Das hat das belgische Zentrum für Cybersicherheit Belgien (CCB) bestätigt. Hinter dem Angriff steht weiterhin das prorussische Hacker-Kollektiv „NoName057“.
Dieses veröffentlichte am Mittwoch gegen 8.40 Uhr auf seinem Telegram-Account eine Liste der anvisierten belgischen Städte und Gemeinde. Betroffen sind neben den genannten ostbelgischen Kommunen auch die Gemeinden Enghien, Comines-Warneton, Mouscron, Flobecq und Colfontaine.
Der Generaldirektor der Gemeinde Amel, Jochen Lentz, bestätigte auf Nachfrage: „Wir sind am heutigen Morgen von der Cybersicherheitsbehörde in Brüssel informiert worden, dass unsere Webseite massiv angegriffen wird.“ Dabei wird das System DDOs mit Datenanfragen überflutet, bis es irgendwann in die Knie geht. „Wir haben den Server heruntergefahren und die Webseite der Gemeinde ist nicht erreichbar. Eigentlich sollte das System wieder laufen“, hieß es kurz vor Mittag. Dem war aber noch nicht. „Wir warten die weitere Entwicklung ab. Daten sind auf jeden Fall nicht abgegriffen worden. Der alltägliche Betrieb läuft ganz normal ab.“
Abgesehen von ukrainischen Staatsbürgern, die die Gemeinde Amel aufgenommen hat, bestehen keine direkten Kontakte in die Ukraine, die auf ein Motiv für den Angriff hindeuten könnten.
Das ist in Malmedy anderes, wo man eine Partnerschaft mit der ukrainischen Stadt Scholkva eingegangen ist und Geräte dorthin geliefert hat, genauso wie in der Stadt Ostroh, wo Hilfspakete geliefert wurden. Die Seiten der beiden Gemeinden sind ebenfalls derzeit nicht erreichbar.
Dazu Generaldirektor Bernard Meys: „Auch unsere Webseite ist lahmgelegt worden. Wir sind um 8.50 Uhr von unserem Dienstleister IMIO informiert worden. Die einzige Auswirkung, die bei uns zu spüren war, war eine Lahmlegung des Arbeitsstempelsystems. Ansonsten hat der Eingriff keine Auswirkungen auf die tägliche Arbeit gehabt. Lediglich das System lief langsamer in den Morgenstunden, aber jetzt ist wieder alles normal, außer die Webseite, die nicht aufrufbar bleibt.“ Auch in Malmedy scheinen keine Daten abgegriffen worden zu sein. Ähnliche Angriffe waren bereits am Montag und Dienstag auf andere Websites von belgischen Städten, Häfen und Behörden durchgeführt worden. Diese wurden von der gleichen Hackergruppe für sich beansprucht. (belga/arco/chris)

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