Existenzgründer berichten über ihre Selbstständigkeit in St.Vith
Unternehmertum
Lesedauer: 3 min
Vergangene Woche verwandelte sich die Turnhalle des Kgl. Athenäums St.Vith (KAS) in ein Zentrum für Inspiration und Unternehmergeist. Unter dem Titel „Be your boss“ fand eine besondere Veranstaltung statt, die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Sekundarschulen der Region zusammenbrachte.
Existenzgründer berichteten im KA St.Vith über ihre Selbstständigkeit und das Unternehmertum.
| Foto: privat
Zu Beginn hieß Schulleiter Jean Marie Greven alle Anwesenden herzlich willkommen, bevor er das Wort an Marc Derwahl von der WFG übergab. Als Organisator der Veranstaltung bot er den Jugendlichen die Gelegenheit, mehr über den Weg in die Selbstständigkeit und die damit verbundene Verantwortung zu erfahren.
In einer ersten Runde stellten sich die Redner vor. Alle hatten unterschiedliche Geschichten und Erfahrungen im Gepäck, die den Schülern einen tiefen Einblick in die Welt des Unternehmertums ermöglichten.
Nathalie Wio, Inhaberin von Cadino, Einzelhandelsladen für Geschenkartikel, berichtete von den Herausforderungen, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, wobei sie den Vorteil der Selbstständigkeit betonte: „Als Unternehmerin kann ich meine Arbeitszeiten flexibel gestalten und somit Familie und Beruf besser unter einen Hut bekommen“, erklärte sie. Ihr breites Fachwissen in den Bereichen Weinkunde und Aromatherapie, beeindruckte das Publikum besonders.
Morgane Langer und Julia Lemaire von der Praxis Move schätzen an ihrer selbständigen Tätigkeit besonders die Möglichkeit, sich ihre Arbeitskollegen selbst auszusuchen. Sie hoben hervor, dass die enge Zusammenarbeit als Freundinnen einen positiven Aspekt in ihren Berufsalltag bringe und das Arbeitsklima besonders angenehm gestalte. Außerdem erklärten sie den Schülern, ihre Tätigkeit erfordere nicht nur physiotherapeutisches Wissen, sondern auch organisatorisches und administratives Talent.
Der Bäckermeister Thomas Mertens erzählte von seinen Erfahrungen bei den „Handwerks-Weltmeisterschaften“. Obwohl der Beruf mit Druck verbunden sei, genieße er es, die Bäckerei Mertens mit neuen Ideen und Rezepten zu führen.Besonders hervor hob er, dass er sich immer mittwochs freinehmen könne, um mit seiner Familie Zeit zu verbringen – ein Luxus, den die Selbstständigkeit ihm ermögliche.
Sascha Rohs von der Montenauer Schinkenräucherei berichtete, dass er das Unternehmen seines Vaters übernommen habe und nun stolz darauf sei, es weiterzuführen. „Die Verantwortung zu tragen ist manchmal eine Herausforderung, aber es ist auch sehr erfüllend“, sagte er. Dies verdeutlichte er anhand eines Videos, das den gesamten Prozess der Schinkenherstellung und Qualitätssicherung bis hin zum Verkauf zeigte. Diese Darstellung machte den Schülern deutlich, wie viel Handwerkskunst und Sorgfalt in einem erfolgreichen Unternehmen stecken.
Gregory Toussaint, der sich mit der Brauerei BrewTous’ nebenberuflich selbstständig gemacht hat, erklärte, wie diese Herangehensweise es ihm ermöglicht, finanzielles Risiko zu minimieren und trotzdem seine Leidenschaft zu verwirklichen. Zudem erzählte er von den zahlreichen Auszeichnungen, die er bereits für seine Arbeit erhalten hat.
Nach den Vorträgen hatten die jungen Zuhörer die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen. Eine Schülerin wagte die spannende Frage, wo sich die Unternehmer heute sehen würden, wenn sie nicht den Weg der Selbstständigkeit eingeschlagen hätten. Die Antworten darauf waren ebenso ehrlich wie inspirierend und regten die Jugendlichen zum Nachdenken über ihre eigenen Möglichkeiten an.
Begleitet wurde die Veranstaltung von Stefanie Sonnet, Unternehmensberaterin der WFG, die spezifische Fragen zur Gründung und Selbstständigkeit beantwortete und erklärte, welche ersten Schritte für eine erfolgreiche Gründung notwendig sind.
Die Eindrücke und Anregungen, die die Schüler mitnahmen, werden nachwirken. Viele gingen mit dem Gedanken nach Hause, eines Tages vielleicht selbst „ihr eigener Boss“ zu werden. (red/ab)
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