Reaktionäres Beleidigtsein gehört offensichtlich seit 2000 Jahren zur DNA der katholischen Kirche. Was bei der Diskussion jedoch auffällt ist, dass die empörten Reaktionen das gleiche Muster aufweisen, wie die Entrüstung von Muslimen, wenn Ihr Prophet dargestellt oder vermeintlich verunglimpft wird. Mit unterschiedlichen Folgen...
Bei Katholiken führt dies zu Schaum vor dem Mund (ehemals auf die Folterbänke der Inquisition), bei muslimischen Kollegen zu einer Fatwa (Salman Rushdie lässt grüßen), zu lebenslänglichem Polizeischutz (u.a. Hamed Abdel Samad) oder zu... Charlie Hebdo.
Wie wäre es, sich noch einmal mit der Frage zu beschäftigen, warum aufgeklärte Menschen einer verstaubten Religion, die sich von ihrer Lebensrealität immer weiter entfernt, den Rücken kehren und die „Gotteshäuser“ sich weiter leeren?
Wenn Glaubenshüter welcher Konfession auch immer mal wieder „Verunglimpfung und Verspottung“ wittern, nach Gründen suchen, beleidigt zu sein oder Messer, Säbel und Gewehre zu zücken, kann dieser Glaube weder wirklich... gesund noch gefestigt sein. Oder das Fundament der Religion, auf die sich dieser Glaube stützt ist derart bröselig, dass es bei der kleinsten Erschütterung einzustürzen droht.
Statt sich über Kunst oder Satire zu entrüsten und sich mal wieder in ihrer liebgewonnenen Opferrolle zu suhlen, wie wäre es damit, in Scham über u.a. ihre gewaltverherrlichenden und angeblich göttlich offenbarten Schriften zu versinken und die Opfer kirchlicher Repression zu beweinen?
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