Vier Lastwagen, zwei Traktoren für die Straßen und ein kleineres Fahrzeug für Gehwege oder Parkplätze stehen den Mitarbeitern der Gemeinde in St.Vith zur Verfügung. In diesem Winter musste der Winterdienst in St.Vith schon mehrfach zum Einsatz kommen, wenn auch oft nur zu kleineren Einsätzen: „Sobald es mit Schnee und Minusgraden losgeht, sind wir eigentlich relativ schnell unterwegs. Die wallonische Straßenbauverwaltung, die für die Regionalstraßen zuständig ist, rückt meist noch früher aus“, erklärt Marcel Langer, Betriebsleiter des Bauhofs in St.Vith.
Die Gemeinde St.Vith ist für 470 km Wege zuständig.
Dabei spielt der Zeitpunkt des Schneefalls eine große Rolle. So sei es am Morgen vor dem Berufsverkehr die größte Herausforderung: „Um die 470 Kilometer, für die wir zuständig sind, zu räumen, brauchen wir im Schnitt rund vier Stunden. Das schafft man bei anhaltendem Schneefall natürlich nicht auf einmal, sodass es schon mal kritisch werden kann“, erklärt der 56-jährige Bütgenbacher, der seit vier Jahren die Geschicke des Bauhofs leitet. Insgesamt stehen 14 Fahrer plus ein Reservefahrer zur Verfügung, die in zwei Gruppen eingeteilt sind und sich von Woche zu Woche abwechseln. Abends wird bis Mitternacht gefahren, ab drei Uhr morgens geht es weiter. Je nach Schneelage kann der Fahrplan auch nachts variieren. Ein Fahrer ist nachts als Wachdienst unterwegs, beobachtet die Situation in der Gemeinde und meldet sich, sobald ein Einsatz notwendig ist. Der Besitz eines Lkw-Führerscheins oder zumindest die Bereitschaft, diesen zu erwerben, ist mittlerweile Grundvoraussetzung für die Einstellung neuen Personals.

Thomas Meyer, der mit seinem Schneepflug den Bereich der Industriezone, Hünningen, Emmels und Recht räumt, berichtet, dass der Zeitdruck auch für die Mitarbeiter eine Herausforderung darstellt: „Zuerst müssen die Busstrecken und die Industriezone freigeräumt werden, weil wenn Lkws liegen bleiben, kommt der ganze Verkehr zum Erliegen. Des Weiteren kosten Wege, auf denen man nicht wenden kann, oder parkende Autos auf den Straßen viel Zeit.“ Obwohl man sich jeden Winter neu an den Winterbetrieb gewöhnen müsse, macht die Arbeit trotzdem Spaß: „Natürlich wissen wir, dass es bei Glätte auch für uns gefährlich werden kann, denn voll beladen wiegt das Fahrzeug 23 Tonnen. Durch den Pflug haben wir weniger Grip auf der Vorderachse, und wenn wir ins Rutschen kommen, müssen wir sofort den Pflug anheben. Das wird nie langweilig“, sagt der gebürtige Rechter.
Wann die Fahrer zum Einsatz kommen, bestimmt dabei der Chefvorarbeiter der Gemeinde, Arnold Seffer: „Natürlich kann man nicht bei jeder Schneeflocke losfahren. Sonst hat man schneefreie Stellen abgefahren, die später bei stärkerem Schneefall tatsächlich zugeschneit sind“, sagt er. Zu den Aufgaben des Winterdienstes gehören neben den Gemeindestraßen auch Zufahrten und Parkplätze, wie zum Beispiel vor Schulen oder Kirchen.

Das Gemeindedepot fasst maximal 350 Tonnen Streusalz, das mit Lava vermischt wird. Etwa 200 Tonnen davon wurden in diesem Winter bereits verteilt. Bei einer Ausfahrt mit allen Fahrzeugen werden etwa 30 Tonnen verbraucht. „Einmal die ganze Gemeinde zu räumen, kostet viel Geld, nämlich rund 3.500 Euro nur für das Salz, und da sind die Treibstoffkosten, der Verschleiß und die Löhne der Arbeiter natürlich noch nicht inbegriffen“, sagt Marcel Langer.

Die Bevölkerung müsse aber auch Verständnis aufbringen, wenn mal ein Weg nicht geräumt ist oder Einfahrten mit Schnee zugeschoben werden, wie Marcel Langer erklärt: „Irgendwo muss der Schnee ja hin. Die Routen sind so geplant, dass alle Wege möglichst effizient und schnell geräumt werden können. Wir kennen die kritischen Stellen in der Gemeinde, wie zum Beispiel im Emmelser Wald, wo es durch die oft nasse Fahrbahn besonders schnell glatt wird. Wenn wir gerufen werden, kümmern wir uns natürlich um die betroffene Stelle, aber trotzdem sollte jeder seine Fahrweise im Winter anpassen.

In der Pflicht stehen auch die Verkehrsteilnehmer.
Seit Jahren appellieren die Eifelgemeinden und die Polizeizone Eifel an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer und jeder sei verpflichtet, sein Fahrverhalten den Witterungs- und Straßenverhältnissen anzupassen, wie es auch in der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben ist. Die Streudienste helfen gerne, können aber nicht garantieren, dass die Straßen jederzeit eisfrei gehalten werden. Die Winterdienste wurden eingerichtet, um bei Schneefall in erster Linie die Erreichbarkeit der einzelnen Ortschaften wiederherzustellen. Bei Glatteis und festgefahrener Schneedecke werden vor allem Verbindungsstraßen, Steigungsstrecken und besondere Gefahrenstellen gestreut.

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