Dieses Projekt solle die Position des Zentrums bei künftigen europäischen Weltraummissionen stärken, kündigte Letzterer an.
Das Centre spatial de Liège wird an dieser Stelle nämlich zwei Gebäude auf beiden Seiten seiner derzeitigen Einrichtungen errichten, für eine Investition von fast 26,7 Millionen Euro. Die Arbeiten werden von der Wallonie und dem föderalen Dienst für die Wissenschaftspolitik (Belspo) unterstützt.
Eine neue Halle mit einer Fläche von 580 Quadratmetern und einer Höhe von zwölf Metern ist für die Lagerung von Ausrüstung und Containern der Kunden des CSL während der Testkampagnen vorgesehen.
Das andere Gebäude wird einen Reinraum mit einem Vakuumtank von sieben Metern Durchmesser beherbergen, der eine optische Bank von zwölf Metern Länge umfasst und auf einer seismischen Platte steht. Dieser Raum mit dem Namen FOCAL-7 wird zur optischen Kalibrierung von Weltrauminstrumenten in einer thermischen Umgebung dienen, die sich dem absoluten Nullpunkt nähert. „Dieser Behälter wird einer der größten der Welt sein, in dem Satelliten unter realen Bedingungen getestet werden können“, sagte der Direktor des CSL, Serge Habraken. Ein neues Labor namens Cristal wird ebenfalls in den neuen Einrichtungen Platz finden, mit einem Vakuumtank von drei Metern Durchmesser für weitere Entwicklungen. Der Prototyp E-TEST, der Ende 2023 im CSL getestet werden soll, ist Teil des Einstein-Projekts, eines unterirdischen Teleskops, mit dem Gravitationswellen gemessen werden sollen.
Die neue Infrastruktur (1.580 Quadratmeter), die die Reinraum- und Lagerflächen des Raumfahrtzentrums verdoppeln wird, soll 2026 in Betrieb genommen werden. Sie werden es dem Lütticher Zentrum ermöglichen, sich als Referenzpartner für Optik und Kältekontrolle für künftige Missionen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zu positionieren.
„Diese Baustelle ist eine notwendige Investition, damit das CSL ein Referenzzentrum bleibt. Der Raumfahrtsektor entwickelt sich mit der Konkurrenz aus dem Privatsektor schnell weiter und wird aus wirtschaftlicher Sicht wettbewerbsfähiger und anspruchsvoller“, kommentierte die Rektorin der Universität Lüttich, Anne-Sophie Nyssen.
„Der Rohstoff unserer Region sind in der Tat unsere grauen Zellen. Wir werden unsere ganze Energie dafür einsetzen, dass das Einstein-Teleskop auf unserem Gebiet realisiert werden kann. Dieser Ausbau ist weit mehr als ein Infrastrukturprojekt, er ist ein Symbol für unsere Region“, freute sich Adrien Dolimont. „Die Raumfahrt ist für unsere Wirtschaft von großer Bedeutung, da sie zahlreiche Arbeitsplätze schafft: 2.000 direkt Beschäftigte und einen Jahresumsatz von 350 Millionen Euro. Wir wollen die Unterstützung und Entwicklung des Sektors verbessern“, fügte Pierre-Yves Jeholet hinzu. (belga/arco)

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