Zugegeben, die Provinzwahlen sind nicht immer einfach zu interpretieren und die Verteilung der Mandate über die verschiedenen Distrikte scheint kompliziert. Aber Alfred Ossemann liegt falsch, wenn er den Listenverbindungen die Schuld gibt, dass er sein Mandat verloren hat. Die PS/SP hat im Arrondissement Verviers einen ihrer 3 Sitze verloren und in keinem der 3 Distrikte (Verviers, Dison und Eupen) mehr ein Direktmandat errungen (im Gegensatz zu PSC/Engagés und MR/PFF, die in jedem Distrikt mindestens ein Direktmandat errangen). Bei der weiteren Sitzverteilung kamen für die PS zuerst Verviers und dann Dison am Zuge, weil sie dort viel mehr Stimmen und auch eine leicht bessere ‘Lokalfraktion‘ erreichten.
Sowieso hat die SP noch nie im Distrikt Eupen ein Direktmandat errungen und ist der Herr Ossemann die vorigen Wahlen auch nur Provinzabgeordneter geworden Dank der von ihm verschrienen Listenverbindung (bei ihm mit der PS im Arrondissement Verviers).
Ostbelgien wird bei der Provinzwahl deutlich bevorzugt: 4 Mandate, wobei der 50% größere Distrikt Dison auch nur 4 Mandate hat und der doppelt so große Distrikt Verviers nur 6 Mandate hat.
Dadurch liegen die ‘Lokalfraktionen‘ in Eupen höher und hätte Alfred Osseman bei etwa 150 zusätzlichen Stimmen einen Sitz in Ostbelgien erreicht. Und dies dann einerseits zu Lasten der PS Im Distrikt Dison, die dann trotz etwa 2.300 Stimmen mehr dort keinen Sitz erhalten hätte. Und die PFF hätte dann keinen 2. Sitz in Ostbelgien (den sie deutlich nur dem Apparentement verdankt, da es der letzte zu vergebende Sitz war und nur noch ein Sitz in Eupen übrigblieb) und hätte einen zusätzlichen Sitz in Dison erhalten.
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