„In Krisen Köpfe kennen“: „Emric“ stellt sich in Eupen vor

<p>Vertreter aus den Partnerregionen beim Gruppenbild</p>
Vertreter aus den Partnerregionen beim Gruppenbild | Foto: Kabinett Paasch

„Emric“ ist die Abkürzung für den niederländischen Namen „Euregio Maas-Rijn Incidentenbestrijding en Crisisbeheersing“ (auf Deutsch: Euregio Maas-Rhein Einsatz- und Krisenbewältigung). Dabei ziehen Behörden, die für die Sicherheit in den Bereichen Brandschutz, technische Hilfeleistung und Rettungsdienst zuständig sind, an einem Strang.

„Emric“ sorge mit einem eigens entwickelten System operativer Absprachen dafür, dass diese grenzüberschreitenden Hilfeleistungen in unserer Euregio zunehmend leichter, punktgenauer und schneller angefragt und in Anspruch genommen werden können, heißt es dazu in einer Mitteilung. „Mehr als zwei Mal täglich rücken in der Euregio Maas-Rhein (EMR) Rettungsdienste zu grenzüberschreitenden Einsätzen aus. Schnelle Hilfe, die nicht nur bei Großschadensereignissen von größter Bedeutung ist, sondern auch im täglichen Leben der Menschen“, so DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) beim Pressetermin laut einer Mitteilung aus seinem Kabinett.

Was 1974 mit dem Rettungshubschrauber begann, der von Aachen aus auch in Belgien und den Niederlanden zum Einsatz kam, ist inzwischen in Form eines sogenannten „Emric Dokuments“ organisiert, das in seiner siebten Version vorliegt. „Dieses macht die Unterstützung insgesamt noch einmal besser, übersichtlicher und abgestimmter, indem es etwa Fragen der maximalen Einsatzdauer, der Ablösung, der logistischen Unterstützung oder auch der Nutzung von Kommunikationsmitteln regelt“, erklärt Emric-Programmmanagerin Giulia Stroink. Dem Emric-Dokument liegen gewisse Basisprinzipien zugrunde. Dazu zählen die selbst gesteckten Vorgaben, Kooperationskonzepte einfach zu strukturieren und möglichst so zu arbeiten wie in der täglichen Praxis. Sprich: keine Mischung von Teams, sondern ein Arbeiten in Einsatzabschnitten.

Sprachunterschiede dürften die Versorgung der Opfer dabei nicht behindern und eine Unterstützungsverpflichtung gebe es nicht – das heimische Einsatzgebiet dürfe durch den grenzüberschreitenden Einsatz nicht ungeschützt zurückgelassen werden. Die Alarmierung der ausländischen Hilfsdienste erfolgt den Angaben zufolge über eine Webanwendung, über die je nach Lage der Dinge „Hilfspakete“ angefragt werden können. Die Einheiten werden dann in Grenznähe an sogenannten Lotsenstellen empfangen und kommunizieren über ihre Führungskräfte miteinander.

Wenngleich das Hilfssystem auch mit Blick auf Kostenfragen weiter perfektioniert werden sollte und müsse, seien sich die verschiedenen Akteure einig, dass diese Form grenzüberschreitender Unterstützung für die Menschen im Grenzraum einen enormen Mehrwert bietet und man bei deren konkreter Ausgestaltung Schritt für Schritt vorankommt.

„Wir brauchen ‘Emric’ in unserer Region. Aus deutscher Perspektive ist ein solcher Kooperationsverbund einzigartig, und ich würde mir wünschen, dass wir diesen Weg auch nach diesem Wahljahr weitergehen können und werden. Das ist der Inbegriff von Europa“, wirft Andreas Dovern, Leiter des Amts für Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz der Städteregion Aachen, einen Blick voraus auf eine wohl auch für derartige Fragen richtungsweisende EU-Wahl.

Michael Dejozé bringt diesen Mehrwert in der Formel „in Krisen Köpfe kennen“ auf den Punkt, einem zentralen Leitmotiv des Bevölkerungsschutzes. „Man kennt einander und hat Vertrauen zueinander aufgebaut. Funktioniert es bei Zusammentreffen und gemeinsamen Übungen, dann sind auch die besten Voraussetzungen für erfolgreiche Zusammenarbeit in Krisen geschaffen“, erklärt der Geschäftsführer der Euregio Maas-Rhein. (red/sc)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment