Im Gedenken an Hubert Jenniges

Dass ich mich als etwas entfernter Eupener für den Erhalt der Kapelle von Krewinkel engagiere, hat einen etwas schwermütigen Grund: Sie erinnert mich an meinen verstorbenen Freund und BRF-Kollegen Hubert Jenniges, der sich jahrelang um den Wiederaufbau und Schutz dieses Kleinods bemüht hat. Manchmal haben wir in unserer Brüsseler Redaktion an der Place Flagey schlecht informiert über seinen Eifer geschmunzelt, doch ist ihm zu seiner Ehre alles gelungen. Es gab auch einen politischen Kontext: Als 1973 der „Rat der deutschen Kulturgemeinschaft“ seine Arbeit aufnahm, wussten seine Mitglieder mit ihren kümmerlichen Kompetenzen nichts anzufangen. Doch brachte die Opposition mit Lorenz Paasch und Joseph Dries die Rettung des kleinen Kulturdenkmals zur Sprache. Auch hier wurde auf den Mehrheitsbänken voreilig gegrinst, doch dann folgte bald eine sehenswerte, leider kaum bekannt gebliebene Restaurierung des brüchigen Bauwerks und seiner kostbaren mittelalterlichen Fresken. Jahre später habe ich an dem abgelegenen Ort Gedichte vortragen dürfen.

Es war im kleinen Kreis ein großes abendliches Erlebnis. Auf engstem Raum alte ostbelgische Kulturgeschichte und zeitgenössische Literatur. Deshalb die Bitte an alle Verantwortlichen: Lasst es nicht bei der Literatur bleiben! Rettet das arme Gotteshäuschen!

Kommentare

  • Auf deine Worte Albert, möchte ich doch gerne als Kulturschöffin der Gemeinde Büllingen antworten- stell dir vor- wie eine Große, mit meinen Händen getippt und meinen Gedanken verfasst!
    Es hat in der Tat so, dass zwei Versammlungen im Rathaus stattgefunden haben.
    Korrekt ist auch, dass der Bürgermeister und die Generaldirektorin die Briefe, bzw. Terminbestätigungen/Einladungen unterschrieben haben, das ist gang und gäbe; was nicht heißt, dass er defakto bei allen Versammlungen anwesend sein muss, dafür hat ja jeder vom Kollegium seine Zuständigkeit (dies müsstest du als ehemaliger Schöffe ja wissen).
    Fakt ist aber auch, dass du selbst an keiner dieser Versammlungen im Rathaus teilgenommen hast.
    Fakt ist auch, dass es in diesen Versammlungen primär um den Erhalt der VoG Krewinkel Kulturkapelle ging, da du als Präsident und einige andere Mitglieder ihr Amt niederlegen wollten- und sich trotz eurer Bemühungen keine neuen Mitglieder finden konnten.
    Ihr seid mit dem Anliegen ins Rathaus gekommen, ob die Gemeinde verschiedene Aufgaben übernehmen könnte, da die wenigen verbleibenden Mitglieder (3 an der Zahl), die Aufgaben nicht allein stemmen könnten.
    Erst auf der Generalversammlung, wo es um die Auflösung der VoG gehen sollte, wurden konkret die Wandmalereien durch verschiedene Personen angesprochen.
    In dieser Generalversammlung waren ca. 40 Personen anwesend. Keiner von diesen Personen war bereit, als neues Mitglied einzutreten, sodass die VoG aufgelöst wurde.
    Die wenigen verbleibenden Mitglieder gründeten den Verein „Freunde der Kulturkapelle Krewinkel“. Mit zwei Personen davon hatte ich Kontakt, um zu besprechen, wie es mit den Veranstaltungen in der Kapelle Krewinkel weiter gehen sollte. Die Gemeinde hat sich offen dafür ausgesprochen, dass weiter Veranstaltungen dort stattfinden können, wir jedoch- außer die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung zu stellen, keine weitere Unterstützung zur Organisation anbieten können.
    Wir haben auch immer klar kommuniziert, dass wir momentan keine Gelder für die Instandsetzung zur Verfügung haben, da wir in viele laufende Projekte haben, wo wir in die Infrastruktur der Sporthallen und Schulen investieren.
    Und wenn ich sage wir, dann ist das der ganze Rat. Der beschließt den Haushalt, der beschließt, welche Projekte umgesetzt werden, nicht allein der Bürgermeister.
    Fakt ist auch, dass es währenddessen einige Gespräche mit potenziellen Betreibern gegeben hat, die unter der Aufsicht des Bürgermeisters stattgefunden haben.
    Von dir habe ich in dieser ganzen Zeit jedoch nichts gehört, weder durch einen Anruf noch durch ein Schreiben….
    Viviane Scharres-Jost
    Kulturschöffin der Gemeinde Büllingen

  • Vielen Dank Freddy Derwahl für Ihren Kommentar zu der Kapelle Krewinkel
    Ich möchte hierzu noch etwas Bemerken. Während 22 Jahren haben wir, die VoG "Kulturkapelle Krewinkel", zahlreiche hochstehende Veranstaltungen aller Art in dieser historischen Kapelle abgehalten. Zu keiner, wirklich keiner war der Bgm. Wirtz anwesend, sonst hätte er das Lob der Künstler und der vielen Besucher mitbekommen sowohl für den einmaligen Raum, als auch für die Veranstaltung an sich. In schönen Sonntagsreden, wie zum 25jährigen Bestehen, wird dann geschmeichelt. In der Realität geht ihm die ganze Sache am Allerwertesten vorbei. Am liebsten alles verkaufen was nicht in sein Weltbild passt. Seinem Nachfolger möchte ich etwas ans Herz legen. Eine Kommune hat viele Aufgaben, dazu gehört auch, das zu bewahren was die Menschen aus vergangenen Jahrhunderten an wertvollen Denkmälern geschaffen haben. Es gab einige Treffen mit dem Gemeindekollegium um eine weitere Nutzung der Kapelle zu bereden. Wer war nie anwesend, der Bgm, obwohl die Termine von ihm bestätigt wurden. Wohl aber den möglichen Lösungsansatz behindern, so als wären die Schöffen (da ich Schöffe war, weis ich wovon ich rede) nicht mündig, etwas aus zu handeln. Es ist wirklich Zeit das die Ära Wirtz zu Ende geht. Seine Vorgänger hatten Bodenhaftung und Realitätssinn und haben ihre Aufgabe mit viel Demut gemeistert.
    Albert Peters Kettenis
    mehr als 30 Jahre im Vorstand der VoG "Kulturkapelle Krewinkel"

  • Hallo Viviane,
    da du ja eine Große bist, wirst du dich auch wie eine Große erinnern, das es eine Kostenschätzung der Restauratorin Frau Raschke für die Festigung der Wandmalereien schon im Jahre 2012 gab. Auf der besagten Generalversammlung gabst du vor das noch einige Anpassungen an das Projekt gemacht werden müssten um es bei der DG abzugeben. Schon vor 3 Jahren hat man mich gebeten mit dem Architekten Ravi Eicher, der das Projekt ausgearbeitet hat, an einer Ortsbegehung mit Fachleuten aus Franken BRD teilzunehmen. Da warst du als Kulturschöffen nicht dabei. Die Gemeinde hat ja sogar die Pflasterung geöffnet, damit die Herren aus Franken die Restaurierungsarbeiten begutachten konnten. Ihren Bericht habe ich nicht gesehen, aber ich denke, diese Erkenntnisse sind ins Projekt von Herrn Eicher eingeflossen. Ihr ward also informiert Ich habe auch den Denkmalschutz befragt, ob es eine Sorgfaltspflicht der Eigentümer eines klassierten Denkmales gäbe. Dies wurde mir bestätigt. Nun kann man aus der Zeitung von Frau Minister Weykmans erfahren, das kein Projekt bei der DG vorliegt. Den Menschen hier, die unseren Leserbrief sahen, willst du aber suggerieren, das du erst bei der GV von der Problematik erfahren hast. Sehr bedenklich. Deinen Einfluss im Gemeindekollegium kann ich nun jedoch sehr gut einschätzen, er tendiert gegen null.
    Gruß
    Albert Peters

Kommentar verfassen

3 Comments