Gedenkkonzert „Hoffnung und Frieden“ in der St.Vither Pfarrkirche

<p>St.Vith wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.</p>
St.Vith wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. | Foto: Archiv

„Hoffnung und Frieden“ – unter diesem Titel verbindet die Veranstaltung am 29. Dezember um 19 Uhr auf einzigartige Weise die bewegende Kraft der Musik mit historischen Zeugnissen. Während das Ensemble „Baroque & more“ die Zuhörer mit besinnlichen Klängen durch die Zeit der Ardennenoffensive führt, entfalten sich zwischen den Musikstücken ergreifende Lesungen von Zeitzeugenberichten. So entsteht ein eindrucksvolles Zusammenspiel von Musik und Text, das die Zuhörer in die Wirren des Krieges eintauchen lässt und gleichzeitig die ungebrochene Hoffnung auf Frieden und eine bessere Zukunft spürbar macht.

Die Ardennenoffensive war der letzte große Versuch der Wehrmacht, den Krieg gegen die Alliierten zu wenden. Ziel war es, die Front zwischen den amerikanischen und britischen Truppen zu durchbrechen, Antwerpen zu erobern und die Nachschublinien der Alliierten zu blockieren. St.Vith spielte als Verkehrsknotenpunkt eine Schlüsselrolle. Die Stadt wurde am 23. Dezember 1944 aufgegeben, doch der Widerstand der amerikanischen Truppen verzögerte die deutsche Großoffensive entscheidend.

In den Weihnachtstagen 1944 wurde St.Vith jedoch im Verlauf der Kämpfe fast dem Erdboden gleichgemacht. Alliierte Luftangriffe zerstörten die Stadt fast vollständig, Hunderte von Menschen verloren ihr Leben, nur neun Häuser überstanden die Bombardierungen ohne größere Schäden.

Der St.Vither Tierarzt Conrad Windhausen dokumentierte das Kriegsgeschehen und das Leid der Zivilbevölkerung eindrucksvoll in seinem Tagebuch. Während des Konzertes geben Lesungen aus diesem Tagebuch einen bewegenden Einblick in die erschütternde Realität jener Tage, die von Verzweiflung, Verlust und ständiger Bedrohung geprägt waren. Seine Worte geben den Opfern eine Stimme und machen das Leid der Menschen spürbar, die inmitten des Konflikts versuchten, ihren Alltag aufrechtzuerhalten.

Mit dem Konzertprogramm „Hoffnung und Frieden“ verleiht das Ensemble „Baroque & more“ der Sehnsucht nach Harmonie und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft musikalische Gestalt.

Die Werke von Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach, Giuseppe Sammartini und Felix Mendelssohn spiegeln dieses Streben auf eindrückliche Weise wider. Vivaldi, der selbst mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, verkörpert den Triumph der Hoffnung. Seine Musik ist voller Lebenskraft und erhebt den Geist. Auch Bach vermittelt in seiner Kantate „Bleib bei uns“ die Hoffnung auf Licht und Trost selbst in den dunkelsten Stunden.

Die Sehnsucht nach Harmonie und Versöhnung in der Welt und im eigenen Herzen wird besonders in Bachs „Der Friede sei mit dir“ und Mendelssohns „Verleih uns Frieden“ zum Ausdruck gebracht.

Das belgische Kollektiv „Baroque & more“ vereint herausragende Instrumentalisten und Sänger, die sich der barocken Musik und der Förderung historisch fundierter Aufführungspraxis widmen. Unter der Leitung von Luc Ponet verfolgt das Ensemble das Ziel, barocke Musik mit innovativen Ideen zu verbinden und einem breiten Publikum näherzubringen. Durch die Förderung junger Talente und die Auseinandersetzung mit der kulturellen Identität Flanderns und der südlichen Niederlande schafft „Baroque & more“ eine einzigartige Plattform, die Tradition und kreative Vision miteinander vereint.

Das Konzert findet mit der besonderen Unterstützung der Stadt St.Vith statt. (red/ab)


Alle Infos zur Anmeldung für dieses kostenlose Konzert sind unter www.obf.be erhältlich.

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