Arbeitslosenquote in der DG steigt auf 6,8 Prozent

<p>Im vierten Quartal 2024 wurden dem Arbeitsamt der DG 244 offene Stellen gemeldet (ohne Interim-Stellen), davon 82 Prozent von ostbelgischen Betrieben.</p>
Im vierten Quartal 2024 wurden dem Arbeitsamt der DG 244 offene Stellen gemeldet (ohne Interim-Stellen), davon 82 Prozent von ostbelgischen Betrieben. | Illustration: belga

Im Vergleich zum vierten Quartal des Jahres 2023 ist die Arbeitslosenzahl in der Deutschsprachigen Gemeinschaft insgesamt um 12 % (oder +271 Personen) gestiegen, wie das Arbeitsamt (ADG) bekannt gibt. „Damit ist der Anstieg allerdings nicht mehr so stark wie im vorherigen Quartal“, schreibt die Behörde.

Rund 60 Prozent des Anstiegs betrifft Personen, die kein Arbeitslosengeld beziehen und freiwillig eingetragen sind. „Dies ist darauf zurückzuführen, dass ab September 2023 die Regeln der Ein- und Austragung angepasst wurden. Diese Anpassung verfolgt das Ziel, mehr Arbeitsuchende als bislang zu erfassen, um breiter informieren und begleiten zu können“, so das Arbeitsamt. Deshalb würden die freiwillig Eingetragenen nicht mehr automatisch nach drei Monaten aus der Datenbank ausgetragen.

Nur noch etwa die Hälfte der Arbeitslosen (51 %) bezieht Arbeitslosengeld. Rund 17 % werden von einem ÖSHZ unterstützt. Die übrigen Arbeitslosen beziehen ein anderes oder gar kein Ersatzeinkommen. So sind knapp 8 % der Arbeitslosen Schulabgänger, die noch kein Anrecht auf Unterstützung haben. Ihr Anteil sinkt jetzt zum Jahresende nach dem saisonal bedingten Zuwachs im Sommer wieder ab. Weitere 17 % sind freiwillig eingetragene Arbeitsuchende, die meist keinen Anspruch auf Unterstützung haben.

Zu dieser Gruppe zählen auch die Ukraine-Flüchtlingen, deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr nur noch wenig angestiegen ist. Zurzeit handelt es sich um knapp 170 Personen, die allerdings in der Regel von einem ÖSHZ unterstützt werden. Hinzu kommt seit Beginn 2024 das neue Programm zur Wiedereingliederung von krankgeschriebenen Personen. Dieses betrifft zurzeit knapp 50 Personen, die auch zu den freiwillig eingetragenen Arbeitsuchenden hinzugezählt werden.

Die Zahl der entschädigten Arbeitslosen und der Schulabgänger ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 75 Personen gestiegen. Die von einem ÖSHZ unterstützen Arbeitsuchenden sind seit September 2023 bis auf wenige Ausnahmen zur Eintragung beim Arbeitsamt verpflichtet, ihre Zahl ist um rund 30 Einheiten gestiegen.

Im Kanton Eupen bleibt die Arbeitslosenquote mit 8,9 Prozent nach wie vor deutlich höher als in der Eifel, die mit einer Quote von 3,7 % weiterhin nahezu Vollbeschäftigung kennt. Die Arbeitslosenquoten von Männern und Frauen liegen mittlerweile mit 6,7 % und 6,9 % nahezu gleichauf.

Etwa ein Drittel der Arbeitslosen in Ostbelgien ist älter als 50, die Hälfte davon sogar älter als 60.

Etwa ein Drittel der Arbeitslosen in Ostbelgien (32 %) ist älter als 50 Jahre – und davon die Hälfte sogar älter als 60 Jahre. Der Anteil der jugendlichen Arbeitslosen sinkt im Dezember 2024 wieder auf 13,4 %, nachdem er im Sommer aufgrund der saisonalen Eintragung der Schulabgänger auf etwa 17 % gestiegen war.

Knapp die Hälfte der Arbeitslosen (49 %) ist seit mehr als einem Jahr arbeitslos und zählt damit zu den Langzeitarbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr ist allerdings vor allem die Zahl der Personen mit einer Dauer von sechs bis zwölf Monaten deutlich gestiegen, was nicht zuletzt auf die oben erwähnten Regeländerungen zurückzuführen ist.

Sieht man sich die Qualifikationsstruktur an, so stellt man fest, dass 40 % der Arbeitslosen niedrig qualifiziert sind, d.h. sie verfügen höchstens über den Abschluss der Unterstufe des Sekundarschulunterrichtes. 13 % haben eine Lehre beendet, 28 % das Abitur und 18 % verfügen über einen Hochschulabschluss.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist vor allem die Zahl der Personen mit Abitur- oder Hochschulabschluss gestiegen. In dieser Statistik wird allerdings kein Unterschied zwischen belgischen oder ausländischen Abschlüssen gemacht, das heißt auch nicht formal in Belgien anerkannte ausländische Abschlüsse werden wie inländische Abschlüsse gezählt.

Aufgrund der Regeländerungen in der DG sind die Arbeitslosenzahlen auch im vierten Quartal 2024 stärker angestiegen als in den anderen Regionen des Landes. Im Landesschnitt beläuft sich der Anstieg auf 4,2 %, verglichen mit plus 10,2 % in der DG. In Flandern war der Anstieg mit 2,2 % am niedrigsten. Die Arbeitslosenquote ist im Dezember 2024 in Brüssel mit 16,9 % nach wie vor am höchsten, gefolgt von der Wallonischen Region mit 15,3 %. Flandern und die Deutschsprachige Gemeinschaft liegen fast gleichauf mit 6,7 % beziehungsweise 6,8 %. Allerdings werden in Flandern im Gegensatz zu den anderen Regionen auch die Arbeitsuchenden in Ausbildung mit zur Arbeitslosigkeit gezählt. Für Belgien insgesamt ergibt sich eine durchschnittliche Quote von etwa 10,3 Prozent.

„Ein Indiz für die Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften ist auch die Zahl der beim Arbeitsamt aufgegebenen offenen Stellen. Auch wenn nicht alle Stellenangebote dem Arbeitsamt gemeldet werden, spiegelt diese Zahl die konjunkturelle Entwicklung zumeist recht gut wider“, schreibt das Arbeitsamt. So wurden im vierten Quartal 2024 dem Arbeitsamt 244 offene Stellen gemeldet (ohne Interim-Stellen), davon 82 % von ostbelgischen Betrieben. Dies ist ein Rückgang um 4 % im Vergleich zum Vorjahr. Für das gesamte Jahr 2024 liegt ein Rückgang um 9 % vor, sowohl im Norden als auch im Süden der DG. (red/sc)


Weitere Informationen, Tabellen und Grafiken finden Sie unter: www.adg.be/statistik

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