Vollmundige Versprechen

Ach, das Gedächtnis der Menschen ist kurz und einige unserer städtischen Vertreter bauen darauf, wenn sie sich bei Wahlen erneut dem Votum der Bürger stellen. So wie unser Schöffe Michael Scholl. Rührig ist er ja, auf jedem Fest und bei jeder Veranstaltung ist er dabei. Er zeigt sich. So weit, so gut. Aber was ist aus seinen vollmundigen Ankündigungen und Versprechen denn in der Praxis geworden?

Nehmen wir zum Beispiel sein schon vor 12 Jahren angekündigtes Projekt, Eupens öffentliche Parkplätze in Ordnung zu bringen. Ja, wenn mich nicht alles täuscht, konnte er mit diesem Plan dann auch wieder vor sechs Jahren im Wahlkampf punkten. Gut, der Werthplatz, der viel mehr verdient hätte und viel mehr könnte, ist kürzlich geteert worden und dient als Parkplatz. Aber wie sehen die anderen Parkplätze aus? Vernachlässigt ist ein noch zu schwacher Begriff. In Ordnung gebracht? Da lachen ja die Hühner.

Die Benutzer dieser Parkplätze und der mit Baustellen und Ampeln gespickten Straßen haben jedenfalls nicht viel zu lachen. Was soll’s? Sie erleiden dasselbe Schicksal wie die (potenziellen) Benutzer des Wetzlarbades. Die lachen schon lange nicht mehr. Präsenz zeigen allein ist nicht genug. Aber für viel mehr hat es scheinbar nicht gereicht. Nicht nur die Ankündigungen dieses Schöffen blieben ohne Verwirklichung. Der von den damaligen Oppositionsparteien Ecolo und SP vehement geforderte City-Bus fährt immer noch nicht.

Und zur Erinnerung: im GrenzEcho vom 14. September 2012 erklärte Frau Claudia Niessen wörtlich: „Im Kulturbereich ist das Capitol einer unserer Schwerpunkte...“ Heute kann jeder Eupener besichtigen, was daraus geworden ist. PS: und eine auf Straßen gezogene weiße Linie ist noch lange kein sicherer Fahrradweg. Mit freundlichen Grüßen.

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