Parlament diskutiert Möglichkeiten der Wirtschaftsförderung

<p>Schriftzug der Wirtschafts- und Regionalförderung Ostbelgien</p>
Schriftzug der Wirtschafts- und Regionalförderung Ostbelgien | Foto: David Hagemann

Zu Beginn stellte Jadin die Bedeutung der WFG für die regionale Wirtschaftsförderung heraus: „Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgiens VoG ist die zentrale Anlaufstelle für Unternehmen und Start-ups in unserer Gemeinschaft. Es wäre jedoch interessant, mögliche Ansätze zu diskutieren, die über die Gründungsberatung hinausgehen und auch langfristig zur Unternehmenssicherung beitragen“. Diesbezüglich wollte sie wissen, wie der Ministerpräsident die Entwicklung neuer Unternehmensgründungen in der DG bewerte, welche zusätzlichen Maßnahmen die Regierung in Erwägung ziehe, jungen Unternehmen zur Seite zu stehen und wie die Förderung für Unternehmer und Gründer weiter ausgebaut werden könne.

Oliver Paasch ging in seiner Antwort auf die strukturellen Herausforderungen ein, denen sich die Region stellen müsse: „Die Anzahl der Unternehmensgründungen stagniert derzeit, was auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist“, erklärte er. Besonders der ländliche Raum und die demografische Entwicklung erschwerten das Wachstum. „Es fehlt unserer Region an wichtigen Impulsgebern wie Universitäten und Technologiezentren, die oft als Brutstätten für Gründungen und Start-ups dienen“, so Paasch. Auch die Abwanderung gut ausgebildeter Fachkräfte in wirtschaftlich attraktivere Zentren wie Luxemburg wirke sich negativ auf die Gründungsbereitschaft aus.

Positiv hob der ProDG-Politiker die stabile KMU-Landschaft in Ostbelgien hervor. „Diese kann Zuversicht für Neugründungen schaffen, da sie erfolgreiche Geschäftsmodelle und wirtschaftliche Stabilität vorlebt.“ Gleichzeitig sehe die Regierung Handlungsbedarf: „Wir wollen gezielt Programme zur Beratung und Unternehmenssicherung fördern, um den Alltag von Unternehmern zu erleichtern. Außerdem ist der Abbau der Bürokratie eine zentrale Herausforderung auf allen Entscheidungsebenen.“

In Bezug auf die Verbesserung der Förderung von Unternehmern nannte Paasch weitere Ansätze: „Die Entwicklung neuer Dienstleistungen wie Steuer- und Rechtsberatung könnte Gründerinnen und Gründer im Alltag entlasten. Zusätzlich könnten Förderinstrumente, die auf ökologische Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung abzielen, den langfristigen Erfolg sichern.“

Auch das europäische Bezahlsystem WERO, das bis Ende des Jahres in Belgien ausgerollt werden soll, wurde von Evelyn Jadin im PDG thematisiert. Von der Regierung wollte sie wissen, wie sie die Einführung des Systems in der DG bewerte und welche Maßnahmen geplant seien, um insbesondere die ältere Bevölkerung nicht abzuhängen. Paasch räumte ein, dass die DG nicht in die Einführung von WERO einbezogen sei. Das System, das von der European Payments Initiative (EPI) entwickelt wurde, soll eine Alternative zu VISA und Mastercard bieten und ermöglicht Überweisungen in Echtzeit per Mobiltelefonnummer oder QR-Code. „Es wäre sicherlich im Interesse der Banken, spezielle Schulungen anzubieten, um besonders ältere Menschen mit dem System vertraut zu machen“, regte Paasch an.

In der anschließenden Diskussion machte sich Michael Balter (Vivant) stark für den Erhalt von Bargeld: „Digitale Zahlungen sollten gefördert werden, aber das Analoge muss bewahrt werden“.

Auch Fabienne Colling (Ecolo) und Kirsten Neycken-Bartholemy (SP) äußerten sich zu den Herausforderungen, die digitale Bezahlsysteme darstellen und forderten dazu auf, die technikferneren Bevölkerungsgruppen nicht aus den Augen zu verlieren. (kupo)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment