Nur Adeyemi reicht dem BVB nicht – Real legt im Stadtderby vor

<p>Karim Adeyemis Dortmunder kommen gegen Lille nicht über ein 1:1 hinaus.</p>
Karim Adeyemis Dortmunder kommen gegen Lille nicht über ein 1:1 hinaus. | Foto: belga

An Karim Adeyemi hat es am Dienstag nicht gelegen. Der formstarke Rechtsaußen traf mit einem fulminanten Dropkick zur Dortmunder Führung (22.), unter den 81.365 Zuschauern verbreitete sich die Hoffnung auf den dritten Sieg in Serie. Doch nach der Pause zog sich der BVB ohne Not komplett zurück und lud Lille zum Angreifen ein. Hakon Arnar Haraldsson (68.) glich für die ansonsten harmlosen Franzosen aus. Der Niko-Kovac-Effekt verfestigt sich noch nicht.

„Von der ersten Minute an Gas zu geben“, hatte Kovac seiner auf vier Positionen veränderten Mannschaft aufgetragen. Entsprechend bemühte sich der BVB um hohe Intensität. Bei Lille fiel ein jünger Mann mit lockigem Haar und der Nummer 29 auf, schon allein des Namens wegen: Ethan Mbappé (18), kleiner Bruder des Weltstars Kylian, stand erstmals in der Champions-League-Startelf.

Lille spielte anfangs noch einen recht gepflegten Ball, dem BVB dagegen unterliefen viele Fehler. Dafür war der erste geordnete Angriff gleich gefährlich: Jamie Gittens steckte nach einem Dribbling auf Serhou Guirassy durch, OSC-Innenverteidiger Alexsandro verhinderte das 1:0 mit einer Grätsche (10.).

Erste Dortmunder Angriffsoption war aber eindeutig Adeyemi – entweder sofort nach dem Ballgewinn per Steilpass oder mit einem Ball in die Tiefe aus dem Aufbau heraus. So erarbeitete sich der BVB auch die Ecke, nach der Adeyemi der Ball am Strafraum vor die Füße fiel. Er traf mit einem perfekten 18-Meter-Flachschuss und feierte mit dem „eingefrorenen“ Jubel aus dem Spiel beim FC St. Pauli (2:0).

Lille reagierte konfus. Bafodé Diakité vertändelte den Ball an der Strafraumgrenze, mit etwas mehr Übersicht von Julian Brandt wäre dies das 2:0 gewesen (33.). Die Abwehr hatte mit den Angriffen der Franzosen sehr selten Probleme, Innenverteidiger Nico Schlotterbeck fand sogar Gelegenheit für einen Ausflug in die Offensive samt sehenswertem Fernschuss (38.). Pascal Groß traf aus Abseitsposition (45.+1).

Nach der Pause war das Offensivspiel wie abgerissen, aus aktiv wurde passiv. Der BVB zog sich zurück, verlor den Ball viel zu schnell und konnte von Glück sagen, dass Lille verlässlich vor dem letzten Pass scheiterte – der französische Tabellenfünfte hatte auch nach einer Stunde keine ernsthafte Torchance zu verzeichnen. Adeyemi sammelte hingegen auch defensiv Karma-Punkte.

Dann aber schlief die Dortmunder Abwehr ein einziges Mal, was OSC-Kapitän Benjamin André zum Steckpass auf Haraldsson nutzte. Der BVB war mit Widerstand konfrontiert und kam gleich wieder ins Wackeln.

Real legt im Stadtderby vor – Arsenal furios

Titelverteidiger Real Madrid hat einen emotionalen Sieg im Stadtderby gegen Atletico gefeiert und Kurs aufs Viertelfinale der Champions League genommen. Die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti bezwang den Rivalen mit 2:1 (1:1) und unterstrich ihre Ambitionen. Der umjubelte Siegtreffer gelang Brahim Diaz (55.).

Den Grundstein für den Erfolg hatte Rodrygo mit einem Solo gelegt. Der Brasilianer zog das Tempo an, sein Schuss schlug wuchtig im Tor Atleticos ein (4.). Doch die Gäste konterten – und das ebenfalls sehenswert. Der Distanzschuss des argentinischen Weltmeisters Julian Álvarez (32.) war unhaltbar. Das letzte Wort aber hatte Real: Diaz ließ die Gastgeber jubeln.

Im Viertelfinale wartet höchstwahrscheinlich der FC Arsenal, der in seinem Achtelfinale seiner Favoritenrolle mehr als nur gerecht wurde: Das englische Spitzenteam gewann bei der PSV Eindhoven mit 7:1 (3:1) und machte einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale. Schon in der ersten Halbzeit überrollte Arsenal die Niederländer. Jurrien Timber (18.), Ethan Nwaneri (21.) und Mikel Merino (31.) trafen, Ex-Brügger Noa Lang (43./Foulelfmeter) gelang kurz vor der Pause das Tor für Eindhoven.

Doch es wurde nicht besser: Martin Ödegaard (47.,73.), Nationalspieler Leandro Trossard (48.) und Riccardo Calafiori (85.) sorgten für die weiteren Treffer und für Ernüchterung bei der PSV. (sid/tf)

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