McLaren steht kurz vor dem Ende einer langen Durststrecke: Die Vorzeichen, endlich den ersten Titel in der Konstrukteurswertung der Formel 1 seit 1998 zu holen, stehen gut – der Freitag macht Mut. Nachdem im ersten freien Training Ferrari-Star Charles Leclerc noch vorgelegt hatte, schlugen Lando Norris und Oscar Piastri im zweiten Durchgang auf dem Yas Marina Circuit mit Platz eins und zwei zurück. In 1:23,517 Minuten brannte Norris die schnellste Zeit in den Asphalt, dicht gefolgt von Piastri (+0,234/Australien).
21 Punkte Vorsprung vor Ferrari muss das Duo am Sonntag (14 Uhr) verteidigen. Auch wenn Leclerc im ersten Training glänzte, scheint es bei der Scuderia nicht richtig rund zu laufen. Im zweiten Training reichte es für den Monegassen (+0,684) nur zu Platz sechs. Der Spanier Carlos Sainz (+0,582) fuhr im zweiten Ferrari immerhin auf Platz vier. Weil in Leclercs SF-24 die Batterie getauscht werden musste, wird der er am Sonntag in der Startaufstellung um zehn Plätze strafversetzt.
Von dem Handicap will sich McLaren-Teamchef Andrea Stella aber „überhaupt nicht“ blenden lassen. „Wir sprechen immernoch über Charles und Ferrari – eine tolle Kombination“, sagte der Italiener. Es würde ihn nicht überraschen, „wenn sie trotzdem vorne mitkämpfen“.
Die Team-WM zum ersten Mal seit 26 Jahren nach Woking zu holen, wäre für ihn etwas ganz Besonderes. „McLaren ist ikonisch, prestigeträchtig und eins der wichtigsten Teams der Formel 1. Es wäre ein Stück Geschichte und wir wären sehr stolz darauf, dieses Vermächtnis weiterzuführen“, schwärmte Stella.
Einen historischen Moment erlebte Gegner Ferrari schon im ersten Training. Leclerc und Bruder Arthur – der zum Entwicklungsprogramm der Scuderia gehört – waren im ersten freien Training als erstes Brüderpaar in einer Session der Königsklasse im selben Team an den Start gegangen. In der Auslaufrunde am Ende winkten sich die beiden beim langsamen Überholen noch auf der Strecke zu.
Während bei McLaren und Ferrari das führende Team wohl mit Vorteilen ins Qualifiying am Samstag (15 Uhr) und Rennen am Sonntag (14 Uhr) geht, stellt sich ein konträres Bild bei Nico Hülkenberg und Haas gegen Alpine dar. Der Deutsche überraschte in seinem vorletzten Training für den US-Rennstall und wurde in 1:23,979 Minuten Dritter. 2025 wechselt Hülkenberg zu Sauber bzw. Audi. Teamkollege Kevin Magnussen (+0,713/Dänemark), der den US-Rennstall ebenfalls nach dem Saisonfinale verlässt, wurde Achter.
Haas kämpft noch mit Alpine um Platz sechs in der Konstrukteurswertung und viele Millionen – nur fünf Punkte trennen Hülkenberg und Co. vom französischen Rennstall. Je höher ein Team in der Konstrukteurswertung am Ende des Jahres platziert ist, desto mehr Preisgeld erhält es.
Schlechter lief es für die Franzosen: Der Australier Jack Doohan, der in Abu Dhabi sein Grand-Prix-Debüt feiern wird, wurde nur zwei Mal 19. Teamkollege Pierre Gasly Fünfter und Zwölfter. (sid/tf)

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