In der touristischen Region Murree unweit der Hauptstadt Islamabad attackierte Wahlfavorit Nawaz Sharif die Regierung des inzwischen inhaftierten Ex-Premiers Imran Khan. „Ich verspreche, dass wir das Land wieder aufbauen und die guten Zeiten zurückbringen werden“, sagte der Spitzenkandidat der Muslimliga PML-N vor rund 10 000 Teilnehmern. In der südlichen Hafenmetropole Karachi warnte der Vorsitzende der Volkspartei PPP Bilawal Bhutto Zardari unterdessen vor gesellschaftlicher Spaltung. Auch die Chancen des 35-Jährigen gelten als aussichtsreich. Am Donnerstag wählt die Atommacht ein neues Parlament.
In den vergangenen Jahren erlebte Pakistans Politik eine Welle von großen Krisen. Cricket-Legende Imran Khan, der die Parlamentswahl im Jahr 2018 gewonnen hatte, wurde im April 2022 durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Aktuell sitzt der Ex-Premier im Gefängnis. Wahlsieger Nawaz Sharif war erst im Herbst 2023 aus dem Exil zurückgekehrt, ein Freispruch von alten Korruptionsvorwürfen ebnete den Weg für seine Kandidatur. Als Außenseiter aber wichtigster Kontrahent Sharifs gilt der 35-jährige Oxford-Absolvent und frühere Außenminister Bhutto Zardari.
Seit Monaten sorgen sich Experten und Menschenrechtler in dem Land über unfreie Wahlen, nachdem Pakistans Justiz die Opposition weitgehend demontiert hat. Der in der Bevölkerung immer noch beliebte Khan wurde erst vor wenigen Tagen wegen Verrats von Staatsgeheimnissen und Korruption zu einer jahrelangen Haftstrafe verurteilt. Khan sieht sich als Opfer einer politischen Verschwörung und macht das mächtige Militär dafür verantwortlich.Mitglieder von Khans Partei PTI dürfen nach einem Urteil des Obersten Gerichts nur als unabhängige Kandidaten antreten. (dpa/mo)

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