„Dä!“

So sagt man auf Platt, wenn man es einem so richtig heimgezahlt hat. „Dä!“, so liest sich für uns der Kommentar von O. Schröder in der Ausgabe des GrenzEcho vom 13. Juni. Könnte lustig sein, ist es aber nicht! Uns als Demokraten erschreckt nicht ein Wechsel der politischen Mehrheiten. An manchen Stellen war das vielleicht überfällig. Demokratie lebt auch vom Wechsel. Uns erschreckt vielmehr die Sprache, in der Schröder triumphalistisch darauf reagiert: Jetzt endlich bekommen die Menschen wieder ein Dach überm Kopf und Essen auf den Tisch. Und eine Zukunftsperspektive! Populistischer geht nicht.

Und dann die wiederholte Attacke gegen „links-grün“. Alles was war, war „links-grün“, und das ist durchaus als Schimpfwort zu verstehen: Die gesamte Presse (obwohl überwiegend in den Händen von Großkapitalisten): grün-links („versifft“ hat er sich dann doch verkniffen), gar zügellos. Von der Leyen, de Croo, Bettel – alle grün-links! Wir lachen uns schrott! Die von ihm ausgemachte (woke! – wieder als Schimpfwort zu verstehen) Minderheit (obwohl sie ja als Regierungen die Mehrheit im Parlament stellten), wer immer sie sein mochte: grün-links.

Aber jetzt kommt auf uns das Heil: Wirtschaftsliberalismus als Politik für die Kleinen, Stummen! In seinem Namen wurde z. B. in London die Kanalisation privatisiert. Folge: die Kacke ergießt sich im wahrsten Sinne des Wortes ungeklärt in die Nordsee, die gesamte Kanalisation ist marode, man hat Milliarden an Gebühren kassiert, aber nichts reinvestiert. Gut für die Kleinen?? Und noch eins: „man“ hat es geschafft, die grüne Politik schlechtzureden – Pech nur, dass die ökologischen Herausforderungen bleiben und immer drängender werden. Antworten darauf sucht man bei den Liberalen vergebens.

Kommentare

  • Volle Zustimmung!

    Jemandem, der sich öffentlich damit brüstet, in seinem Leben 50 Autos besessen zu haben, sollte man seinen neo-liberalen Aktionismus und seine Schadenfreude jedoch verzeihen. Er kann halt nicht anders und handelt wie der gestern noch im GE genannte Skorpion, der sich vom Frosch zwar retten lässt ihn aber dann doch sticht.

    Zuletzt outete sich Schröder als heimlicher Kettensägen-Milei Anhänger, jetzt als kindischer liberaler Triumphator. Je nachdem, woher der Wind weht und wenn es sich für ihn auszahlt, wird aus dem liberalen Hinterzimmer-Ideologen aber zur Not auch ein Umweltaktivist oder… ein Putin-Versteher (siehe „Putins Hilferuf“).

    Es wird berichtet, dass Schröder zur Wahl aus München angereist ist, um sich bei den liberalen Wahlgewinnern (+0,7%) zu sonnen. Dass er unter seinem Sakko eine Kettensäge versteckte, als er in den Tagen nach der Wahl durch Eupens Straßen zog, gehört wohl in die Gerüchteküche. Statt Kettensäge war es beim GE-Wochenbuchautoren wohl eher die opportunistische, mit… europäischem Patent gesicherte vergiftete Feder, mit der er die GE-Leser im Wochentakt beglückt.

    Dä!

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