Trump überzieht Selenskyj öffentlich mit Vorwürfen

<p>US-Präsident Donald Trump trifft den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Oval Office des Weißen Hauses.</p>
US-Präsident Donald Trump trifft den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Oval Office des Weißen Hauses. | Foto: Mystyslav Chernov/AP/dpa

Ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus ist völlig eskaliert. Trump überzog Selenskyj vor laufenden Kameras lautstark mit heftigen Vorwürfen. „Sie setzen das Leben von Millionen Menschen aufs Spiel. Sie riskieren einen Dritten Weltkrieg“, sagte er zu dem Ukrainer. Trump forderte Selenskyj auf, dankbar zu sein und verlangte von ihm, seine Haltung zu ändern. Er unterbrach ihn immer wieder, während der ukrainische Präsident versuchte, etwas zu erwidern. Stellenweise entwickelten sich heftige Wortgefechte. „Ihr Land steckt in großen Schwierigkeiten. Ich weiß, dass Sie nicht gewinnen werden. Sie werden das hier nicht gewinnen. Sie haben eine verdammt gute Chance, da heil rauszukommen, wegen uns“, sagte Trump aufgebracht und warf Selenskyj Undankbarkeit vor. Selenskyj verschränkte die Arme, versuchte sich zu verteidigen und monierte, dass nach der russischen Annexion der Halbinsel Krim im Jahr 2014 niemand wirksam Kremlchef Wladimir Putin aufgehalten habe.

Flankiert wurde Trump von US-Vizepräsident J.D. Vance. „Herr Präsident, Herr Präsident, bei allem Respekt. Ich finde es respektlos von Ihnen, ins Oval Office zu kommen und zu versuchen, vor den amerikanischen Medien zu verhandeln“, sagte Vance. „Gerade jetzt, wo Sie herumlaufen und Wehrpflichtige an die Front zwingen, weil Sie Personalprobleme haben, sollten Sie Präsident (Trump) dafür danken, dass er versucht, die Situation zu verbessern.“

„Wenn Sie unsere Militärausrüstung nicht hätten, wäre der Krieg nach zwei Wochen zu Ende gewesen“, sagte Trump unter anderem mit Blick auf den von Russland 2022 begonnen Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Sie haben dankbar zu sein“, so der Republikaner. Trump hatte seinen ukrainischen Kollegen in den vergangenen Wochen mit haarsträubenden Beschimpfungen überzogen - vor dem Besuch Selenskyjs aber seinen Ton gemildert. Eigentlich wollten die Ukraine und die USA eine Vereinbarung mit den USA über seltene Erden in Washington unterzeichnen. Trump beendete den Austausch schließlich mit den Worten „Ich denke, wir haben genug gesehen“ und, mit Blick auf die anwesende Presse im Raum: „Das wird großartiges Fernsehen sein, das kann ich Ihnen sagen.“ (dpa/sc)

Kommentare

  • Wenn es noch Zweifel gäbe, auf wessen Seite der "geniale Dealmaker" steht: unter Putins Fichtel.

    Diese unsägliche orangegefärbte Person wird die Ukraine und Europa einfach so unter die Räder werfen, ohne Rücksicht auf Menschenleben, denn für ihn geht es nur um den "Deal" und für ihn scheint die Welt nur eine Reality-TV Show zu sein.

    Falls es dazu kommt, wird er verantwortlich für den Dritten Weltkrieg in Europa sein und als Versager-Präsident in die Geschichte eingehen...

  • Kurz gesagt: Die USA sind endgültig kein verlässlicher Partner mehr für die EU, und für die Welt im weiteren Sinne eigentlich. So sieht Us-Vorherrschaft nicht aus.
    Die USA sind vor unseren Augen dabei, dich selbst zu schwächen, zu zerlegen und die freiheitlich-demokratischen Werte, die wir als ehemaliger (?) Westen eigentlich teilten, über den Haufen zu werfen.

    Trump überlässt vorsätzlich die Welt den Despoten und Terroristen in Russland und China.

  • Ach Herr Hezel, Sie können es nicht lassen und machen hier den Selenskyj. Seit nahezu 5 Jahren wütet der Krieg. Die EU hatte nichts anderes zu tun ihre eigenen Bürger mit Sanktionen zu belasten, Milliarden zur Verfügung zu stellen. Nichts hat es genutzt. Selenskyj wurde von den Versagern in Brüssel wie ein Rockstar vergöttert, er trat stets trotzig fordernd auf. Jetzt sollen 700 Mrd. Euro von der EU in die Ukraine fliessen. Hier verfällt die Infrastruktur, Geld fehlt an allen Ecken und Kanten. Trump hat nun dem kleinen Irren die Grenzen aufgezeigt. Er will das Sterben beenden, Selenskyj geht es um's Weitermachen. Man kann keinen Krieg gegen Russland gewinnen. Dabei verheizt er nur seine eigenen Leute. Wer meint in Brüssel noch ernsthaft, da mitreden zu können? Europa hat durch die Arroganz seiner Eurokraten schon längst den Anschluss an die neue Weltpolitik verloren.

  • Wer die Transkription des "Dialogs" zwischen den beiden Parteien - Trump und Vance einerseits und Selenskyj andererseits - auf SPON ("Fünf hitzige Minuten im Oval Office – der Eklat im Wortlaut") nachliest, sieht sofort, dass Selenskyj dort regelrecht niedergeknüppelt wurde.
    Das hat mit seriösen politischen Verhandlungen zwischen Staatsmännern nichts mehr zu tun.
    Man kann durchaus der Meinung sein, wie schon spekuliert wird, die Trump und Vance hätten den "Eklat" bewusst herbeigeführt.
    Selbst wenn Selenskyj sich auf den Boden geworfen und Trump die Füsse geküsst härtte, hätte das nichts genutzt.
    Dass dem so sein könnte, zeigt schon die Begrüßung, als Trump auf das Äußere Selenskyis anspielte und herablassend zu den Umstehenden sagte: "Er hat sich schick gemacht."
    Und damit jeden Respekt vermissen liess, den die beiden Halunken doch so sehr für sich selbst einforderten.
    Im Übrigen, die USA haben die Ukraine sicherlich nicht aus purer Nächstenliebe unterstützt, sondern aus elementarem Eigeninteresse.
    Und "Dankbarkeit" verdient man sich, die fordert man nicht ein, weder im Privatleben, noch in der Politik.

    Und zum hämischen Kommentar von Herrn Wahl: " Trump hat nun dem kleinen Irren die Grenzen aufgezeigt"
    Der Irre ist wohl eher Trump.
    Warum zeigt er dem durchtriebenen Aggressor im Kreml nicht seine Grenzen auf?
    Der lacht sich unterdessen ins Fäustchen, kann sich zurücklehnen und zuschauen, wie Trump innen- und außenpolitisch wie ein Elefant im Porzellanladen wütet.

  • Wie meinte der ehemalige CDU-Politiker und Bundesminister für besondere Aufgaben Peter Altmaier.
    „Die Besuche von Macron und Starmer haben leider nichts bei Trump bewirkt. Weil Europa nicht vorbereitet, nicht einig und nicht handlungsfähig ist.“

    Vielleicht sollten wir uns mehr über unsere europäischen Politiker aufregen und deren Unfähigkeit an den Pranker stellen statt dies systematisch zu negieren und systematisch alles negative auf den US-Präsidenten abzuschieben.
    Obwohl, auch dieser ist bei weitem nicht perfekt!

    Warum sind unsere gewählten Volksvertreter nicht vorbereitet, nicht einig, nicht handlungsfähig?
    Dazu hier und in anderen Foren und Berichterstattungen herrscht das grosse Schweigen im Walde.

  • Spätestens nach der perfiden Inszenierung und Vorführung des ukrainischen Präsidenten durch den Aufwiegler und verurteilten Verbrecher im Weißen Haus und seinen Wadenbeißer Vance, sollte man sich nochmal eingehend mit der Frage beschäftigen, ob es nur die gemeinsamen Werte sind, die Trump mit den Autokraten und Diktatoren dieser Welt teilt, die seine Nähe zu Putin und Co. erklären, oder ob er in Wirklichkeit nur die Marionette des Kreml-Mörders ist.

    Dies klingt nach Verschwörungstheorie, aber die fragwürdige Beziehung Trumps zu Putin während seiner ersten Amtszeit, erst recht aber die Tatsache, dass er vor dem Hintergrund des russischen Überfalls auf die Ukraine Putins Narrativ übernimmt und freiwillig russische Forderungen akzeptiert, wirft Fragen auf.

    Diesen Fragen ist bereits 2018 der amerikanische Journalist Craig Unger in seinen Büchern “Trump in Putins Hand” (Die Geschichte von D. Trump und der russischen Mafia) und “American Kompromat” (How the KGB cultivated Donald Trump) nachgegangen.

    Völlig unabhängig davon, ob die hierin aufgezeigten Verbindungen Trumps zur russischen Unterwelt seine Unterwürfigkeit gegenüber Putin (dem er offensichtlich mehr vertraut, als seinem eigenen Geheimdienst) erklären, Trump zerstört zur Zeit nachhaltig das Jahrzehnte gewachsene transatlantische Verhältnis und das Vertrauen in die älteste Demokratie der Welt, die er seit 5 Wochen konsequent unterwandert.

    Nicht Selenskyj sondern Trump gefährdet den Weltfrieden.
    Seine “intellektuellen” Fehlleistungen, seine unkontrollierte erratische und spaltende Rhetorik, seine Angriffe auf Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, sein Lügen- und Fake-News-Gespinst, in dem er sich fast täglich selber verheddert, machen die USA zur Lachnummer.

    Durch die möglichen absehbaren desaströsen globalen Folgen bleibt einem das Lachen allerdings im Halse stecken.

  • Guter Kommentar von Norbert Schleck zum G-Echo Artikel. Eine erste infame Bemerkung gilt der persönlichen Erscheinung, der Kleidung oder dem Haarschnitt. Dies verunsichert immer. Zudem gehört der Journalist zu denen, die noch Trumpister oder Vancer als Trump oder Vance selbst sind. Das ist Strategie. Ich fand Selensky reagiert sehr gut, dies wäre mir nicht gelungen, ich hätte aus Scham mich in den Boden versenkt. Alle Achtung. Die Gefahr ist, dass die Mächtigen sich die Ukraine unter sich aufteilen.

  • Sehr geehrter Herr Wahl,

    Also laut Ihnen will Trump den Frieden, der "irre Selensky" den Krieg und laut Ihnen ist Russland unbesiegbar und sind in Brüssel nur Versager am Werk.

    Ich frage Sie zum Einen, woher kommt diese unsägliche Verachtung, die Sie insbesondere für Selensky empfinden, dass Sie sich faschistoiden Psychopathen wie Trump und Putin, die lediglich Ihre Verachtung teilen, an den Hals werfen. So, wie der fromme Mensch seinen Glauben wie die Luft zum Atmen braucht, braucht der Faschist seinerseits seine Verachtung für Andersdenkende wie die Luft zum Atmen.

    Dann frage ich Sie, was Sie denn an Stelle von Selensky tun würden, bzw. was Europa tun soll, wenn Putin sich mit der Ukraine nicht zufrieden gibt? Kapitulieren, da ja Russland unbesiegbar wäre? Ihre Antwort auf beide Fragen interessiert mich wirklich.

  • Nur einmal zur Einordnung, warum Trump, Selensky so ironisch begrüßte.
    Dieser wurde schon lange vor dem Treffen, vom Auswärtigen Amt gebeten, bitte in einem Anzug mit Krawatte zu erscheinen. Dieses wurde natürlich von Selensky absichtlich ignoriert. Noch schlimmer wiegt aber die Tatsache, daß Selensky dann auch noch zu spät kam, da er sich vorher mit den Demokraten getroffen hat. Ihn jetzt als Opfer darzustellen, zeugt eigentlich nur von der Unwissenheit der gesamten Begleitumstände, die dieses Treffen mit sich gebracht hat.

  • Sehr geehrte Frau Schneider,

    Es ist ein bekanntes Muster bei der Täter-Opfer-Umkehr, dass Fehlverhalten des Opfers aufgespürt und angeführt wird, um den Täter zu entlasten, als wie wenn nur tadellose Menschen Opfer sein könnten. Dass dabei nicht selten lächerliche Dinge (kein Anzug getragen) dem bararischem Verhalten (Bombardierung von Städten, Entführung von Kindern, Foltern und Hinrichtung von Gefangenen, ...) entgegengehalten werden, zeigt das Ausmaß des Verlusts des moralischen Kompass bei denjenigen, die, wie Sie, dieser Täter-Opfer-Umkehr das Wort reden.

  • Nur zur Einordnung:

    Selenskyj trägt seit dem Überfall Russlands auch bei offiziellen Treffen keinen Anzug mit Krawatte. Dies auch als äußeres Zeichen dafür, dass sein Land sich seit 3 Jahren gegen den russischen Aggressor wehrt.
    Von einem Staatspräsidenten in dieser Situation zu verlangen, einen Anzug zu tragen zeugt wohl eher von mangelndem Respekt. Hatte Trump Selenskyj nicht wenige Tage vorher noch als Diktator bezeichnet, der den Krieg abgefangen hätte? Wie passt diese Täter-Opfer-Umkehr zum von Selenskyj eingeforderten Respekt?

    Vor dem Treffen im Weißen Haus hatte Selenskyj noch andere Gespräche mit amerikanischen Politikern, Demokraten und... Republikanern (u.a. mit dem Republikaner Lindsey Graham). Dass ein Treffen mit Demokraten zu Verzögerungen geführt hat? Fake-News!

    Stimmt, Unwissenheit oder die bewusste Verbreitung von Halbwahrheiten und Fake News sind Markenzeichen des Soziopathen im Weißen Haus. Und nicht nur dort.

  • Wovon Weltpolitik mit Krieg und Frieden doch abhängen können. Von kleinlichen Kleidervorschriften des Weißen Hauses.
    Ist es üblich, dass man ausländischen hochrangigen Besuchern solche Vorschriften für eine simples Pressekonferenz macht, außer im Vatikan vielleicht noch.
    Und wenn schon, dann war das keine Rechtfertigung für die flapsige Bemerkung Trumps bei der Begrüßung.
    Und wenn Selenskiy nur zeigen wollte, dass sein Land sich im Krieg gegen einen erbarmungslosen Aggressor befindet?
    Ich kann mich noch an das Treffen Clintons mit Arafat und Rabin erinnern. Was trug Arafat da? Anzug mit Krawatte? Nein, eine Militäruniform und eine Kufiya (sein Markenzeichen, das schwarzweiße, gewü¨rfelte Kopftuch). Niemanden hat es gestört.

    Dann, ganz schlimm, soll er auch noch zu spät gekommen sein, weil er sich angeblich vorher mit den Demokraten getroffen hatte. Dieser "Eklat" , der ja bekanntlich durch die Weltpresse ging (oder doch nicht?) rechtfertigt natürlich die Gesprächsführung durch Don Corleone und seinen Adlatus Vance.
    Übrigens, bei einem Treffen mit Macron und Selenskiy in Paris ist Trump am 8. Dezember 2024 mit 45 Minuten Verspätung eingetroffen.
    Danach, pikantes Detail, eilte der von Gott Gesandte zur Eröffnung von Notre-Dame...

    "Unwissenheit der gesamten Begleitumstände." ?!?

  • Wie ich den Kommentaren entnehmen kann, sind wir im Zeitalter der Maulhelden und Ideologen angekommen. Möchten sie nun auch noch, im Namen der EU, den USA den Krieg erklären? Mit welchem Material oder welchen Soldaten denn bitte? Ich hoffe ihr habt euren Söhnen schon eine Uniform gekauft. Meine Söhne werde ich auf jeden Fall nicht für diesen ukrainischen Bettelprinzen an die Front schicken.

  • Sehr geehrte Frau Schneider,

    Ich kann nachvollziehen, dass Sie Ihre Söhne nicht für den ukrainischen "Bettelprinzen" an die Front schicken wollen, aber würden Sie Ihre Söhne dann vielleicht an die Front schicken, um Ihre Toöchter vor einer mordenden und verwaltigenden russischen Soldateska bzw. Ihre Söhne vor einer Zwangsrekrutierung seitens der Roten Armee zu schützen? Denn die ukrainischen Sodaten versuchen letztlich nichts anderes seit drei Jahren.

  • An Gerhard Schmitz - Heute 17:19 Uhr
    die ihrerseits gestellte Frage sollte jeder für sich allein beantworten.
    Haben Sie sich diese Frage mal gestellt?
    Falls sie bereit sind, ihre Söhne und Töchter zu opfern, dann ist das ihr freier Wille.
    Falls sie nicht dazu bereit sind, dann sind sie doch der gleichen Meinung wir Frau Schneider, oder? Dann jedoch verstehe ich nicht, warum sie hier einen "Sturm im Wasserglas" entfachen?

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