Häusliche Gewalt auch in der DG ein ernstzunehmendes Problem

<p>Häusliche und sexuelle Gewalt sind auch in der DG ernst zu nehmende Herausforderungen.</p>
Häusliche und sexuelle Gewalt sind auch in der DG ernst zu nehmende Herausforderungen. | Foto: dpa

„Im Jahr 2024 waren 16 Prozent der Frauen in Belgien Opfer von Vergewaltigung, und 78 Prozent der Frauen gaben an, dass sie in ihrem Leben bereits sexuell belästigt wurden“, eröffnete Fabienne Colling ihre Anfrage. Sie betonte, dass häusliche Gewalt auch in der DG ein ernstzunehmendes Problem sei und eine gezielte Strategie erfordere. Besonders hob sie die Arbeit des Prisma-Zentrums hervor, das mit seinem Frauenfluchthaus eine essenzielle Anlaufstelle für betroffene Frauen darstellt: „Im Jahr 2023 wurden 21 Frauen und 23 Kinder im Frauenfluchthaus betreut“, rief sie in Erinnerung.

Ministerin Klinkenberg erinnerte in ihrer Antwort daran, dass die Unterstützung für Prisma kontinuierlich ausgebaut worden sei: „Seit 2019 ist die Bezuschussung der VoG Prisma kontinuierlich gestiegen. Damals betrug der Zuschuss 210.729 Euro. Für das Haushaltsjahr 2025 erhält Prisma einen Zuschuss in Höhe von 393.614 Euro – fast eine Verdopplung im Vergleich zu 2019.“ Diese Mittel würden in eine breite Palette an Dienstleistungen fließen, darunter psychosoziale und juristische Beratung, Sexualtherapie, Schwangerschaftskonfliktberatung sowie spezialisierte Opferhilfe. Darüber hinaus bezuschusse die DG das Pilotprojekt Frauenfluchthaus sowie eine Anlaufstelle für die LGBTQIA+-Community.

Die ProDG-Politikerin betonte, dass trotz der finanziellen Herausforderungen keine Einsparungen bei Prisma vorgenommen würden. „Es ist mir wichtig, diesen Dienst in seiner Arbeit zu unterstützen“, erklärte sie und wies darauf hin, dass die Regierung gezielt daran arbeite, die Angebote geografisch und inhaltlich auszuweiten. So habe sie mit Prisma beispielsweise über ein Standbein der Vereinigung im Süden der DG gesprochen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion lag auf dem Projekt „Planning familial“, das seit 2023 in Anlehnung an Modelle der Französischen Gemeinschaft (FG) umgesetzt werde. Dieses Projekt ziele darauf ab, die sexuelle und reproduktive Gesundheit in Ostbelgien zu fördern.

Fabienne Colling wies auch darauf hin, dass die DG im Vergleich zu anderen Landesteilen über weniger umfassende Strukturen verfüge. Sie regte an, eine Strategie zur Bekämpfung häuslicher und sexueller Gewalt in der DG zu entwickeln, ähnlich dem „Plan d’actions intrafrancophone“, der in der FG verabschiedet wurde.

Ministerin Klinkenberg entgegnete, dass Prisma als zentraler Akteur bereits eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen sozialen Einrichtungen und Diensten in der DG gewährleiste. Dennoch sei sie offen für Vorschläge, wie das Angebot weiterentwickelt werden könne.

Elke Comoth (ProDG) unterstrich in ihrer Stellungnahme die Notwendigkeit, Frauen in der Anfangsphase besser zu unterstützen: „Viele Frauen trauen sich nicht, sich sofort an Prisma zu wenden. Eine Vorbegleitung ist häufig notwendig. Von den drei Frauen, die ich im vergangenen Jahr begleitet habe, hat keine den Weg zu Prisma gefunden“, so Comoth. Sie plädierte dafür, Sozialdienste und Polizei in die Überlegungen einzubeziehen und gemeinsam eine Strategie zu entwickeln.

Abschließend betonte Fabienne Colling, dass finanzielle Mittel und infrastrukturelle Maßnahmen allein nicht ausreichten: „Eine Infrastruktur lebt letztendlich immer nur vom Personal. Bei begrenzten Finanzmitteln müssen wir klar definieren, wo die Prioritäten liegen.“

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