Umgestaltung des Aachener Theaterplatzes beginnt: Eine Bühne für alle

<p>Der Theaterplatz soll nach intensiver Umgestalung zu einem Ort der Begegnung werden.</p>
Der Theaterplatz soll nach intensiver Umgestalung zu einem Ort der Begegnung werden. | Grafiken: club L94 Landschaftsarchitekten

Es thront majestätisch in der Innenstadt: Das Theater ist eines der großen Wahrzeichen Aachens. Seit 1825 prägt der klassizistische Bau seine Umgebung – eine Umgebung, die in ihrer Funktion und in ihrem Aussehen in die Jahre gekommen ist. Deswegen haben sich Stadt und Politik 2019 auf den Weg gemacht, um das Theater und vor allem sein Umfeld wieder ins perfekte Licht zu rücken.

Ein neuer Brunnen und grüne Theatergärten sollen für Idylle sorgen.

Es folgte ein umfangreicher Beteiligungs- und Planungsprozess. Nun starten alle Beteiligten in die entscheidende und herausfordernde Bauphase. Ab Montag, 27. Januar, wird daher der Verkehr in dem Bereich umgeleitet. Bereits in der Woche davor finden vorbereitende Arbeiten für die Baustelleneinrichtung und die Verkehrslenkung statt.

Am Theaterplatz und seinem Umfeld beweise die Stadtgesellschaft, dass sie die Herausforderungen für die Stadt der Zukunft annehme. „Aachen kann hier das Nützliche mit dem Schönen aufs Eleganteste verbinden“, davon ist Aachens Stadtbaurätin Frauke Burgdorff überzeugt. „Unter der Erde entsteht mit den Anlagen für Fernwärme und Schwammstadt technisch Nachhaltiges und über der Erde sorgen der Brunnen, die Theatergärten, die Gastrobereiche, die neuen Bäume und natürlich das Theater selbst mit den Anliegern für die schönen Momente." Der Theaterplatz und Teile der Theaterstraße sollen von Anfang 2025 bis Ende 2027 umgestaltet werden.

Für Stefan Ohmen, Geschäftsführer der Regionetz GmbH, ist dieses Projekt mehr als nur eine weitere Baumaßnahme: „Der Aachener Theaterplatz ist ein zentraler Ort für Kultur und Begegnung. Wir sind stolz darauf, mit unserer Arbeit dazu beitragen zu können, dieses Herzstück der Stadt für die Zukunft zu sichern und aufzuwerten. Die Kombination aus Netzmodernisierung, Fernwärmeausbau und städtebaulicher Umgestaltung macht dieses Projekt zu etwas ganz Besonderem.“

Damit dieses neue Stück Stadt Realität werden kann, rücken in wenigen Tagen die Bautrupps an. Das bringt Veränderungen mit sich. „Mit der Einrichtung der Baustelle wird der ÖPNV, der Auto- und der Radverkehr über neue Wege geleitet“, erläutert Uwe Müller, Leiter des Fachbereichs Mobilität und Verkehr, und versicherte zugleich: „Alle Menschen können das Theater und alle umliegenden Geschäfte und Praxen weiterhin gut erreichen. Dafür hat es im Vorfeld intensive Abstimmungen gegeben.“

<p>So soll der Platz am Ende des Großprojekts aussehen.</p>
So soll der Platz am Ende des Großprojekts aussehen.

Elena Tzavara, Generalintendantin am Theater Aachen, blickt positiv auf den Beginn der Bauarbeiten am Theaterplatz: „Ich bin zuversichtlich, dass unser Spiel- und Probenbetrieb uneingeschränkt fortgeführt werden kann. Besonders wichtig ist mir bei diesem Projekt der Aspekt der Teilhabe: Schon im Vorfeld haben wir den Dialog mit unterschiedlichen Akteuren, den umliegenden Geschäftsleuten und Anwohner*innen gesucht. Gemeinsam ist es unser Anliegen, den Theaterplatz auch während der Bauarbeiten lebendig und einladend zu gestalten. Im besten Fall entstehen dadurch neue Möglichkeiten, Präsenz zu zeigen und das Miteinander zu stärken. Langfristig wird dieses Projekt nicht nur die Infrastruktur verbessern, sondern den Theaterplatz als pulsierenden Mittelpunkt unserer Stadt festigen.“

Veränderte Verkehrslenkung gilt ab dem 27. Januar

Stadt, Regionetz und die beauftragte Baufirma Lube & Krings werden im Januar mit vorbereitenden Arbeiten beginnen. Es werden unter anderem Markierungsarbeiten stattfinden und Schilder für die geänderte Verkehrsführung während der Bauzeit aufgestellt. Die Umleitungsstrecken gelten dann offiziell ab Montag, 27. Januar. Das bedeutet: Die Durchfahrt über die untere Theaterstraße und den Theaterplatz wird sowohl für den ÖPNV als auch für den Auto- und Radverkehr ab dem 27. Januar nicht mehr möglich sein. Die Verwaltung empfiehlt – wenn möglich – für den motorisierten Verkehr eine großräumige Umfahrung des Bereichs über den Alleenring.

Eine Einbahnstraßenregelung soll weiterhin die gute Erreichbarkeit des Theaterplatz-Umfelds und der Innenstadt ermöglichen. Von der Theaterstraße kommend wird der Verkehr künftig in Richtung City über die neu eingerichtete Einbahnstraße Aureliusstraße auf die Franzstraße und weiter in Richtung Kreuzung am Alexianergraben geleitet. Über die Kleinmarschierstraße bleiben Elisabethstraße, Hartmannstraße und Kapuzinergraben als Einbahnstraße angebunden. Damit dies gelingt, wird die bisherige Einbahnstraßen-Regelung in der Elisabethstraße verändert. Die dortige Einbahnstraße wird umgekehrt und führt ab dem 27. Januar in Richtung Hartmannstraße. Autos verlassen die Hartmannstraße nur noch in Richtung Kapuzinergraben.

Stadtauswärts rollt der motorisierte Individualverkehr über Franzstraße und die neu eingerichtete Einbahnstraße Borngasse zur Theaterstraße und von dort in gewohnter Weise in die jeweiligen Richtungen. Die dort eingesetzten Buslinien folgen ebenso diesem Weg. Die bisherigen Bushaltestellen am Theater entfallen für die Dauer der Baustelle. Stadtauswärts wird eine Ersatzhaltestelle in der Borngasse auf Höhe des Parkhauses eingerichtet. Alle Parkhäuser (Parkhaus Galerie Kaufhof /City und Parkhaus Kapuziner Karree) im Umfeld bleiben erreichbar. Taxis halten auf dem Kapuzinergraben gegenüber dem Theater. Auch Sonderparkplätze für Menschen mit Behinderung und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder werden eingerichtet.

Der Radverkehr, der bis dato den Theaterplatz genutzt hat, wird über die Borngasse oder bereits über die Schützenstraße und die Wirichsbongardstraße zum Friedrich-Wilhelm-Platz/Elisenbrunnen geführt. Stadtbaurätin Burgdorff appelliert: „Die Baustelle und die neue Verkehrsführung gelingt dann besonders gut, wenn alle Verkehrsteilnehmen im Umfeld des Theaterplatzes fair miteinander, langsam und aufmerksam unterwegs sind.“

Im ersten Schritt erneuert die Regionetz auf der Theaterstraße und am Theaterplatz die Ver- und Entsorgungsleitungen und baut die umweltfreundliche Fernwärme in diesem Bereich aus. Die Maßnahme erfolgt in mehreren Bauabschnitten.

<p>Der Blick auf die Rückseite des Theaters.</p>
Der Blick auf die Rückseite des Theaters.

Zeitgleich beginnt auf der nördlichen Seite des Theaters der Kanalbau vom Kapuzinergraben in Richtung Theaterstraße. Ab dem Sommer folgt die Verlegung der Fernwärme- und Versorgungsleitungen. Insgesamt sollen die Leitungslegungen und Hausanschlüsse auf der nördlichen Seite des Theaterplatzes bis Ende 2025 und auf der südlichen Seite bis Mitte 2026 abgeschlossen sein.

Unmittelbar nach Abschluss der Leitungslegungen will die Stadt Aachen mit den Oberflächenarbeiten beginnen. Der städtische Theaterplatz-Projektleiter Philip Spahr erläutert: „Schritt für Schritt bekommen die Theaterstraße und der Theaterplatz ab dem Jahr 2026 ihr neues Gesicht. Zunächst werden die Oberflächen in den Seitenbereichen der Theaterstraße mit den Gehwegen, Baumstandorten und Haltestellen entwickelt. Im Anschluss folgt die Fertigstellung der Fahrbahn bis Ende 2026. Der Theaterplatz wird ab dem Sommer 2026 nach dem gleichen Prinzip umgesetzt. Zum Ende des Jahres 2027 können wir uns dann über den neuen Theaterplatz freuen.“

Zum Ende des Jahres 2027 können wir uns dann über den neuen Theaterplatz freuen.“

Andreas Haveneth von der Interessengemeinschaft Theater Viertel hat die Belange der Händler und Gewerbetreibenden rund um den Theaterplatz im Blick: „Natürlich ist die Bauphase eine herausfordernde Zeit – vor allem für die Gastronomen und Gastronominnen. Deshalb planen wir diverse Unterstützungsaktionen für die ansässigen Restaurants und Cafés. Wir sind außerdem sehr froh, dass die Stadt Aachen ein großes Ohr für unsere Belange bewiesen hat und uns unterstützt, wo es nur geht.“

Der Theaterplatz ist eines der zentralen Projekte des Innenstadtkonzepts 2022 (ISK 22), das vor gut zehn Jahren erarbeitet worden ist. Für die Platzgestaltung ist es gelungen, die letzten großen Summen an Städtebaufördermitteln auf Grundlage des ISK 22 einzuwerben. Die Baukosten für die Gestaltung der Theaterstraße und des -platzes betragen zusammen circa zehn Millionen Euro. Bis zu 80 Prozent werden davon mit Bundes- und Landesmittel gefördert. Die Umgestaltung, die zudem Teil des Zukunftsprozesses Innenstadtmorgen ist, soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Der Kapuzinergraben soll als dritter Bauabschnitt zeitlich nachgelagert realisiert werden. (red/nc)

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