Dr. Günter Beyer ist Mitautor einer Publikation über Flammschutzmittel in der Industrie

<p>Dr. Günter Beyer</p>
Dr. Günter Beyer | Foto: privat

Zum Hintergrund: Flammschutzmittel werden als Zusatzstoffe in Kunststoffe eingesetzt, weil viele der gebräuchlichen Kunststoffe sehr leicht entzündbar sind und, einmal entzündet, weiter brennen. Dies führt sehr oft zu großen Folgeschäden und zum Verlust von Menschenleben.

Im vergangenen Jahr fanden in Belgien bei 49 schweren Hausbränden 63 Personen den Tod. Daher müssen Kunststoffe oft schwer entflammbar sein, und dies geschieht mit Hilfe von Flammschutzmitteln, die den Kunststoffen zugegeben werden und deren Entzündung sowie Brandfortleitung verzögern. Typische Anwendungsfälle sind Kunststoffe in Autos und Bussen, in Flugzeugen und Zügen, für Kabel und Leitungen, bei Fernsehgeräten und für viele andere Gegenstände des alltäglichen Lebens und in der Industrie.

Der von Dr. Günter Beyer verfasste Überblick listet die weltweit genutzten Flammschutzmittel, deren Anwendungsbereiche und die gesetzlichen Zulassungen auf. Letzteres ist ein wichtiger Faktor für die produzierende Industrie und die Endanwendungen. Es dürfen je nach den staatlichen Gesetzeslagen nicht alle möglichen Flammschutzmittel eingesetzt werden. Ein Beispiel ist die europäische Bevorzugung von sogenannten halogenfreien Flammschutzmittel, die beim Brand eines Produktes sehr wenig Rauch entwickeln. Dadurch sind die lebensrettenden Fluchtwege besser erkennbar und die Rettungseinsätze der Feuerwehr weniger behindert.

Das Brandverhalten wird in genormten Brandversuchen bewertet und die EU und auch Staaten außerhalb der EU verschärften die Brandversuche vor einigen Jahren und haben die Anforderungen für den Flammschutz deutlich angehoben. Viele Kunststoffe mussten bezüglich Entzündung und Brandfortleitung durch neue Flammschutzmittel deutlich verbessert werden. Der Übersichtsartikel weist auf die aktuellen technischen Lösungen hin. Die Übersicht werde den kunststoffverarbeitenden Betrieben auch in DG Anregungen geben, ihre Produkte zu optimieren und im weltweiten Konkurrenzwettbewerb zu bestehen, so der Autor. (red/sc)


Flame Retardant Nanocomposites; Elsevier; 2024;

ISBN: 978-0-443-15421-8

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment