Die belgische Staatsverschuldung steigt jede Sekunde um 1.170 Euro, die gesamte Staatsschuld beträgt mehr als 600 Milliarden Euro (50.000 Euro je Einwohner). Die DG ist mehr als 800 Millionen Euro verschuldet, trotz üppiger Dotationen des Föderalstaates (ca. 300 Mio. Euro jährlich), der Wallonischen Region (ca. 80 Mio. Euro) und der Provinz Lüttich (1,5 Mio. Euro).
Doch vor den Wahlen ist Sparen kein Thema. Wir investieren ja in „bleibende Werte“ (Krankenhäuser, Seniorenheime, Schulen, Klimaschutz, Digitalisierung usw.). Aber zur Schaffung und zum Erhalt und Unterhalt dieser Werte braucht es immer mehr Geld, das wir eigentlich nicht haben. Wir leben auf Pump und fragen nicht, wer diese Schulden irgendwann einmal zurückzahlt. Was sich die DG alles leistet, darüber kann man im Landesinnern nur staunen: teure Prestigebauten (PDG-Gebäude, Schulneubauten, Rathäuser…), forcierte Digitalisierung (Glasfaserausbau, Laptops für Schüler) und eine Unzahl von Personen und Einrichtungen, die direkt oder indirekt von der DG finanziert werden: Allein das Ministerium und die Regierung der DG beschäftigen rund 200 Personen! Schon 2016 erhielten 66 Organisationen insgesamt 41.288.751 Euro, seitdem haben sich die Summen deutlich erhöht: 2022 wurden allein für Kultur 5,3 Mio. Euro gezahlt, davon 516.000 Euro fürs Agora-Theater, 497.000 Euro für Chudoscnik Sunergia, je 290.000 Euro für die Compagnie Irene K. und das Kulturelle Komitee Eupen, 279.524 Euro für das IKOB und sage und schreibe 6,5 Mio. Euro für den BRF, der uns rund um die Uhr mit Schlagern und Volksmusik versorgt. All dies schafft ein Netz von Abhängigkeiten und Verpflichtungen, eine Art Klientelwesen wie im alten Rom. Auch unsere Würdenträger sind keine ehrenamtlich tätigen Idealisten. Das Nettogehalt (inkl. Unkostenpauschale) unserer Minister (6.300 Euro / Monat) nimmt sich noch recht bescheiden aus, verglichen mit dem des EU-Abgeordneten (16.325,37 Euro), des DG-Senators (12.633,91 Euro) oder des PDG-Präsidenten (14.169,23 Euro). Dass der eine oder andere Karrierist unter den Spitzenkandidaten sich dadurch magisch angezogen fühlt, versteht sich von selbst.
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