballplatz, in eine Halle oder an einen Spielfeldrand stellen. In diesem Jahr durfte Issa Gamboulatov den Preis stellvertretend in Empfang nehmen. Als Kampfrichter im Ringen schaffte er zuletzt den Sprung in die höchste Kategorie und darf nun bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen pfeifen.

<p>Issa Gamboulatov</p>
Issa Gamboulatov | Foto: David Hagemann

4
Jugendmannschaften

Als beste Jugendmannschaft des Jahres wurde die E-Jugend des HC Eynatten-Raeren ausgezeichnet. Die jungen Spieler des ostbelgischen Klubs hatten im vergangenen Jahr u. a. mit dem Turniersieg beim Partille-Cup, dem größten Handballturnier der Welt in Schweden, auf sich aufmerksam gemacht. Auf Platz zwei wurde das Tennis-Duo Eliot Heukemes/Eliott Costa gewählt. Dahinter vervollständigte die U16-Mädchenmannschaft des HC Eynatten-Raeren das Podium.

<p>Die E-Jugend des HC Eynatten-Raeren</p>
Die E-Jugend des HC Eynatten-Raeren | Foto: David Hagemann

<p>Jacky Masson wurde für seinen jahrelangen Einsatz beim Begleitenden Sportclub Ostbelgien (BSC) ausgezeichnet.</p>
Jacky Masson wurde für seinen jahrelangen Einsatz beim Begleitenden Sportclub Ostbelgien (BSC) ausgezeichnet. | Foto: David Hagemann

5
Mannschaften

Raeren oder Eupen lautete die Frage im Vorfeld. Nominiert waren die erste Mannschaft des RFC Raeren-Eynatten, die U21 der AS Eupen und die Damenmannschaft der KTSV Eupen. Dank seines Aufstiegs in die 2. Division Amateure sammelte Raeren-Eynatten genügend Stimmen, um in der fünften Kategorie des Abends als Sieger hervorzugehen.

<p>Die erste Mannschaft des RFC Raeren-Eynatten</p>
Die erste Mannschaft des RFC Raeren-Eynatten | Foto: David Hagemann

6
Trainer

In der vorausgegangenen Kategorie schaffte es seine Mannschaft bereits auf das Podium, wenig später durfte er selbst jubeln: Philipp Reinertz (KTSV Eupen) wurde als ostbelgischer Trainer des Jahres ausgezeichnet. Damit folgte der Eupener auf ... sich selbst. Bei der diesjährigen Gala setzte er sich gegen Andy Palm (Trainer der belgischen U18-Handball-Nationalmannschaft) und Eric Vandebon, Aufstiegstrainer des RFC Raeren-Eynatten, durch.

<p>Philippe Reinertz</p>
Philippe Reinertz | Foto: David Hagemann

7
Lebenswerk

Als vorletzte Kategorie gehörte die für das Lebenswerk auch in diesem Jahr zu den emotionalen Höhepunkten. Unter vielen Kandidaten gab es am Freitagabend dann nur für einen tosenden Applaus: Guido Lausberg. Die Geschicke des HC Eynatten-Raeren prägte er seit Jahrzehnten entscheidend mit. Mitglied seit über 50 Jahren, war er zudem lange Präsident des Klubs. In seiner Funktion als Trainer war er vor allem mit verschiedenen Jugendmannschaften erfolgreich gewesen.

<p>Guido Lausberg</p>
Guido Lausberg | Foto: David Hagemann

8
Erwachsene National / International

Wir geben zu: Eine Überraschung war es nicht – verdient aber allemal. Dass Thierry Neuville im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Rallye-Weltmeisterschaft gewinnen konnte und damit ostbelgische Sportgeschichte schrieb, zahlte sich auch bei der Sportgala aus: Der aus St.Vith stammende Hyundai-Pilot gewann in der Hauptkategorie. Und das vor jemandem, der nicht auf vier, sondern auf zwei Rädern unterwegs ist: Vorjahressieger Laurenz Rex wurde unter anderem für seine erste (und gute) Teilnahme an der Tour de France mit dem zweiten Platz belohnt. Biathlet Thierry Langer sicherte sich im übertragenen Sinne die Bronzemedaille. Sieger Neuville konnte selbst nicht vor Ort sein – aktuell bereitet er sich auf den nächsten WM-Lauf in Kenia vor.

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