Amsterdam: Unruhen rund um Fußballspiel Tel Aviv gegen Ajax

<p>Demonstranten bei einer pro-palästinensischen Demonstration während des Spiels Ajax - Maccabi Tel-Aviv am Anton de Komplein.</p>
Demonstranten bei einer pro-palästinensischen Demonstration während des Spiels Ajax - Maccabi Tel-Aviv am Anton de Komplein. | Foto: Jeroen Jumelet/ANP/dpa

Im Anschluss an das Fußballspiel des niederländischen Erstligisten Ajax Amsterdam in der Europa League gegen Maccabi Tel Aviv ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen von propalästinensischen Demonstranten und israelischen Fans gekommen. Nach Angaben der Polizei gab es an mehreren Orten im Zentrum der niederländischen Hauptstadt Unruhen - wobei nicht näher erläutert wurde, von welcher Seite die Gewalt ausging. Insgesamt seien am Donnerstagabend 57 Menschen vorläufig festgenommen worden. Ob es dabei auch um Fußballfans ging, sagte die Polizei zunächst nicht. Ajax hatte das Spiel mit 5:0 gewonnen. Nach Informationen des Amsterdamer TV-Senders AT5 bewarfen Demonstranten Maccabi-Fans mit Stühlen. Die mobilen Einsatzkräfte der Polizei hätten die Israelis abgeschirmt und in ihre Hotels begleitet.

Am Nachmittag hatte es im Zentrum der Stadt auch Zusammenstöße von israelischen Fußballfans und Sicherheitskräften gegeben. Dabei wurden nach Polizeiangaben etwa zehn Personen festgenommen wegen Störung der öffentlichen Ordnung und des verbotenen Besitzes von Feuerwerkskörpern. Bereits vor dem Spiel hatte es auch nahe dem Stadion im Südosten der Stadt vereinzelt Auseinandersetzungen gegeben. Etwa 200 Demonstranten versuchten nach Angaben der Polizei, zu der Spielstätte zu gelangen. Zuvor hatte die Stadtverwaltung eine Demonstration direkt vor der Johan-Cruijff-Arena verboten und einen anderen Ort in der Nähe für die Kundgebung bestimmt. Die mobilen Einsatzkräfte hielten die Demonstranten nach Angaben der Polizei aber vom Stadion fern.

<p>Wenige Minuten vor Beginn des Spiels im Parc des Princes hatten PSG-Fans das Banner mit der Aufschrift „Free Palestine“ sowie dem Slogan „Krieg auf dem Spielfeld, aber Frieden in der Welt“ ausgerollt.</p>
Wenige Minuten vor Beginn des Spiels im Parc des Princes hatten PSG-Fans das Banner mit der Aufschrift „Free Palestine“ sowie dem Slogan „Krieg auf dem Spielfeld, aber Frieden in der Welt“ ausgerollt. | Foto: Photo News

Ein riesiges Pro-Palästina-Banner, das beim Champions League-Spiel von Atlético Madrid gegen Paris Saint-Germain am Mittwochabend in Paris ausgerollt worden ist, hatte zuvor in Frankreich für Empörung gesorgt. „Ich werde von Paris-Saint-Germain Erklärungen verlangen, das ist inakzeptabel“, sagte Frankreichs Innenminister Bruno Retailleau dem Sender Sud Radio. „Die Fußballregeln, die UEFA-Regeln, verbieten politische Botschaften.“ Wenige Minuten vor Beginn des Spiels im Parc des Princes hatten PSG-Fans das Banner mit der Aufschrift „Free Palestine“ sowie dem Slogan „Krieg auf dem Spielfeld, aber Frieden in der Welt“ ausgerollt. Das Banner zeigte außerdem einen Kämpfer, möglicherweise von der Hamas, sowie ein Kind, das in eine libanesische Flagge gewickelt war. Er wolle mit PSG über den Vorfall reden, sagte der Minister. „Entweder sind sie in der Lage, diese Art von Dingen zu verbieten, oder es wird ein Verbot der Transparente geben. Und, wenn es sein muss, wird es Sanktionen geben.“

Wie PSG der Zeitung „Le Parisien“ sagte, habe der Verein „keine Kenntnis von dem Vorhaben, eine solche Botschaft zu präsentieren“ gehabt. „Paris Saint-Germain erinnert daran, dass der Parc des Princes ein Ort der Gemeinschaft um eine gemeinsame Leidenschaft für den Fußball ist - und bleiben muss - und lehnt jede Botschaft mit politischem Charakter in seinem Stadion entschieden ab.“ (dpa/sc)

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