Eine Entdeckungsreise: Eynatten hat seine mehr als 800-jährige Geschichte präsentiert

<p>Die Tage des offenen Denkmals zogen zahlreiche Besucher an.</p>
Die Tage des offenen Denkmals zogen zahlreiche Besucher an. | Foto: MDG/Verena Zimmermann

Am 7. und 8. September war es so weit. Rund 1.200 Besucher nutzten das sonnige Wochenende für einen Abstecher nach Eynatten. An 15 historischen Orten konnte Geschichte teils geführt und teils zum Selbsterkunden hautnah erlebt werden. Die Denkmaleigentümer von Haus Amstenrath, Haus Lamberts, Haus Smets und dem Vlattenhaus ließen es sich dabei nicht nehmen, ihre Gäste persönlich zu empfangen und durch ihre Häuser und Gärten zu führen. Dabei wurden nicht nur historische Fakten, sondern auch ganz private Geschichten und Anekdoten geteilt. Ein Erlebnis der besonderen Art. In dieser entspannten Atmosphäre gab es strahlende Gesichter von allen Seiten. Entsprechend groß war die Dankbarkeit der Besucher für die Aufgeschlossenheit der Eigentümer, die zwei Tage lang unermüdlich ihre Gäste empfangen haben. Allein in diesen vier Häusern wurden rund 2.400 Besuche gezählt.

Ähnlich viel Interesse gab es für die Dorfführungen durch Eynatten, die Führungen durch die Pfarrkirche, die geführten Fahrradtouren um Eynatten herum sowie die Führungen auf dem Gelände der Burg Raaff und auf dem Gelände der archäologischen Stätte im Freyenter Wald. Mit viel Kompetenz und für jedermann verständlich wurde Geschichte anschaulich vermittelt und Fragen beantwortet.

Foto: MDG/Verena Zimmermann

Enormen Anklang fanden auch die Erzählungen von Hans Keller über die Geschichte seines Familienanwesens, das über Jahrhunderte zum Ortsbild von Eynatten gehörte und an dessen Stelle aktuell ein neuer Wohnkomplex entsteht.

In mehreren Ausstellungen veranschaulichte das Dorfarchiv Eynatten mit Bildern, Grafiken und Exponaten die Dorf-, Kirchen- und Industriegeschichte Eynattens. Ein Kuriosum stellte daneben das privat geführt Gendarmeriemuseum dar.

Ein Genuss der anderen Art waren die Konzerte des Königlichen Mandolinenorchesters Eupen und des Solokünstlers Piet Hodiamont. In beiden Konzerten wurden die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise genommen, passend zum Ambiente der historischen Orte.

Foto: MDG/Verena Zimmermann

Bemerkenswert war auch die Ausstellung zeitgenössischer Kunst der drei lokalen Künstlerinnen Esther Margraf, Brigitte Schroeder und Ursula Förster. In der Scheune von Haus Amstenrath kamen die Werke der drei Künstlerinnen, so unterschiedlich sie auch sind, als Kombination besonders gut zur Geltung. Wer Lust auf noch mehr Kunst hatte, konnte das Atelier des Bildhauers Wolfgang Binding besuchen und in die besondere Atmosphäre seiner Künstlerwerkstatt eintauchen.

Nicht zuletzt waren die Tage des offenen Denkmals auch wieder ein besonderes Erlebnis für die Jüngsten. Karlotta war dabei eine stete Begleiterin. Das Stempelsuchspiel ist dabei fast schon ein Klassiker und viele Kinder haben sich nicht nur wegen der tollen Preise, sondern auch aus Neugierde getrieben, durch die Geschichte Eynattens führen lassen.

Foto: MDG/Verena Zimmermann

Daneben gab es im Haus Amstenrath spezielle Führungen für Kinder und an den verschiedenen historischen Orten Audio-Erklärungen in kindgerechter Sprache.

Nach so viel Kultur und Geschichte war dann auch mal Zeit für ein Päuschen. Im Hof von Haus Amstenrath, im Garten des Pfarrhauses und im Dorfhaus konnte man sich mit einem kühlen Getränk und Grillwurst oder bei Kaffee und Kuchen stärken und in geselliger Atmosphäre ein Pläuschen halten.

Wer dagegen noch weiter auf Entdeckungstour gehen wollte, konnte sich zum nahegelegenen Keramikmarkt in Raeren begeben oder die Museen in Kelmis, Eupen und St.Vith besuchen. Das Orgelkonzert im Kloster Heidberg bot dann auch einen gebührenden Abschluss für diese vielfältigen und abwechslungsreichen Tage des offenen Denkmals.

Eine Fortsetzung der Reihe Tage des offenen Denkmals ist gewiss. Wo immer es auch liegen mag, das Kulturerbe-Dorf 2025 wartet bereits ungeduldig auf seine Besucher. (red)

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