Während die Verkaufszahlen in Flandern um 0,7 % und in der Wallonie um 1 % zurückgingen, stiegen die abgeschlossenen Kaufakten in Brüssel um 0,3 %. Hier dominierten weiterhin Wohnungen den Markt, die 70,3 % der Transaktionen ausmachten. Fednot führt den Rückgang im Süden des Landes teilweise auf die Ankündigung der gesenkten Einregistrierungsgebühren für den Erwerb eines ersten Eigenheims von 12,5 auf 3 Prozent zurück, die seit dem 1. Januar 2025 gilt.
Der durchschnittliche Preis für ein Wohnhaus in Belgien stieg laut Angaben vo Fednot im letzten Jahr um 2,2 % auf 329.743 Euro, während Wohnungen hierzulande durchschnittlich 271.330 Euro kosteten (+2,5 %). Bereinigt um die Inflation sanken die realen Preise jedoch: Häuser verzeichneten einen Rückgang von 0,8 %, Wohnungen von 0,5 %.
Brüssel bleibt erwartungsgemäß die teuerste Region: Ein Haus kostete hier im Durchschnitt 570.110 Euro (+1,4 %), während der durchschnittliche Preis für eine Wohnung bei 290.763 Euro lag (+3,7 %). In der Wallonie sanken die Preise für Häuser um 0,8 % auf 238.691 Euro, und auch Wohnungen wurden mit durchschnittlich 198.531 Euro etwas günstiger (-0,3 %). In Flandern hingegen stiegen die Preise in allen Provinzen. Häuser verteuerten sich um 2,5 % auf durchschnittlich 367.595 Euro, Wohnungen um 2,2 % auf 282.574 Euro.
Die Zahl der Käufer unter 30 Jahren ging weiter zurück: 2024 machten sie nur noch 29,1 % der Immobilienkäufer aus, verglichen mit 29,3 % im Jahr 2023.
Wachstum trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten erwartet
In diesem Jahr könnte der belgische Immobilienmarkt an Auftrieb gewinnen. Dies betrifft sowohl die Vergabe von Hypothekendarlehen als auch die Entwicklung der Immobilienpreise, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Analyse von Immoweb und dem Bankversicherer Belfius zeigt.
Mehrere Faktoren unterstützen laut der Studie diese positive Entwicklung: Die sinkenden Zinssätze erleichtern die Kreditaufnahme, während die automatische Indexierung der Löhne das Einkommen der Haushalte steigert. Ein historisch niedriger Arbeitslosenstand sowie reduzierte Registrierungsgebühren fördern zusätzlich den Immobilienkauf. Auch die steigende Zahl der Haushalte, vor allem aufgrund des demografischen Wandels und der sinkenden durchschnittlichen Haushaltsgröße, wirkt sich positiv auf die Nachfrage aus.
„All diese Faktoren deuten darauf hin, dass sich die Kurve nach oben fortsetzt – sowohl bei der Vergabe von Hypothekendarlehen als auch bei der Preisentwicklung“, heißt es in der Analyse. Belfius prognostiziert für 2025 einen Anstieg der Immobilienpreise um durchschnittlich 3,9 %, was über der erwarteten Inflationsrate liegen würde.
Trotz der positiven Aussichten mahnt Belfius zur Vorsicht. Politische und wirtschaftliche Herausforderungen könnten die Erholung bremsen. So könnte beispielsweise die Handelspolitik der USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump erhebliche Auswirkungen auf die belgische Wirtschaft haben. Hinzu kommt die schwierige Haushaltslage Belgiens, die 2025 ein Budgetdefizit von 4,9 % erwarten lässt. „Ohne strukturelle Reformen könnte Belgien mit einem Anstieg der langfristigen Zinssätze konfrontiert werden, was die aktuelle Dynamik gefährden könnte“, warnt Belfius. (belga/calü)

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