Die Finanzierung der Vorbereitungsphase des Einstein-Teleskops stehe kurz vor der Sicherung, heißt es in einer Pressemitteilung.
Das Einstein-Teleskop ist ein geplantes unterirdisches Observatorium, das Gravitationswellen mit beispielloser Empfindlichkeit detektieren soll. Gravitationswellen sind Störungen in der Raumzeit, die durch kosmische Ereignisse wie die Kollision von Schwarzen Löchern entstehen.
Das Observatorium wird aus drei Detektorkorridoren bestehen, die ein gleichseitiges Dreieck mit jeweils zehn Kilometern Seitenlänge bilden und etwa 250 bis 300 Meter unter der Erdoberfläche liegen. Forscher könnten das Einstein-Teleskop nutzen, um die frühen Phasen des Universums und die Dynamik von Schwarzen Löchern besser zu verstehen. Es soll helfen, die Kollisionen von Schwarzen Löchern zu „hören“ und Erkenntnisse über die ersten Sekundenbruchteile nach dem Urknall zu gewinnen. Das Projekt könnte auch neue Technologien in den Bereichen Photonik, Quantencomputing und Datenverarbeitung vorantreiben.
Neben dem bereits zugesagten niederländischen Beitrag sind nun auch die Beiträge aus Flandern, der Wallonie und dem belgischen Föderalstaat bestätigt worden. Die Bestätigung des Beitrags aus Nordrhein-Westfalen (NRW) werde ebenfalls in Kürze erwartet.
Ein wichtiger Teil des Treffens war die Unterzeichnung eines Zusatzdokuments zur ursprünglichen Absichtserklärung, die bereits am 26. September 2023 unterzeichnet worden war. Dieses Zusatzdokument soll die Projektsteuerung stärken, indem es die Verteilung der Zuständigkeiten klärt und transparente Entscheidungsmechanismen einführt.
Zusatzdokument soll Zuständigkeiten klären
Nach der Unterzeichnung reisten die Minister, darunter auch DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG), und Interessenvertreter nach Aubel, wo derzeit Erkundungsbohrungen stattfinden. Diese Bohrungen sind Teil der Vorbereitungen, um die Eignung des Standorts für das Einstein-Teleskop zu prüfen.
Der belgische Staatssekretär für Wissenschaftspolitik, Thomas Dermine (PS), erläuterte: „Dieser 30. Mai markiert einen entscheidenden Meilenstein für das Einstein-Teleskop-Projekt in der Grenzregion. Dieser symbolträchtige Ort ist ideal für eine solche transnationale Zusammenarbeit. Die politische Unterstützung und die finanziellen Beiträge, die wir zusammengetragen haben, zeigen, wie sehr wir an das Potenzial dieses Projekts glauben. Das Einstein-Teleskop wird nicht nur unser Verständnis des Universums erweitern, sondern auch die Verbindungen zwischen unseren Regionen und Ländern stärken und Belgien in den Mittelpunkt der weltweiten wissenschaftlichen Exzellenz stellen.“
Der wallonische Wirtschaftsminister Willy Borsus (MR) betonte die Bedeutung des Projekts für die Region: „Das Einstein-Teleskop ist ein wichtiges Projekt in einem Sektor, der eine zentrale Rolle in der wallonischen Wirtschaft spielt. Es ist ein bedeutender Hebel für die wissenschaftliche Gemeinschaft und ein wichtiger Jobmotor. Laut einer Studie der Forschungs- und Beratungsorganisation EKLO können durch die Planung, den Bau und den Betrieb des Einstein-Teleskops in der Wallonie pro investierter Million Euro 10,73 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.“
Nathanael Liminski (CDU), NRW-Minister für europäische Angelegenheiten, erklärte, dass Nordrhein-Westfalen bereit sei, seinen Beitrag zu einer erfolgreichen Bewerbung für das Einstein-Teleskop in der Euregio Maas-Rhein zu leisten. Das Einstein-Teleskop wäre für die gemeinsame Region von großem Wert und ein starkes europapolitisches Signal. „Unstreitig ist, dass die Euregio Maas-Rhein mit den vielen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Hightech-Unternehmen, der guten Anbindung und nicht zuletzt der Internationalität unserer Region dem Einstein-Teleskop hervorragende Rahmenbedingungen bietet. Von der Bewerbung für dieses herausragende Projekt geht das wichtige Signal aus, dass wir uns in Europa noch große Forschungsprojekte zutrauen“, fügte er hinzu.
Das Einstein-Teleskop würde zahlreiche Arbeitsplätze in der Region schaffen.
Zurzeit gibt es zwei potenzielle Standorte für das Einstein-Teleskop: die Grenzregion der Euregio Maas-Rhein und die Sos Enattos Mine auf Sardinien, Italien. Die Entscheidung über den endgültigen Standort soll auf europäischer Ebene in den nächsten zwei Jahren getroffen werden. (red/mo)

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