Theresa May trifft sich mit Jeremy Corbyn

„Wir beide wollen einen Austritt mit Abkommen sicherstellen, wir wollen beide Arbeitsplätze schützen, wir wollen beide die Personenfreizügigkeit beenden, wir beide erkennen die Bedeutung des Austrittsabkommens an“, sagte May am Mittwoch im Parlament in London. Die Beratungen über einen Ausweg aus der Brexit-Sackgasse mit Corbyn sollten am Nachmittag beginnen. Die Regierungschefin hatte am Dienstagabend angekündigt, eine weitere kurze Verschiebung des EU-Austritts zu beantragen und gemeinsam mit Corbyn nach einem parteiübergreifenden Kompromiss zu suchen. Corbyns Labour-Partei fordert eine engere Anbindung an die EU nach dem Brexit als bisher von London geplant. So soll das Land in einer Zollunion mit der EU bleiben und eine enge Anbindung an den Binnenmarkt suchen. Die Fristverlängerung soll aber nach den Worten von May nicht über den 22. Mai hinausgehen. So könne sichergestellt werden, dass Großbritannien nicht an der Europawahl teilnehmen muss, die tags darauf beginnt. Nach derzeitiger Planung soll Großbritannien die Europäische Union am 12. April verlassen. Sollte bis dahin weder der Austrittsvertrag noch eine Alternative beschlossen sein, droht ein ungeordneter Austritt aus der EU mit drastischen Folgen für viele Lebensbereiche. Die EU-Kommission forderte am Mittwoch die Wirtschaft auf, sich im Falle eines „No Deals“ unter anderem auf Zollkontrollen einzustellen. May hatte einem chaotischen Brexit mit dem Kompromissangebot an Labour aber eine Absage erteilt - und ging damit auf Konfrontationskurs zu einem erheblichen Teil ihrer eigenen Partei. (dpa)

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