Was steht an?
Am Donnerstag wird in Miami mit großem Brimborium die Klub-WM ausgelost. Das Turnier 2025 sprengt alle bisherigen Auflagen. Einen Monat lang (15. Juni bis 13. Juli) kämpfen im kommenden Sommer 32 (!) Teams um einen Titel, der bei den Klubs bislang, gelinde gesagt, eher sekundären Stellenwert hatte. Dies dürfte sich nun grundlegend ändern, denn laut der spanischen Sportzeitung Mundo Deportivo erhält jede teilnehmende Mannschaft eine garantierte Summe von 50 Millionen Euro. Der Turniersieger kann dem Bericht zufolge sogar bis zu 100 Millionen Euro einnehmen.
Wer ist dabei?
Mit zwölf Mannschaften kommt das Gros der Teilnehmer aus Europa. Dazu gesellen sich sechs südamerikanische, je vier afrikanische, nordamerikanische und asiatische Teams sowie ein Vertreter aus Ozeanien und einer aus dem Gastgeberland. Dies ist der Grund, warum diesmal auch fünf nordamerikanische Klubs in der Verlosung sind. Belgien schickt keine Mannschaft ins Rennen, als deutsche Teilnehmer hoffen bei der Premiere Bayern München und Borussia Dortmund auf attraktive Gegner. Das letzte Ticket sicherte sich am Wochenende der brasilianische Klub Botafogo mit dem Gewinn der Copa Libertadores.
Wie sehen die Töpfe aus?
Die Bayern befinden sich in Topf 1, Dortmund in Topf 2. Grundlage der Zusammenstellung der vier Töpfe waren die Ranglisten der jeweiligen Kontinentalverbände. Die jeweils vier besten Teams aus Europa und Südamerika rutschten in Topf 1, alle verbliebenen acht europäischen Klubs in Topf 2, die übrigen in die Töpfe 3 und 4. Teams aus einem Land können nicht aufeinandertreffen, zudem darf mit Ausnahme von Europa kein Kontinentalverband mit zwei Vereinen in einer Gruppe vertreten sein.
Die Töpfe im Überblick
Topf 1: Bayern München (Deutschland), Manchester City (England), Real Madrid (Spanien), Paris SG (Frankreich), Flamengo, Palmeiras, Fluminense (alle Brasilien), River Plate (Argentinien)
Topf 2: Borussia Dortmund (Deutschland), FC Chelsea (England), Inter Mailand, Juventus Turin (beide Italien), FC Porto, Benfica Lissabon (beide Portugal), Atletico Madrid (Spanien), RB Salzburg (Österreich)
Topf 3: Al-Hilal (Saudi-Arabien), Ulsan HD FC (Südkorea), Wydad Casablanca (Marokko), Al Ahly SC (Ägypten), CF Monterrey, Club Leon (beide Mexiko), Boca Juniors (Argentinien), Botafogo (Brasilien)
Topf 4: Urawa Red Diamonds (Japan), Al-Ain (Vereinigte Arabische Emirate), Esperance Tunis (Tunesien), Mamelodi Sundowns (Südafrika), CF Pachuca (Mexiko), Inter Miami, Seattle Sounders (beide USA), Auckland City (Neuseeland)
Wie ist der Modus?
Statt wie zuletzt mit sieben findet die WM für Vereinsmannschaften ab sofort mit 32 Teilnehmern statt – und das wie die großen Turniere für Nationalteams nur alle vier Jahre. Analog zur WM wird es acht Gruppen mit je vier Mannschaften geben, jeweils die Erst- und Zweitplatzierten ziehen in die K.o.-Phase ein. Weiter geht es mit dem Achtelfinale.
Wo wird gespielt?
Dort, wo auch die nächste WM für Nationalmannschaften ausgetragen wird, in den USA – und zwar gleich in zwölf Stadien. Austragungsorte sind New York, Atlanta, Charlotte, Cincinnati, Los Angeles, Miami, Nashville, Philadelphia, Seattle, Washington D.C. und Orlando, wobei dort gleich in zwei Arenen gespielt wird. Das Eröffnungsspiel steigt am 15. Juni in Miami.
Wer überträgt die Spiele?
DAZN wird exklusiver weltweiter Broadcaster. Der Streaming-Dienstleister wird alle 63 Spiele kostenfrei übertragen. Fans brauchen dafür nur einen DAZN-Account, aber ausdrücklich kein kostenpflichtiges Abonnement. Die FIFA hatte für sein Prestigeprojekt lange nach einem Medienpartner gesucht. Der Bild-Zeitung zufolge zahlt DAZN für die Turnier-Rechte eine Milliarde US-Dollar (950 Millionen Euro), vergleichbar mit den Kosten für die Übertragung einer kompletten Bundesliga-Saison samt 2. Liga und Relegationsspielen. „Diese bahnbrechende Vereinbarung mit der FIFA ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg von DAZN, die ultimative Unterhaltungsplattform für Sportfans auf der ganzen Welt zu werden“, sagte Shay Segev, CEO Global der Plattform.
Gibt es Kritik?
Natürlich. Der ohnehin schon proppevolle Terminkalender wird weiter aufgebläht, die Belastung der Spieler erreicht neue Sphären. Die Spielergewerkschaft FIFPRO warnt vor Verletzungen, psychischen Problemen, schlechteren Leistungen und Risiken für die Dauer der Karriere der Spieler. 2014-Weltmeister Toni Kroos, der im Sommer seine Karriere beendet hatte, kündigte jedenfalls schon mal an: „Ich schalte nicht ein.“ Man müsse irgendwann „mal aufwachen und ein bisschen an die Spieler und ein ganz kleines bisschen weniger ans Geld denken“.
Wird die alte Klub-WM eingemottet?
Natürlich nicht. Sie firmiert beim Weltverband FIFA künftig unter dem Namen Interkontinental-Pokal in verkürzter Form und (ko)existiert einfach weiter. In diesem Jahr, genauer gesagt am 18. Dezember in Doha (Katar), duellieren sich Real Madrid als europäischer Champions-League-Sieger und der Gewinner eines Mini-Turniers aller Champions-League-Sieger der anderen Konföderationen um die Krone. Der Interkontinental-Pokal wird im Gegensatz zur Klub-WM ab sofort jährlich ausgespielt. (sid/tf)

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