Damit sollte es potenziellen Kandidaten erleichtert werden, sich dem Verbund anzuschließen, ohne eine sozialistischen Hintergrund zu haben. „Wir bauen aber auf vertraute Werte wie Toleranz, Solidarität, Verantwortung, Zukunft, Entwicklung und Nachhaltigkeit“, so Spitzenkandidat Ersel Kaynak, der die Liste wieder anführt.
Um das Programm zu erstellen, haben die Verantwortlichen mit den Bürgern gesprochen und eine Umfrage gestartet. Unter dem Motto: „Wenn ich Bürgermeister von Malmedy wäre“ sollten die Einwohner der Stadtgemeinde ihre Ideen mitteilen. Aus den Rückmeldungen und den Gesprächen ist dann das Programm zusammengestellt worden. Es unterscheidet sich nicht allzu sehr von den anderen Parteien, die antreten, um die Stimmen der Malmedyer zu gewinnen.
Die Hauptthemen sind Lebensqualität, Sicherheit, lokale Wirtschaft, Mobilität, grüner, nachhaltiger Tourismus und soziale Verbindungen.
Unter das Thema Lebensqualität fällt die medizinische Versorgung, aber auch die Bildung mit der Renovierung der Schulen, wobei Bellevaux als Beispiel genannt wurde. Außerdem sollen die Infrastrukturen wie Seniorenheime und Jugendtreffs erhalten und verbessert werden.
Wohnraum für junge Familien spielt eine große Rolle.
Der Spitzenkandidat hofft, dass die stürmischen Zeiten im Seniorenheim Grand Fâ nun endlich vorbei sind. Wohnraum für junge Familien spielen weiterhin eine Rolle. Kritik übte Kaynak an der Entscheidung der neuen wallonischen Regierung, die sogenannten APE-Hilfen (Beihilfen zur Förderung von Arbeitsplätzen), einzufrieren. Vor allem die öffentlichen Einrichtungen profitierten von diesem System.
Die Themen Sicherheit, Mobilität und soziale Verbindungen stehen bei allen Parteien ganz oben auf der Liste. Die Liste „Progrès“ nuanciert aber beim Thema Sicherheit und legt den Fokus auf die Sicherheit im Stadtzentrum und im Straßenverkehr. Beim Thema Sicherheit im Stadtzentrum sollen Kameras, größere Polizeipräsenz und das Einsetzen von Streetworkern eine Rolle spielen. „Die Bürgermeister der sechs Gemeinden der Polizeizone Stavelot/Malmedy sind in jedem Jahr froh, wenn es heißt, dass die Gemeindedotation an die Polizei nicht erhöht wird. Man kann dies so sehen, man kann es aber auch andersherum betrachten und sagen, wenn die Dotation erhöht wird, kann man mehr Personal einstellen, das dann Präsenz in den Straßen zeigt“, sagt Ersel Kaynak. Im Straßenverkehr soll die Sicherheit in den Dörfern verbessert werden. Erste Projekte mit Schikanen an den Ortseingängen und in den Dörfern sind geplant.

Melanie Malzahn sprach das Thema lokale Wirtschaft an. Diese soll gestärkt werden, indem die bestehenden Geschäfte unterstützt, aber auch neue Unternehmer angelockt werden, ohne dabei den Charakter der Stadt zu verändern. Als Landwirtin ist sie in die lokale Marktwirtschaft eingebunden. Bürokratieabbau ist ihr besonders wichtig. Melanie Malzahn war schon in der letzten Legislaturperiode in Reihen der PS aktiv, konnte aber aus gesundheitlichen Gründen ihre Aufgaben im ersten Jahr nicht wahrnehmen und trat dann zurück. Sie begrüßt die Öffnung der Liste zu einer pluralistischen Bewegung.
Die sanfte Mobilität soll gefördert werden, dabei dürfe aber nicht an der Straßeninfrastruktur gespart werden. Ausreichender Parkraum soll die Mobilität der Einheimischen und der Touristen erleichtern. Dazu sollen mehr Entlastungsparkplätze in der Nähe zum Zentrum geschaffen werden. Malmedy soll grüner und nachhaltiger werden. Dazu sollen mehr Grünflächen und eine Verbesserung des Abfallmanagements geschaffen werden. Auch sollen Projekte zur Nachhaltigkeit gefördert werden. Ein nachhaltiger Tourismus bei Erhalt des Natur- und Kulturerbe der Gemeinde und eine Verbesserung des Angebots und der Attraktivität von Malmedy stehen ebenfalls im Programm.
Um die Dynamik von Malmedy zu erhalten und zu fördern sollen partizipative Projekte und die lokalen Vereinigungen unterstützt werden und damit soziale Verbindungen gestärkt und/oder geschaffen werden. Die Gemeindefinanzen müssen dabei weiterhin im Auge gehalten und eine gerechte und solidarische Steuerpolitik betrieben werden. Die Müllgebühr soll dem Verhalten der Bürger Rechnung tragen.
Um dieses Programm umzusetzen steigen elf Frauen und zwölf Männer ins Boot. Zwölf der 23 Kandidaten sind Neulinge. Der Altersdurch- schnitt liegt bei 49 Jahren. Als Ziel hat Ersel Kaynak einen weiteren Sitz ausgegeben. Alles, was darüber hinaus gehe, sei als Bonus zu betrachten. Koalitionsaussagen vermied Ersel Kaynak: „Wir sind nach allen Seiten offen.“ (chris)
PERSONALIE
Folgende Kandidaten treten für die Liste Progrès an:
1. Ersel Kaynak, 50 Jahre, Arimont, Abgeordneter in der Föderation Wallonie/Brüssel und Schöffe in Malmedy
2. Mélanie Malzahn, 48 Jahre, Ligneuville, Bio-Landwirtin
3. Grégory Schons, 35 Jahre, Malmedy, Parlamentsattaché
4. Catherine Vandemoortele, 50 Jahre, Malmedy, Leiterin der Palliativpflege
5. Thierry Philippin, 51 Jahre, Hédomont, Einkaufleiter
6. Françoise Bendels, Gonay, 60 Jahre, Malmedy, Logistikassistentin
7. Raphaël Bixhain, 41 Jahre, Malmedy, Beamter
8. Hatice Özdemir, 47 Jahre, Malmedy, Leiterin der Reinigungsabteilung im CHRAM
9. Bruno Nicolet, 50 Jahre, Malmedy, Techniker
10. Nadège Muylkens, 23 Jahre, Malmedy, Fotografin
11. Michel Ninin, 61 Jahre, Malmedy, pensionierter Armeeangehöriger
12. Fabienne Kohn, 53 Jahre, Ligneuville, ohne Beruf
13. Patrick Müller, 55 Jahre, Lamonriville, Arbeiter
14. Nadine Lubeta, 58 Jahre, Géromont, engagiert sich für Frauenrechte
15. Francis Lenoir, 66 Jahre, Malmedy, Lehrer im Ruhestand
16. Michèle Haot, 59 Jahre, Malmedy, Beamtin
17. Maxime Fontaine, 27 Jahre, Malmedy, Systeminformatiker
18. Brigitte Krings, 63 Jahre, Malmedy, Reinigungskraft
19. Benoît Bredo, 51 Jahre, Malmedy, Logistikmitarbeiter in der Finanzverwaltung
20. Michèle Schoumans, 64 Jahre, Beamtin der Hilfeleistungszone
21. François Tacquenier, 39 Jahre, Bévercé, Gewerkschaftler
22. Aline Mölter, 61 Jahre, Bévercé, Nachtschwester/ Gewerkschaftsdelegierte
23. André Marsden, 76 Jahre, Malmedy, pensionierter Direktor der AWE (chris)

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