Galeria gibt Mietflächen in Aachens Adalbertstraße auf

<p>Noch gibt es Kunden auf der Adalbertstraße, aber die Einkaufsmeile befindet sich im Wandel.</p>
Noch gibt es Kunden auf der Adalbertstraße, aber die Einkaufsmeile befindet sich im Wandel. | Archivfoto: GrenzEcho

Früher galten Ladenlokale in der vorderen Adalbertstraße als erstklassige Adressen für Einzelhändler. Galeria erstreckt sich dort über beeindruckende 18.000 Quadratmeter. Nach mehreren überstandenen Insolvenzverfahren agiert der Konzern seit August 2024 wieder eigenständig und firmiert nun als Galeria S.à r.l. & Co. KG. Die traditionellen Namen Karstadt und Kaufhof sind damit Geschichte, auch in Aachen.

Im Rahmen einer neuen Strategie trennt sich Galeria im Jahr 2025 von besonders teuren Flächen im Erdgeschoss des Hauptgebäudes, die bis in das angrenzende Nachbarhaus reichten. Die charakteristischen grünen Kaufhof-Schilder wurden bereits entfernt. Handwerker waren zuletzt stundenlang damit beschäftigt, die Leuchtreklamen abzubauen, wodurch die Fassade nun deutlich aufgeräumter wirkt.

Ein markanter Schritt ist die Schließung eines Eingangs bei Hausnummer 18, der vor Jahren extern angemietet wurde. Die Mietkosten für solche Flächen in der Adalbertstraße beliefen sich über viele Jahre hinweg auf über 40.000 Euro pro Monat, was jährlich fast eine halbe Million Euro entspricht. Angesichts der aktuellen Marktlage sind solche Summen kaum noch rentabel.

Betroffen sind etwa 650 Quadratmeter im Erdgeschoss des Nebenhauses, die zuletzt von den Aachener Traditionsunternehmen Lambertz und dem Chocolatier Lindt & Sprüngli genutzt wurden. Petula Schepers, Geschäftsleiterin von Galeria in Aachen, erläutert: „Es ist gut, dass wir die Flächen nutzen konnten, um hier insbesondere in der vergangenen Saison die Regionalität des Standortes in Aachen mit den Sortimenten von Lindt und Lambertz zu stärken. Die Sortimente von Lindt und Lambertz führen wir nun in unserem Haupthaus.“

Die Entscheidung, diese Flächen aufzugeben, steht im Einklang mit Galerias Ziel, die genutzten Bereiche optimal an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Schepers erklärt weiter: „Wir verfolgen das Ziel, unsere Flächen so zu optimieren, dass sie genau auf die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden zugeschnitten sind. Da wir diese Flächen nun so nicht mehr benötigen, haben wir uns mit dem Vermieter auf die Rückgabe geeinigt.“ Der Eigentümer des Nebenhauses ist eine Erbengemeinschaft, deren Immobilienverwalter nicht in Aachen ansässig ist. Ob bereits Nachmieter in Aussicht sind, ist derzeit nicht bekannt.

Die Mietpreise in der Adalbertstraße haben in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang erfahren. Während sie vor neun Jahren durchschnittlich bei über 100 Euro pro Quadratmeter lagen, sind sie laut der aktuellen Gewerbeimmobilienanalyse 2024/2025 auf etwa 40 Euro pro Quadratmeter gesunken. Das bedeutet, dass für die nun leerstehende Fläche bei Hausnummer 18 eine monatliche Miete von rund 26.000 Euro anfallen würde. Immobilienexperten bezweifeln jedoch, dass selbst diese reduzierte Miete derzeit am Markt erzielbar ist, da die Nachfrage im Einzelhandel fehlt.

Sowohl Lambertz als auch Lindt verfolgen eigene Expansionspläne. Lindt eröffnete vor einem Jahr eine Süßwaren-Boutique an der Ecke Krämerstraße/Münsterplatz und errichtet derzeit an der Süsterfeldstraße einen neuen Werksverkauf mit einer Fläche von rund 12.600 Quadratmetern sowie einem Parkhaus mit 600 Stellplätzen. Lambertz betreibt einen Werksverkauf an der Ritterstraße und renoviert seit über einem Jahr das Traditionsgeschäft am Friedrich-Wilhelm-Platz, dessen Wiedereröffnung gegenüber dem Elisenbrunnen für nach Ostern 2025 geplant ist.

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