In Deutschland hat die mit Spannung erwartete Bundestagswahl begonnen. Sie entscheidet darüber, wie Europas größte Volkswirtschaft in den kommenden vier Jahren regiert wird. Die Wahllokale sind seit 8 Uhr (MEZ) geöffnet. Mit ersten Prognosen zum Wahlausgang wird unmittelbar nach deren Schließung um 18 Uhr gerechnet.
Nach den Umfragen dürften die Christdemokraten (CDU/CSU) mit dem bisherigen Oppositionsführer Friedrich Merz als Kanzlerkandidat mit rund 30 Prozent stärkste Kraft im neuen Parlament werden. Der amtierende Bundeskanzler Olaf Scholz hat kaum Chancen, vom künftigen Bundestag im Amt bestätigt zu werden. Seine Sozialdemokraten liegen den Umfragen zufolge mit 15 Prozent abgeschlagen auf Platz drei, noch hinter der rechtspopulistischen AfD mit gut 20 Prozent.
Die eigentlich für September vorgesehene Wahl war vorverlegt worden, nachdem Scholz' „Ampel“-Koalition aus SPD, FDP und Grünen im November am Streit um den Bundeshaushalt zerbrochen war. Der neue Bundestag wird sich spätestens 30 Tage nach der Wahl konstituieren. Die Regierungsbildung dürfte aber länger dauern. Je nach Wahlausgang könnten zwischen vier und sieben Fraktionen ins Parlament einziehen. Klare Mehrheiten für eines der klassischen politischen Lager in Deutschland - Mitte-Rechts und Mitte-Links - gibt es nicht mehr. (dpa/sc)

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