Wiesenbach: Vernachlässigte einheimische Interessen

Ich bin in Wiesenbach aufgewachsen und habe als Kind viel Zeit im Schwimmbad und Camping verbracht, den meine Eltern teils betrieben. Obwohl ich seit einigen Jahren nicht mehr dort lebe, liegt mir die Entwicklung des Ortes sehr am Herzen. 2021 habe ich Interesse an der neuen Freizeitzone bekundet, da mir der Standort immer wichtig war. In einem Gespräch mit dem zuständigen Schöffen habe ich damals klar meine Bedenken geäußert, dass ein holländischer Investor – der ebenfalls Interesse bekundete – den Campingplatz und das Projekt nur als Geldanlage betrachten würde. Sollte das Projekt scheitern, würde er Wiesenbach schnell fallen lassen. Dies sei bei einheimischen Interessenten, die eine tiefere Verbindung zur Region haben, kaum zu erwarten. Einheimische hätten langfristig verantwortungsvoller agiert.

Leider wurde mir gesagt, dass der Holländer aufgrund seiner finanziellen Mittel eine sehr gute Verhandlungsbasis hätte – eine klare Benachteiligung für uns Einheimische. Besonders deutlich wurde dies im Bieterverfahren: Es gab drei Lose – eines für das Bauland, (an dem ich, wie viele andere Einheimische auch, interessiert war) eines für das Campingareal und ein zusammengelegtes für beide. Einheimische waren entweder am Bauland oder am Campingareal interessiert, aber nicht an beiden. Der Investor hingegen konnte sich das gesamte Gelände sichern, während die lokalen Interessenten leer ausgingen. Es bleibt das Gefühl, dass dem Investor der Weg geebnet wurde, während die Interessen der Einheimischen vernachlässigt wurden.

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