Gold im Zeitfahren und Straßenrennen bei denselben Olympischen Spielen? Remco Evenepoel war kürzlich der erste Fahrer, der dies erreichte. Das Double bei einer Weltmeisterschaft? Auch das hat noch niemand geschafft, Evenepoel holte das Regenbogentrikot im Straßenrennen 2022 und als erster Belgier im Zeitfahren 2023.
Nun macht er in Zürich einen weiteren ersten Schritt in Richtung (Rad)sport-Geschichte und krönt sich erneut zum Weltmeister im Zeitfahren: Am Sonntag ließ er mit einer starken Leistung unter anderem die beiden Italiener Filippo Ganna und Edoardo Affini hinter sich.
Am ersten Zwischenpunkt war WM-Titelverteidiger Evenepoel bereits sieben Sekunden schneller als Zeitfahr-Ass Filippo Ganna. Am zweiten Zwischenpunkt wuchs der Vorsprung von Evenepoel auf neun Sekunden an. Zehn Kilometer vor dem Ziel war der Belgier bereits 19 Sekunden „besser“ unterwegs und raste buchstäblich der Titelverteidigung entgegen. Und dennoch wurde es noch einmal spannend: Mit 6,43 Sekunden Vorsprung kamen Evenepoel und sein goldenes Rad schließlich über die Linie.
„Es ist verrückt. Ich bin rechtzeitig nach Olympia wieder in Form gekommen. Meine Kette war mir kurz vor dem Start heruntergefallen und ich hatte keine Wattwerte. Ich habe auf dem letzten Kilometer richtig gelitten“, sagte Evenepoel. Mit erhobenen Armen war er trotz des knappen Vorsprungs über die Ziellinie gefahren: „Bei einer WM ist es völlig egal, wie eng es am Ende ist. Es war das wohl schwerste Zeitfahren meiner Karriere.“
Das WM-Straßenrennen findet am nächsten Sonntag statt – Remco Evenepoel würde mit dem Double bei der WM in die Geschichte des Radsports eingehen. (mn)

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