Viele neue Köpfe für eine grüne Politik in Eupen: Ecolo stellt Liste vor

<p>27 „grüne“ Köpfe: Dieses Gruppenbild veröffentlichte die Lokalsektion Ecolo Eupen im Anschluss an die Pressekonferenz am Samstagmorgen.</p>
27 „grüne“ Köpfe: Dieses Gruppenbild veröffentlichte die Lokalsektion Ecolo Eupen im Anschluss an die Pressekonferenz am Samstagmorgen. | Foto: Ecolo Eupen

Zur Listenvorstellung im Ecolo-Büro war der Großteil der Kandidaten am Samstagmorgen stilecht gekommen: mit dem Fahrrad – eben ganz im Sinne der Umwelt. Nachdem die Drahtesel so vor den Räumlichkeiten geparkt waren, dass sie den Durchgangsverkehr der Klötzerbahn nicht behinderten, ging es ohne zu zögern ans Eingemachte. Das Spitzenduo um die amtierende Bürgermeisterin Claudia Niessen und Christophe Ponkalo, das bereits Anfang des Jahres offiziell mit ihrem „Green Team“ vorgestellt wurde, präsentierte vor den Augen der Presse die 27 Kandidaten seiner Ecolo-Liste.

„Jetzt, mehr denn je, braucht es Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die in der Lage sind, mit Weitblick zu planen und Projekte gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern umzusetzen“, erklärte Claudia Niessen zu Beginn der Listenvorstellung. Sie und ihre Mitstreiter hätten es geschafft, „sehr unterschiedliche Profile“ auf die Liste zu bekommen. Neben ein paar „alteingesessenen Ecolos“, wie dem pensionierten Psychologen Achim Nahl auf Platz acht oder der 64-jährigen Monika Dethier-Neumann, die auf Platz 25 steht, konnten Niessen und Co. auch viele neue Leute für die Lokalpolitik mobilisieren. Im Vergleich zu den Wahlen im Jahr 2018 betreten knapp zwei Drittel der Kandidaten „grünes“ Neuland.

<p>Nora Huszka</p>
Nora Huszka | Foto: David Hagemann

Eine davon ist Nora Huszka, die auf Rang fünf platziert wurde. Die Künstlerin arbeitet im Atelierhaus im Bergviertel und unterrichtet gleichzeitig als Förderpädagogin Moral. „Ich lege großen Wert auf Austausch, Vermittlung von Werten, Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft sowie integriere Kunstprojekte als Form des Selbstausdrucks“, erklärte die 35-Jährige. Sie ist überzeugt davon, dass Kunst und Kultur Motoren für Begegnung, Austausch sowie Inklusion sind und will sich für einen lebendigen Einzelhandel einsetzen.

<p>Thomas Schmitz</p>
Thomas Schmitz | Foto: David Hagemann

Auch Thomas Schmitz, der auf Listenplatz 16 kandidiert, ist ein neues Gesicht. „Als gelernter Koch und Mitarbeiter in der Vermarktung von Biolebensmitteln sind Nachhaltigkeit und Natur keine Fremdwörter für ihn“, stellte Christophe Ponkalo den 36-Jährigen einleitend vor. „Mein Eupen ist viel mehr als nur die Zentren von Kettenis, Ober- und Unterstadt. Eupens Reichtum liegt für mich in seiner unsagbar vielfältigen und grünen Umgebung. Mir ist wichtig, dieses gesunde Lebensumfeld zu erhalten und diese dort erfahrbare Ruhe und Gelassenheit auch ins Zentrum unserer Stadt zu transportieren“, so der zweifache Vater, der kein Mitglied der Partei ist – und damit steht er nicht alleine da. „Wir sind eine offene Bürgerliste“, unterstrich Claudia Niessen in ihrer Ansprache. „Seitdem ich in der Partei bin, haben wir immer wieder Leute auf der Liste gehabt, die kein Parteibuch hatten. Das ist bei uns mittlerweile so selbstverständlich, dass wir das nicht jedes Mal betonen müssen. Andere Parteien machen das gerade wohl.“

<p>Leila Nagil</p>
Leila Nagil | Foto: David Hagemann

Ebenfalls neu auf der Liste, und zwar auf Rang 15, ist Architekturstudentin Leila Nagil. „Bauen im Bestand und Ressourcen schonen – das sind die Herausforderungen der Zukunft, mit denen ich mich ganz konkret auseinandersetzen möchte, um frischen Wind in die Architekturbranche unserer Stadt zu bringen. Dabei finde ich das Projekt einer Umgestaltung des Werthplatzes und der umliegenden Häuser besonders spannend und möchte dieses auch in meine Masterarbeit einbauen“, erläuterte die 25-Jährige.

Tom Rosenstein feiert sein Comeback auf der Ecolo-Liste.

Eine kleine Überraschung ist die Kandidatur von Tom Rosenstein. Bei den letzten Wahlen vor sechs Jahren trat der heute 40-Jährige schlussendlich aus gesundheitlichen Gründen nicht an. Jetzt feiert er sein Comeback, wenn auch „nur“ als Listendrücker (Platz 26). Dass der Geschäftsführer vom Biomarkt Houtziplou Stimmen fangen kann, hat er 2012 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Damals zog er aus dem Stand 720 Vorzugsstimmen an Land und gehörte damit zu den Top fünf der beliebtesten Politiker in Eupen.

<p>Tom Rosenstein</p>
Tom Rosenstein | Foto: David Hagemann

Auf der Liste haben auch die fünf „Green Team“-Mitglieder ihre Plätze eingenommen. Umwelt- und Schulschöffin Catherine Brüll kandidiert auf Rang drei, ÖSHZ-Präsidentin Martine Engels „grüßt“ von Platz 27 und die Mandatare Daniel Offermann und Anne-Marie Jouck rangieren auf Platz sechs bzw. sieben. Shqiprim Thaqi, den Ecolo bei Europawahlen im Juni als Spitzenkandidat aufgeboten hatte, geht auf Listenplatz vier ins Rennen.

Die Ecolo-Kandidaten auf einen Blick

Platz eins: Claudia Niessen (45)

2. Christophe Ponkalo (48)

3. Catherine Brüll (41)

4. Shqiprim Thaqi (36)

5. Nora Huszka (35)

6. Daniel Offermann (42)

7. Anne-Marie Jouck (33)

8. Achim Nahl (66)

9. Clara Falkenberg (25)

10. Nihad Basic (30)

11. Semina Jandric (29)

12. Lars Brüll (47)

13. Véronique Wetzelaer (62)

14. Patrick Schumacher (39)

15. Leila Nagil (25)

16. Arnold François (63)

17. Esther Hardt (51)

18. Thomas Schmitz (36)

19. Suhaila Abdou Mouselli (43)

20. Christophe Kessel (35)

21. Claudia Bettendorff-Schmitz (58)

22. Nico Halmes (60)

23. Louisa Thielen (25)

24. Guido Kalf (70)

25. Monika Dethier-Neumann (64)

26. Tom Rosenstein (40)

27. Martine Engels (33)

Kommentare

  • Sehr geehrter Herr Piersoul,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Es gibt immer mal etwas Neues: Normalerweise müssen wir uns oft dafür rechtfertigen, dass Artikel nur kostenpflichtig zu lesen sind, jetzt sorgt ein kostenloser Artikel für Kritik.
    Interessant.
    Die Erklärung dafür ist aber einfach: Wir haben uns entschieden, die Artikel zu den anstehenden Kommunalwahlen, bei denen es um die Listenvorstellung geht und bei denen die KOMPLETTE Liste präsentiert wird, kostenlos ins Internet zu stellen. Sozusagen als Service für den Leser und Wähler.
    Ecolo genießt da keinen "Sonderstatus", denn bei der SPplus haben wir das auch so gemacht. Und wir werden versuchen, bei allen anderen Listenvorstellungen, bei denen die von mir beschriebenen Kriterien erfüllt sind, auch daran zu denken.

    Liebe Grüße,
    Christian Schmitz
    Chefredakteur

  • Sehr geehrte Herr C. Lübke

    Ich habe mich gefreut diesen Artikel "ganz und ohne Beschränkung" lesen zu können. Ende Ironie.
    Ich frage mich dann, mal wieder, wieso andere, für bestimmte Leute, wertvolle(ren) Artikel, nicht, ganz, lesbar sind???
    Ich verstehe schon das "kopierte" Artikel, "gratis"(aus der Dpa) angeboten werden "können" während die "selbst erforschte und erfasste Artikel aufwändiger sind und daher Geld kosten und folglich nicht gratis angeboten werden können.
    Das wurde schon mehrmals, öffentlich, Kommuniziert.
    Ist diesen Artikel dann nicht selbst erfasst worden sondern ebenfalls aus der Dpa kopiert oder vertue ich mich da???
    ...Oder genießen bestimmte Personen, in diesen Fall dann die Bürgermeisterin und Ihre Parteigenossen, ein Sonderstatus???
    Den Artikel über das Spiel Kelmis vs Raeren(nur 1 Bsp) hätte ich, wahrscheinlich auch noch andere Leute, gerne "ganz" gelesen.
    Mfg.

  • Die Zeit der ist abgelaufen, es lebe die zukunft

  • Vielleicht kann Herr Piersoul, anstatt sich darüber aufzuregen, dass das GE sachlich über eine politische Partei in Ostbelgien berichtet, wie es andere hiesige seriöse Medien auch tun, einen Blick in ein einschlägig berüchtigtes Dummschwätzer-Forum werfen, wo... überhaupt nicht davon berichtet wird (wer den Betreiber dieses Portals kennt, weiß, warum.).

    Wollen wir anhand von verlässlichen Quellen wissen, was tatsächlich los ist, oder sind wir zu sehr damit beschäftigt, uns aneinander aufzureiben und jeder noch so unbedeutenden Meinung das Gewicht von Wahrheit und Fakten zu geben?

  • Sehr geehrte Herr Christian Schmitz;

    Vielen Dank für ihre Antwort.
    MfG.
    Piersoul Rudi

  • Eine für den demokratischen Prozess lobenswerte Initiative des GE, die Listenvorstellungen auch Nicht-Abonnenten zugänglich zu machen!
    Denjenigen, die am liebsten alle Artikel “ömmesös” lesen würden sei empfohlen, sich doch einmal zu vergegenwärtigen, welchen redaktionellen Aufwand es bedarf, eine Tageszeitung zu füllen. Auch für ein Fußballspiel Kelmis-Raeren muss man übrigens Eintritt bezahlen…

    Der ECOLO-Mannschaft kann man nur - angesichts des Gegenwindes, den die Grünen in letzter Zeit erfahren haben - Mut und Ausdauer wünschen.
    Auch wenn die Spatzen es in Eupen von den Dächern pfeifen, dass die Mehrheitsparteien im PDG ohne das Wählervotum abzuwarten, auch im Eupener Rathaus eine ProDG-CSP-PFF Mehrheit planen (die nur schwer zu verhindern sein wird) sollte dies zusätzliche Motivation sein, den Trend umzukehren.

    An dieser Liste aus kompetenten und engagierten Menschen sollte es nicht scheitern.

    Allem Grünen-Bashing zum Trotz.

Kommentar verfassen

6 Comments