[Video] WM-Titel rückt näher: Neuville beendet Freitag als Führender

<p>Thierry Neuville (Hyundai) hat bislang bei der Rallye Zentraleuropa mit einer starken Fahrleistung überzeugt.</p>
Thierry Neuville (Hyundai) hat bislang bei der Rallye Zentraleuropa mit einer starken Fahrleistung überzeugt. | Fotos: Herbert Simon

Am Eingang des Pressezentrums der CER im Kursaal in Bad Griesbach begrüßt Thierry Neuville als große Pappfigur die Besucher. „Die Rallye kommt nach Bayern. Ich freu mich auf Euch“, steht da in großen Lettern geschrieben.

Die erste volle Tagesetappe des zwölften von 13 WM-Läufen in der Dreiländer-Grenzregion Deutschland-Österreich-Tschechien spielte sich aber am Freitag noch nicht in Bayern ab. Dorthin kommt die WM-Rallye am Samstag und Sonntag – ebenso nach Niederösterreich. Der Rallyetross war weiterhin im benachbarten Tschechien unterwegs. Dort wurden insgesamt sechs Wertungsprüfungen (WP) ausgetragen, aufgeteilt in zwei Schleifen.

Der St.Vither Thierry Neuville hatte seine Fans am Donnerstagabend etwas aufgeschreckt, als er meinte: „Der Aerodynamikschaden, den ich mir auf der Show-WP durch einen blöden Fehler eingefangen habe, wird mich wohl den ganzen Freitag beeinträchtigen.“ In der Tat waren beim sogenannten Remote-Service am ersten und zweiten Tag keine Karosseriereparaturen möglich.

Foto: Photo News

Der lädierte Kotflügel hinderte den Hyundai-Pilot aber nicht daran, am Freitagmorgen die Führung im Gesamtstand zu übernehmen und Ségastien Ogier von Platz eins zu verdrängen. Auf der ersten Schleife fuhren Sébastien Ogier (Toyota), Elfyn Evans (Toyota), Ott Tänak (Hyundai) und Takamoto Katsuta (Toyota) die WP-Bestzeiten. Neuville glänzte durch Beständigkeit, war dreimal Zweitbester und setzte sich nach der WP5 an die Spitze. Es herrschten mitunter schwierige Herbstbedingungen auf den stellenweise buckligen und nassen Straßen in Tschechien. „Es war ziemlich rutschig. Ich hatte mit Untersteuern zu kämpfen. Der Grip ändert mit jeder Kurve“, so der Ostbelgier in einer Zwischenbilanz: „Ich habe versucht zu attackieren, ohne allzu große Risiken einzugehen.“

Zwischenstand nach der ersten Runde

1. Neuville,

2. Ogier (+3,3),

3. Tänak (+6,3),

4. Evans (+7,1),

5. Katsuta (+18,7).

Die anderen Protagonisten folgten bereits abgeschlagen.

Andreas Mikkelsen (Hyundai) schied in WP 5 unfallbedingt aus. Probleme hatten auch die Ford-Piloten Adrien Fourmaux und der Vervierser Grégoire Munster. Beide kamen mit der Straßenlage ihres Puma überhaupt nicht zurecht. „Wir müssen das Heck optimieren”, meinte Grégoire Munster, der ferner einen Ausfall des Hybrid-Systems beklagte. In seinem ersten kompletten WRC-Jahr in der Königsklasse R1 läuft es für ihn noch nicht so, wie geplant. „Es hat 2024 Höhen und Tiefen gegeben“, räumt Munster, der unter luxemburgischer Flagge fährt, ein. Er hofft, dass es in der kommenden Saison bei M-Sport weitergeht: „Wir stehen in Verhandlungen.“ Sein Mäzen Jourdan Serderidis, der selbst die CER in einem Puma R1 fährt, bleibt zuversichtlich: „Ich habe mit M-Sport-Chef Malcolm Wilson gesprochen. Er will Grégoire behalten. Doch das Budget muss stimmen.“

<p>Der Vervierser Grégoire Munster (Ford) hat viele Probleme.</p>
Der Vervierser Grégoire Munster (Ford) hat viele Probleme.

In WP7 zum Auftakt der zweiten Runde fuhr Thierry Neuville die erste Bestzeit des Tages, so dass sich sein Vorsprung vergrößerte. Den Schlusspunkt am Freitagabend setzte Ogier mit einer weiteren Bestzeit, doch Neuville verteidigte souverän die Spitzenposition. „Ich bin froh, dass wir die CER anführen. Es war ein guter Tag. Wir sind auf Nummer sicher gefahren“, bilanzierte der leicht erkältete Spitzenreiter vor der Einfahrt in den Service-Park in Bad Griesbach/Karpfham, wo dieAutos für Samstag aufgepeppelt wurden: „Wir sind froh, dass wir die schwierigsten WP des Wochenendes gut überstanden haben. Es war nicht unser Anliegen, an die Spitze vorzustoßen. Aber der Rhythmus hat es so gebracht.Jetzt gilt es, weiterhin konzentriert zu bleiben, den Samstag bestmöglich vorzubereiten und die richtige Abstimmung zu finden. Denn auf den vorderen Plätzen geht es sehr eng zu.“

Zwischenstand am Freitagabend

1. Neuville,

2. Ogier (+6,4),

3. Tänak (+7,8),

4. Evans (+15,1),

5. Katsuta (+38,6),

6. Pajari (11:28,2),

7. Fourmaux (+1:33,4),

8. Munster (+2:27,4)

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