Mit großer Wertschätzung empfing die Parlamentspräsidentin am Mittwochnachmittag, wie jedes Jahr am ersten Mittwoch nach den Weihnachtsferien, 36 Sternsingerinnen und Sternsinger aus Ostbelgien im Parlament: „Ihr seid unsere Ehrengäste. Es ist einfach phantastisch, dass Ihr uns den Segen bringt.“ Gleich mehrfach betonte sie mit bewegenden Worten, wie sehr sie das Engagement der kleinen und großen Könige beeindrucke, die am Wochenende zuvor ihren Segen zu den Menschen gebracht und Spenden für benachteiligte Gleichaltrige in aller Welt gesammelt haben. Am Sitz des Parlaments kann man es sich inzwischen nicht mehr anders vorstellen, als dass das Jahr mit dem Segen der Sternsinger beginnt, „denn zu den ersten Terminen im Arbeitsjahr gehört dieses 'Highlight', der Stern von Betlehem mit dem königlichen Segen“, betonte Patricia Vilvoye-Creutz.

Ina, Emma und Isabelle aus Raeren hatten die große Ehre, den Segen für das Jahr 2025 am Präsidiumstisch des Parlaments aufzukleben. „Euren Segen nehmen wir gerne an, und eure Botschaft an die Erwachsenen ist wichtiger denn je. Ihr seid hier als Botschafter für die Kinderrechte, denn jedes Kind hat ein Recht, glücklich zu sein“, so würdigte die Präsidentin den segensreichen Besuch. „Ihr setzt ein starkes Zeichen von Kindern für Kinder. Eure Stimme muss gehört werden“, unterstrich Patricia Vilvoye-Creutz. „So wie wir, haben sich ganz viele Ostbelgier auf diesen Segen gefreut.“

„Für die Rechte der Kinder weltweit stehen wir ein!“, sagten Alina, Lio und Levin, drei Sternsinger aus Emmels-Hünningen. Sie überreichten der Parlamentspräsidentin einen bunt gestalteten Stuhl, der symbolisch einen Platz für Kinderrechte einfordert. Aus neun ostbelgischen Pfarrverbänden hatten sich je drei Könige, wie die Weisen aus dem Morgenland, auf den Weg nach Eupen gemacht. Stellvertretend für die etwa 800 Sternsinger in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die sich rund um das Dreikönigsfest an der 41. Sternsingeraktion in Ostbelgien beteiligt hatten, wurde das Segenszeichen „Christus segne dieses Haus“ wie seit 2016 im Parlamentsgebäude angebracht.

Die kleinen und größeren Könige aus Iveldingen-Montenau, Mürringen, Thommen, Bütgenbach, Eupen, Kelmis, Herbestahl, Raeren und Emmels-Hünningen, die sich mit dem Jahresthema „Erhebt eure Stimme. Sternsingen für Kinderrechte“ auseinandergesetzt haben, stellten sich und ihre Aktion im Parlament vor, so wie sie es in den vergangenen Tagen in ihren Pfarrverbänden von Haus zu Haus getan haben.

Nachdem im vergangenen Jahr die Schöpfung und der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur im Fokus stand, standen diesmal die Kinderrechte im Blickpunkt. In diesem Jahr haben die Sternsinger ihre Stimme erhoben und deutlich gemacht, wie wichtig die Kinderrechte in aller Welt sind. Kinder überall haben demnach das Recht auf Nahrung, Bildung und Gesundheitsversorgung. Sie verdienen den Schutz vor Krieg, Gewalt und Missbrauch, sagte Hedi Becker von der Aachener Zentrale des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“: „Wir Erwachsene müssen mehr auf Eure Stimme hören, denn jedes Kind ist einzigartig. Daher seid laut und erhebt Eure Stimme, denn es muss sich in dieser Welt etwas ändern.“

Ostbelgiens Bischofsvikar Emil Piront bedankte sich anhand der fünf Buchstaben des Wortes „Danke“ im Namen des Bischofs bei den Sternsingern und bei der Parlamentspräsidentin für die Einladung der Sternsinger. Das „D“ steht für „Du bist gemeint“, das „a“ für alle Kinder weltweit, das „n“ für das „Nein-Sagen“, wenn Kinder in ihrer Würde verletzt werden, das „k“ für „Ihr seid klasse“ und schließlich das „E“ für die „Eine Welt“, in der wir leben.“ Ina, Emma und Isabelle aus der Pfarre St. Nikolaus in Raeren klebten den traditionellen Segensspruch der Sternsinger ans Präsidiumspult und durften die persönliche Spende der Parlamentspräsidentin entgegennehmen, mit der die Projekte der Sternsinger unterstützt werden. Voller Freude brachten die drei Raerener Sternsinger zum Abschluss den Sternsingersegen „20 * C + M + B + 25“ im Parlament an.

Die Parlamentspräsidentin freute sich, dass auch in diesem Jahr wieder Sternsinger im Parlament empfangen werden konnten und diese „gute Tradition“ fortgesetzt wird. „Das Motto ‘Erhebt Eure Stimme. Sternsingen für Kinderrechte’ finde ich ganz besonders wichtig, denn tatsächlich müssen wir Kinder schützen. Sie brauchen unseren Schutz und unseren gemeinsamen Einsatz für ihre Rechte und ihre Möglichkeiten, gut zu leben“, machte die Präsidentin deutlich. Für die Sternsinger war der Empfang im Parlament ein ganz besonderes Erlebnis.
Seit Mittwoch begrüßt nun der Segen die Abgeordneten und Besucher im Parlament. Die Präsidentin bedankte sich bei den Sternsingern und Begleitpersonen, die nicht nur über das Gute sprechen, sondern sich aktiv für mehr Solidarität in der einen Welt einsetzen und Verantwortung übernehmen. Schließlich bedankte sich Marie-Christine Hoen-Dorr aus Kelmis bei der Parlamentspräsidentin für ihre Wertschätzung der Aktion, sowie bei den Sternsingern und Verantwortlichen, die „Zeit und Herz“ für die gute Sache geschenkt haben. „Gottes Segen möge in diesem Haus wehen, damit gute Entscheidungen zum Wohl der Menschen getroffen werden.“ Kinder hätten als Segensbringer viele Herzen geöffnet. „Ihr habt vielen Menschen Freude bereitet. Ihr seid einzigartig, schön, dass es Euch gibt.“ Am Ende gab es für alle Sternsinger in der Cafeteria Kakao und Gebäck. Der nächste Sternsinger-Empfang im Eupener Parlament findet statt am Mittwoch, 7. Januar 2026.

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