Künstler H. Reul mit Wurzeln in Herbesthal

Günter Martinus (87), in Lontzen wohnhaft und heimatgeschichtlich ebenso interessiert wie engagiert, unterhielt seit etwa anderthalb Jahrzehnten Kontakte zu Heribert Reul, dessen Schaffenskraft auch mit 90 Jahren noch ungebrochen war. Folgende Informationen hat er zum Leben und Werk des Verstorbenen zusammengetragen:

Heribert Reul bezeichnete sich selbst als Maler und Graphiker. Sein Vater, der als Kirchenmaler bekannt war, zog mit seiner Familie zur Zeit der deutschen Inflation nach Deutschland ins Rheinland und hatte in Heribert einen Sohn, der bereits in der Schule, dem Collège Patronné in Eupen, mit seinen Bleistift-Skizzen Aufsehen erregte sowie erste Versuche mit Aquarell unternahm. Sein Vater bildete ihn anschließend weiter aus.

Streng gläubig

Bereits mit 19 Jahren schuf er seine ersten Werke für Kirchen im Münsterland und blieb als streng gläubiger Christ dabei, einen großen Teil seiner vielfältigen Kunstwerke auch in späteren Jahren für Kirchen, Kreuzwegstationen, Reliefe, Kreuze und Fresken einzusetzen.

Zur deutschen Wehrmacht eingezogen, erlitt er im Krieg schwere Verwundungen und musste bis 1949 in einem Lager in Kiew/Russland verbleiben.

Hunderte Werke

Auch in dieser Gefangenschaft ließ ihm seine Schickung keine Ruhe, und er malte und zeichnete auf kleinsten Papierstückchen, die heute noch zu sehen sind.

Nach seiner Rückkehr lernte er in Kevelaer seine "Zukünftige" kennen, mit der er zwölf Kindern das Leben schenkte.

Bedenkt man, dass seine Fähigkeiten auf den Gebieten Buchgestaltung, Metallarbeiten, Mosaike, Keramik, Gemälde und Fotografie ebenfalls hervorragend waren, kann man verstehen, dass seine Werke in die hunderte gingen.

Der Kunsthistoriker Dr. P. Lingens hat gesagt, dass niemand mehr als Heribert Reul die alltägliche Bildwelt der Menschen am Niederrhein geprägt habe. Hinzu kommen hunderte von Werken, die für ausländische Kirchen gefertigt wurden, wie etwa Glasfenster in Togo oder Kreidearbeiten in Spanien.

Letztlich sei seine Liebe zu seiner hiesigen Heimat erwähnt. Der historischen Sammlung in Lontzen übergab er viele Bücher und Dokumente, die das Archiv erweitert haben.

Weitere Informationen zum Leben und Werk des Künstlers unter www.heribert-reul.de

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