Die beiden Männer wurden im September 2022 auf frischer Tat ertappt, als sie den Boden eines römischen Fundorts durchsuchten, der bereits seit November 2021 wiederholt Ziel von Plünderungen gewesen war. Auf dem Gelände, das im Zuge eines Windparkprojekts untersucht wurde, hatten Archäologen ein bedeutendes römisches Siedlungsareal von rund 3.000 Quadratmetern entdeckt.
Bei der Festnahme wurden bei den „Schatzsuchern“ 49 Objekte sichergestellt, darunter mittelalterliche Münzen, Fragmente römischer Fibeln, Überreste antiker Bleihandwerkskunst, römische Ziegel sowie ein Tierknochen aus der Römerzeit. „Diese Funde sind von großer wissenschaftlicher Bedeutung“, betont die AWAP. Selbst ein vermeintlich unbedeutender Fund, wie ein einzelner Nagel in einer Grube, könne wichtige Hinweise auf die Nutzung und Geschichte des Ortes liefern. Durch die Plünderung sei jedoch ein erheblicher Schaden entstanden.
Die beiden Täter wurden zu jeweils sechs Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. „Dieses Urteil setzt ein wichtiges Zeichen gegen wiederholte Plünderungen und die bisher oft bestehende Straflosigkeit“, erklärte die AWAP. Zwar arbeite die Mehrheit der legal registrierten Sondengänger vorbildlich mit der Agentur zusammen, doch das Vorgehen gegen illegale Aktivitäten sei entscheidend für den Schutz des Kulturerbes.
Aktuell sind in der Wallonie 473 Sondengänger offiziell registriert. Sie haben eine verpflichtende Informationsveranstaltung besucht und sich dazu verpflichtet, ihre Funde der AWAP zu melden. Ihre Entdeckungen fließen regelmäßig in wissenschaftliche Publikationen ein. (belga/calü)

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