CSP will in Eupen zurück in die Mehrheit

<p>Mit diesen Kandidaten möchte die CSP in Eupen raus aus der Opposition und zurück in die Mehrheit.</p>
Mit diesen Kandidaten möchte die CSP in Eupen raus aus der Opposition und zurück in die Mehrheit. | Foto: CSP

„Wir hatten an sich die Wahl schon vor sechs Jahren gewonnen, sind dann aber noch sechs Jahre in die Opposition gerutscht“, eröffnet der ehemalige Spitzenkandidat Joky Ortmann seine kurze Einleitungsrede. Mit dieser Aussage spielt der 69-Jährige auf den Ausgang der Gemeindewahlen 2018 an. Damals wurde die CSP mit neun von 25 möglichen Sitzen und 34,74 Prozent der Gesamtstimmen die stärkste Fraktion im Eupener Rathaus. Dennoch musste sie als einzige Partei auf der Oppositionsbank Platz nehmen.

Umso entschlossener zeigt sich das Team um den 43-jährigen Spitzenkandidaten Thomas Lennertz, dies nun zu ändern und das Zepter an der Weserstadt zu übernehmen. Dabei betont Ex-Spitzenkandidat Ortmann, dass die CSP in der Vergangenheit schon immer „hart in der Sache, aber fair zur Person“ gearbeitet habe und an diesem Grundsatz auch in Zukunft festgehalten werden soll. So sei bei der CSP kein Platz für Diffamierung und Hetze.

Spitzenkandidat Thomas Lennertz ist seit 2015 Stadtverordneter und seit einigen Jahren Fraktions- und Oppositionssprecher im Eupener Stadtrat. Lennertz ist seit seiner Geburt mit der Stadt verwurzelt und identifiziert sich sowohl als Unter- als auch als Oberstädter. Er ist sich sicher, dass es einen Richtungswechsel in der Politik braucht. „Wir erleben eine Politik, die dem Bürger von oben herab diktiert wird“, kritisiert der Bürgermeisterkandidat. Das findet im Übrigen auch der jüngste Kandidat auf der Liste, Laurent Mund. „Die Politik darf niemals über die Köpfe der Leute hinweg entscheiden“, ergänzt der 24-jährige Student, der sich auf dem 19. Listenplatz befindet. In der Tat will die CSP mit Bürgernähe punkten. „Es ist und war schon immer die Stärke der CSP, nah am Bürger zu sein“, stellte Spitzenkandidat Thomas Lennertz klar.

Die Sicherheit und Ordnung liegen Lennertz als Jurist und Kriminologe besonders am Herzen. Auch wenn das ein wichtiger Aspekt im Wahlprogramm der Partei ist, so steht noch einiges mehr auf dem Plan. Demnach handelt es sich bei Sicherheit und Sauberkeit der Stadt nur um einen von zwölf Schwerpunkten, auf denen das Wahlprogramm der Partei fußt.

Neben dem gerade angesprochenen Punkt stehen die Aufwertung der Innenstadt, die Stärkung des Vereinslebens, die Belebung der Kultur, die Jugendförderung, die Verbesserung der Mobilität und des Parkens, ein Marshallplan für die Unterstadt, Umwelt und Energie, Tourismus und Handel, Kommunikation und Mitsprache, Soziales, Wohnungsbau und Gesundheit und auch die Bildung und die Schulen auf der Prioritätenliste der Partei.

„Wir wollen, dass der Bürger sich in Zukunft nicht mehr über die Politik, die im Eupener Rathaus gemacht wird, ärgern muss“, sagt Thomas Lennertz.

Konkrete Pläne zu jedem der Schwerpunkte gebe es im Programm massenweise, so Lennertz. Das vollständige Wahlprogramm soll der Öffentlichkeit bald zugänglich gemacht werden. „Die beste Politik ist die, die Bürger eigentlich gar nicht bewusst wahrnehmen, sondern er sich irgendwann denkt; hier hat sich aber etwas zum Positiven verändert. Toll, weiter so“, ist sich der Anwärter auf das Amt des Bürgermeisters sicher.

Was die Kultur angeht, wurde laut Eastbelgica-Geschäftsführer Simen Van Meensel ein sehr ausführliches Programm erarbeitet. Das Programm reiche dabei von Infrastrukturplänen, über Initiativenförderung bis hin zur Sozialpolitik, erklärt der auf Listenplatz fünf stehende Van Meensel. Er will das akute Platzproblem der Vereinswelt in Angriff nehmen. „Die Harmonie Eupen, die aus allen Nähten platzt, mit über 60 Leuten, aber in einem Proberaum probt für maximal 40 Leute“, nennt der 27-Jährige als konkretes Beispiel. Außerdem fordern er und seine Parteikollegen, man sollte „Kultur, aber auch Sport mehr als Teil der Sozialpolitik sehen und bewerten. Vor allem Jugend- und Nachwuchsarbeit sind da super wichtig“.

Neben vielen altbekannten Gesichtern lassen sich auch viele neue Namen auf der Liste entdecken. Die erste neue Kandidatin findet man mit der 30-jährigen Kinesitherapeutin Fanny Michel schon auf Listenplatz vier. Einen Platz darüber, auf dem dritten Listenplatz, steht eine kommunalpolitisch erfahrene Kraft. Mit Fabrice Paulus schickt die CSP einen Steuerberater ins Rennen, der schon seit 14 Jahren Mitglied des Eupener Stadtrats ist. „Er wäre prädestiniert für den Posten des Eupener Finanzschöffen. Auf diesem Gebiet kann ihm im Stadtrat niemand das Wasser reichen“, erklärte Lennertz mit voller Überzeugung.

Listendrücker ist auch dieses Mal wieder der ehemalige Bürgermeister während zwei Legislaturperioden, Elmar Keutgen. Einen Platz davor als „erster Listendrücker“ ist Joky Ortmann zu finden. Dieser ist überzeugt davon, dass die Zukunft der Stadt Eupen maßgeblich an die Impulse der CSP gekoppelt sei. Der Wunsch danach, auch weiterhin stärkste Kraft in Eupen zu bleiben und sich von der harten Oppositionsbank zu lösen, ist bei den Christlich-Sozialen in Eupen allgegenwärtig.

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