Der zweimalige Weltmeister Julian Alaphilippe hat sich nach einem fast 140 Kilometer langen Ausreißversuch beim Giro d'Italia mit dem ersten Saisonsieg eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Franzose gewann am Donnerstag die zwölfte Etappe von Martinsicuro nach Fano im Alleingang vor Jhonatan Narvaez aus Ecuador, nachdem er den Großteil des 193 Kilometer langen Teilstücks mit dem Italiener Mirco Maestri an der Spitze gefahren war. Daniel Felipe Martinez (Bora-hansgrohe und der Belgier Quinten Hermans (Alpecin Deceunick) vervollständigten das Podium.
Nach sechs Etappensiegen bei der Tour de France und einem Erfolg bei der Vuelta holte Alaphilippe nun auch erstmals einen Tagessieg bei der Italien-Rundfahrt. Dass die Erleichterung bei ihm riesig war, erklärt sich von selbst: 346 Tage lag sein bis gestern letzter Triumph zurück. „Dieser Sieg tut wirklich gut. Auch für mich persönlich war es enorm wichtig, zu gewinnen.“
11,5 Kilometer vor Schluss setzte Alaphilippe den entscheidenden Angriff und schüttelte Mitausreißer Maestri ab, um schließlich seinen ersten Sieg seit dem 5. Juni 2023 zu holen. „Und dennoch kam er überraschend“, lachte der Franzose: „Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass wir in einer größeren Gruppe in den Schluss gehen.“
Für den 31-Jährigen ein Happy End, nachdem er im Winter sogar von seinem eigenen Teamchef Patrick Lefevere attackiert worden war, der ihm „zu viel Party, zu viel Alkohol“ in der Vergangenheit vorgeworfen hatte. Superstar Tadej Pogacar schaltete sich in den Kampf um den Tagessieg nicht ein. Der Slowene erreichte zusammen mit den restlichen Podiumsanwärtern mit etwas mehr als fünf Minuten Rückstand das Ziel. Damit liegt Pogacar weiter 2:40 Minuten vor dem Kolumbianer Daniel Felipe Martinez vom Bora-hansgrohe-Team. Gesamtdritter ist der frühere britische Tour-Champion Geraint Thomas mit einem Rückstand von 2:56 Minuten.
Am Freitag dürfen die Sprinter auf die fünfte Massenankunft hoffen. Das 13. Teilstück über 179 Kilometer von Riccione nach Cento verläuft über komplett flaches Terrain. Am Wochenende stehen dann das zweite Einzelzeitfahren und eine weitere Bergankunft auf dem Programm. (mn/sid)

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