Fisch-Skulpturen „schwimmen“ durch den Alten Schlachthof

<p>Ein Mondfisch-Skulptur von Joost Meyer</p>
Ein Mondfisch-Skulptur von Joost Meyer | Foto: Gerd Plitzner

„Einfach nur Fische“, bezeichnet er seine Skulpturen. Keine Botschaft. Doch ist es wirklich so? Der Mensch sucht immer einen Grund, geht selbst bis auf den Meeresgrund, um Antworten zu finden… Die mit der Musik von DJ Nick Schumacher untermalte Vernissage findet am 15. November um 19 Uhr im Alten Schlachthof statt. Der Eintritt ist frei.

Der aus Münster stammende Künstler Joost Meyer spezialisierte sich bei Prof. Lutz Brockhaus in Aachen auf Bildhauerei. Verschiedene Aufenthalte – unter anderem in Sardinien, Kroatien und Simbabwe – bestärkten seinen Wunsch, Bildhauer zu werden.

In „Manchmal eintauchen“ verleiht Joost Meyer seinen Fischskulpturen etwas Königliches, lässt sie in Gold und Silber glänzen, zeigt ihre elegante Fortbewegung als Standbild. Der Fisch ist ein Schweiger, ein stummer Betrachter, ein Zeuge von Millionen Jahren. Er spricht auch von Bescheidenheit oder spiegelt die Überheblichkeit von Spöttern, zauberhaften wie beängstigenden Wesen, die hier zuhause sind und sich völlig souverän bewegen.

Dem Hai, Räuber der Meere, schenkt er eine Haut aus jenem Material, das ihm außerhalb der Kunst sein Leben kostet, erklärt Robert Sukrow, Ludwig Forum für Internationale Kunst 2021.

„Ohne den Menschen gäbe es keinen Plastik. Aber auch keine Kunst. Kunst zeigt, und sie schweigt nicht. Und Meyers Kunst zeigt auf uns. Denn der Mensch ist der eigentliche Räuber, er stiehlt und frisst sich durch die Geschichte der Menschheit bis es keine Erinnerung mehr gibt, an sie, an die Tierwelt, an alles. Die Formen von Meyers Haien erzählen von der Vergänglichkeit, von dem langsamen Auflösen, vom Verschwinden mit der Zeit, er macht aus ihnen Geister, Lichtwesen, die schwimmen und schweben zugleich. Ob sie sich uns nähern oder sich von uns entfernen, hängt davon ab, woran wir mehr glauben“. (red/mcfly)

Die Ausstellung ist samstags und sonntags, von 14 bis 18 Uhr, zugänglich.

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