Plötzlich Teamplayer – Portugals Ronaldo glänzt in neuer Rolle

<p>Oldies but Goldies: Ronaldo und Pepe</p>
Oldies but Goldies: Ronaldo und Pepe | Foto: dpa

Doch der Angreifer zeigt im gehobenen Alter plötzlich ungeahnte Qualitäten. „Cristiano Ronaldo lebt von Toren, klar“, sagt Mitspieler Pepe in Richtung der Kritik übenden Journalisten: „Aber haben sie gesehen, wie bereitwillig er auf dem Platz ist, unserer Nationalmannschaft zu helfen? Das ist unglaublich. Er ist der Spieler mit den meisten Einsatzminuten aus unserer Mannschaft – mit 39 Jahren. Er macht sich also sehr gut.“

In der Tat ist Ronaldo anders als noch bei der WM in Katar als Mittelstürmer der Portugiesen wieder unumstritten, hat seinen Platz in der Startelf für das Achtelfinale am Montag (21 Uhr) gegen Außenseiter Slowenien sicher. Statt als Goalgetter besticht der Routinier plötzlich als Teamplayer, lässt ganz uneigennützig seine Mitspieler glänzen.

Seine Mitspieler sind vom „neuen“ Ronaldo begeistert: „Er wird für die Endphase der EM bereit sein, und ich weiß, dass er uns viel Freude bereiten wird“, sagt Pepe.

„Ich erhole mich nicht mehr wie ein 20-Jähriger, aber ich tue mein Bestes, um für meinen Trainer immer verfügbar zu sein“, sagte der Innenverteidiger: „Ich bin immer in der Nähe der Eismaschine. Die Physiotherapeuten sagen, die Maschinen gehören mir.“ Sein Geheimnis für Topleistungen im gehobenen Alter sei die „Leidenschaft für den Fußball. Es ist ein Privileg, aufzustehen und das zu tun, was ich am meisten liebe“.

Das bedeutungslose letzte Gruppenspiel gegen Georgien (0:2) ausgenommen ließ Portugal bislang kaum Torchancen des Gegners zu. Das Gegentor gegen Tschechien war ein traumhafter Schuss aus der Distanz. Die Mannschaft sei „wie eine Familie“, betone Pepe und dementsprechend arbeite das Team auch als Einheit gegen den Ball. Das Spiel gegen Slowenien dürfe die Selecao nicht auf die leichte Schulter nehmen.

„Wir wissen, dass es nicht einfach wird, egal wie viele sagen, dass wir eh gewinnen. Man muss immer erst 90 oder 120 Minuten spielen“, sagt der Abwehrchef. (sid/leo)

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