Die Improvisationstheatergruppe Grenzsprenger, die am Samstagabend im Jünglingshaus in Eupen ihre Premiere hatte, lieferten eine facettenreiche Performance ab. Schon in den ersten zehn Minuten wurde das Publikum aufgefordert, sich zwischen Tod und Liebe zu entscheiden. Die Zuschauer wählten spontan den Tod, wenige Minuten später lieferten die Schauspieler einen schrecklich schönen Bühnentod und wurde dafür vom Publikum gefeiert. Impro, was erst mal nach einem neuen Schmerzmittel klingt, funktioniert wie Medizin. Endorphine werden ausgeschüttet, wovon natürlich das Immunsystem profitiert.
Alle Schauspielerinnen, unter der Leitung von Kerstin Brenmöhl, zeigten eine durchgehend mitreißende Spielfreude. Überraschende Wendungen sorgten für ein kurzweiliges Vergnügen. Die Grenzsprengerinnen halten, was ihr Name verspricht. Sie sprengen mit Wortwitz, Schlagfertigkeit und Situationskomik, die Grenzen des Möglichen. Bei den Grenzsprengern entsteht die Handlung direkt auf der Bühne, ohne Drehbuch und vorgeschriebenen Text. Die Zuschauer werden aufgefordert den Ort, die Beziehungen und die Gefühle der Akteure zu bestimmen. Damit wissen weder die Schauspielerinnen noch das Publikum, wohin die Reise geht. Besondere Begeisterung löste eine Gebärdensprachendolmetscherin aus. Ihre Aufgabe war es, ein sogenanntes „Experteninterview“ pantomimisch zu übersetzten. Das finale Ende ist ein Spagat mit vollem Körpereinsatz, welches vom Publikum mit viel Gelächter belohnt wurde.
Das restlos begeisterte Publikum forderte eine Zugabe – und bekam sie auch.
(red/mcfly)

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