Vernünftig über Kunst streiten

Bevor ich mich aus der Diskussion verabschiede: Wie soll denn ein Museum entscheiden, was den Machern der Zeremonie als Vorlage für eine Szene diente?

Davon abgesehen, hat sich die Museumsleitung ganz anders geäußert, als Sie es darstellen. Wohl hat sie erklärt, dass das Museum nicht der Ursprung des Vergleichs zum besagten Werk ist, das in seinen Räumlichkeiten ausgestellt wird. Beides bedeutet natürlich etwas vollkommen anderes.

Daphné Bürki, directrice stylisme et costumes, und Thomas Jolly, directeur artistique, die tatsächlich die Zeremonie erdachten, haben u. a. bei BFMTV erklärt, dass „Das Festmahl der Götter“ inszeniert wurde. Das also ernsthaft infrage zu stellen, erscheint mir leicht überheblich.

Zu Ihren anderen Kritikpunkten: Willkommen in der Welt der Kunst, über deren Geschmack und Interpretationen man natürlich vorzüglich streiten kann und muss. In Anbetracht der immer noch anhaltenden Diskussionen dürften die Macher der Zeremonie also zufrieden sein.

Nur die Tatsache, dass in deren Folge mittlerweile Hass und Drohungen gegen Mitwirkende verbreitet werden, dürfte sie traurig stimmen. Aber das ist scheinbar der Geist der Zeit: Manche geraten über eigentliche Belanglosigkeiten so in Rage, dass sie gar nicht merken, wie sie selbst den rechten Pfad verlassen.

Schön, dass das für uns Leserbriefschreiber nicht gilt, auch wenn wir grundlegend anderer Meinung sind.

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