Schon bei der GrenzEcho-Wahldebatte in der vergangenen Woche ist Spitzenkandidatin Marita Eichten in Erscheinung getreten und hat neben den Bürgermeister-kandidaten der beiden anderen Listen ihr Programm und ihre Kandidatur erklärt.
Liste mit drei Kandidaten wurde ordnungsgemäß hinterlegt.
Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht eindeutig klar, ob die nötigen Unterschriften für die Gründung einer neuen Liste reichen und diese ordnungsgemäß hinterlegt werden würde. Dies ist mittlerweile geschehen und auch klar, wie viele Personen sich bei „Reden wir miteinander“ engagieren.
Neben der 54-jährigen Landwirtin und ausgebildeten Netzwerktechnikerin Marita Eichten aus Eimerscheid sind dies ihr Mann Ludwig Hacken, 58 Jahre, und „Landwirt mit Leib und Seele“ sowie die 53-jährige Sonja Hering aus Medendorf, die sich ehrenamtlich beim Roten Kreuz Bütgenbach engagiert und sich darüber hinaus mit ganzem Herzen für Tiere einsetzt. Grundlage des Wahlprogramms ist der Dialog: „Jeder politische Vertreter der Gemeinde sollte ein offenes Ohr für die Bevölkerung haben“, heißt es auf der Webseite der Liste. Das sei momentan nicht immer gegeben. Warum sind die Gemeindesteuern so hoch in Büllingen und welche Investitionen sind wirklich notwendig?, sind Fragen, die die Bewegung aufwirft. Ziel sei es, die Gemeinde „wieder attraktiv für junge Familien zu machen“ und kleine und mittlere Unternehmen durch die Schaffung von Arbeitsplätzen zu unterstützen. „Natürlich weiß ich, dass das politische Geschäft nicht einfach ist. Aber ich möchte andere Ideen in Büllingen einbringen. Die Realität der Menschen darf nicht außen vor bleiben. In den letzten Jahren gab es keine Vertreter, die aus der Landwirtschaft stammen“, sagt Marita Eichten und auch Ludwig Hacken fühlte die Landwirte „in den letzten Jahren nicht gut vertreten“.

Scharf kritisieren die beiden vor allem die Geländeverkäufe der aktuellen Ratsmehrheit, die den Durchschnittspreis in die Höhe getrieben hätten. Kontakt zum Menschen, Straße und Wege (Verkehrssicherheit), Schulpolitik, Erneuerbare Energien, Umwelt/Landwirtschaft, Gemeindeeigentum, Friedhöfe und Tourismus, die Haustierhaltung, Unternehmen in Büllingen und Forstwirtschaft sowie die Wasserversorgung und Abwasserklärung sind die Themen, derer sich die Kandidaten in ihrem Wahlprogramm annehmen. Dabei legen die Kandidaten von „Reden wir miteinander“ einige sehr konkrete Vorschläge auf den Tisch.
Überarbeitung von Hunde- und Müllsteuer und Friedhofsverordnung
Gemäß der Kritik am Verkauf des Gemeindeeigentums durch die aktuelle Mehrheit steht nun ausdrücklich im Programm, dass der Verkauf von Gemeindeeigentum künftig verhindert werden sollte. Im Visier hat die Liste auch eine Überarbeitung der Müllsteuer und die Optimierung der Entsorgung. Landwirte sollten ihren Plastikmüll wieder an bestimmten Sammelstellen abgeben dürfen. Auch eine Überarbeitung der aktuell „zu starren“ Friedhofsverordnung wird von den drei Kandidaten angedacht. Bei der Hundesteuer sollte nach Ansicht der Kandidaten „wieder Vernunft einkehren und die gestaffelte Hundesteuer überdacht werden.

Die aktuelle Formel „belastet auch die guten und vernünftigen Halter. In der Schulpolitik liegt der Schwerpunkt auf den Grundkompetenzen Rechnen, Lesen und Schreiben. Digitalisierung hingegen habe Grenzen: „Dies gilt besonders in den Volksschulen und muss kritisch hinterfragt werden“, heißt es wörtlich. Eltern sollen nicht gezwungen werden, digitale Kompetenzen zu erlernen.
Zum Thema Erneuerbare Energien beziehen Marita Eichten und ihre Mitstreiter ausführlich Stellung: „Wir sind nicht gegen erneuerbare Energien“, sagt die 54-Jährige. Doch müsse man die Sorgen der Menschen ernst nehmen und eine Risikoanalyse vornehmen. Über eine verbindliche Befragung müsse das Einverständnis der Bevölkerung eingeholt werden. Auch bei der Installation von Kleinwindanlagen bedürfe es klar definierter Regeln. Die Gemeinde könne durchaus in erneuerbare Energien investieren und bei sämtlichen Gebäuden überprüfen, wo Solaranlagen sinnvoll und Einsparungspotenzial möglich sei.

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