Wer die Wurzeln von Österreichs Rechtsextremismus näher kennen lernen will, kann das sehr anschaulich erfahren im Buch „Die Gedächtnislosen“ von Geraldine Schwarz. Die Autorin und Journalistin (*1974 in Straßburg) hat sich intensiv mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt. An erster Stelle in ihrer eigenen Familie: Tochter eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter hat sie die Rolle ihrer Vorfahren in der Nazi-Zeit schonungslos hinterfragt.
Im Text der Buchvorstellung ist Folgendes zu lesen: „Die Auseinandersetzung mit Geschichte, so Geraldine Schwarz, spiele eine wesentliche Rolle für das Funktionieren einer pluralen Demokratie. Gerade dort, wo Erinnerungsarbeit kaum stattgefunden hat, unterbunden oder sabotiert wurde, könnten heute Demokratiefeinde die besten Ergebnisse einfahren. Geraldine Schwarz plädiert dafür, diesen ,,Gedächtnislosen“ nicht das erinnerungspolitische Feld zu überlassen.“ Geraldine Schwarz hat in vielen Staaten Europas über Nazi-Verbrecher, Mitläufer, Leugner,... recherchiert; sie hat die Haltung des Einzelnen und der Massen analysiert. Gerade in Österreich hat man sich jahrzehntelang als „erstes Opfer Hitlers“ dargestellt. Dabei wurde dieser Verbrecher geradezu eingeladen! Die Vergangenheit wurde in Österreich nicht aufgearbeitet; sie wurde tot geschwiegen.
Leider ist man jetzt in Österreich dabei, diesen ,,Gedächtnislosen“ das erinnerungspolitische Feld zu überlassen.
Das Buch kann in den Medienzentren Ostbelgiens ausgeliehen werden. Leider gibt es nur zwei Exemplare.
Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren