Europapokal und zufriedene Wirtzfelder

Nach einer langen und ermüdeten Anreise kam es Donnerstagnachmittag in der ersten Runde zum Aufeinandertreffen mit dem langjährigen Konkurrenten in der belgischen Mannschaftsmeisterschaft, KGSRL Gent. „Die Genter waren an allen Brettern besser besetzt, und so musste man mit einer klaren Niederlage rechnen“, so die Wirtzfelder. Nachdem Pierre Gengler gegen Großmeister Rozentalis Eduardas ein Remis erzielte, unterlag Yuri Boidman dem ehemaligen Weltklassespieler GM Ivan Sokolov. „Gastspieler Bernd Loo bot dem Genter Mannschaftskapitän Daniel Vanheirzeele lange die Stirn, musste dann aber wegen eines fehlerhaften Turmaustauschs doch auf die Verliererstraße.“

„In der dritten Runde war mehr möglich“, so Mannschaftskapitän Victor Schleck.

An Brett fünf hatte WIM Jakubiec Edyta leichte Vorteile mit gutem Positionsspiel gegen den bekannten IM Oskar Lemmers erkämpft. „Nur mit größter Routine verhinderte dieser die drohende Niederlage und erzwang ein weiteres Unentschieden.“ Stephane Hautot geriet gegen GM Adrien Demuth aus Frankreich zunächst stark unter Druck, startet dann aber einen Königsangriff. Sein Gegenüber ging kein Risiko mehr ein und lenkte ein – Remis.

Keinen Sieger gab es indes beim „Duell der Großmeister“ an Brett 1 zwischen Artur Jakubiec (Wirtzfeld) und Romain Edouard, dem französischen Nationalspieler aus Gent. Und das, obwohl der Spitzenspieler aus Wirtzfeld zwischenzeitlich leichte Vorteile errungen hatte. „So endete die erste Runde mit einer doch recht unglücklichen 2:4-Niederlage der Eifeler gegen das favorisierte Team aus Gent“, teilte der Verein mit.

Die Auslosung der zweiten Runde führte Wirtzfeld zu einem Duell mit der irischen Mannschaft Ballinasloe. „Gegen diese sympathische Truppe ging unsere Mannschaft als Favorit ins Rennen. Die gegnerische Mannschaft spielte trotz der Außenseiterrolle sehr mutig. Aber die erfahrenen Spieler aus Wirtzfeld von Brett 1 bis 5 konterten selbstbewusst alle Gegner aus. Lediglich Bernd Loo konnte keinen Vorteil erreichen und nahm das Remisangebot des glücklichen Gegners an, was zum 5,5:0,5-Kantersieg führte.“ Nach Ballinasloe wartete LSG Leiden aus den Niederlanden, die an den Brettern 2-5 große Elovorteile aufwiesen konnten und sich schlussendlich mit 4:2 durchsetzen konnten. In der vierten Runde kam es zum Duell mit Dardania aus dem Kosovo.

„Und da diese Mannschaft bekannt dafür ist, trotz niedriger Elozahlen gute Resultate zu erzielen, hofften wir auf einen knappen Sieg.“ GM Artur Jabubiec, Stephane Hautot und Edyta Jakubiec gewannen ihre Duelle, während Yuri Boidman und Pierre Gengler unterlagen. Bernd Loo hatte es an Brett sechs mit Krasniqi Avni zu tun.

„In absoluter Zeitnot sah er keine Gewinnmöglichkeit mehr und bot seinem Gegner ein Remis an.“ Das Duell mit Dardania endete aus Sicht der Wirtzfelder mit 3,5:2,5. „Comeon aus Finnland mit unserem Schachfreund IM Tapani Samalvuo war der nächste Gegner und es war ein Kampf auf Augenhöhe zu erwarten.“ An den Bretter 2 und 3 kam es zu Unentschieden zwischen Yuri Boidman und Lampen Timo sowie Stephane Hautot und Nyysti Sampsa, auch Paul Zilles und Edyta Jakubie erzielten ein Remis.

Platzierung „entsprach ungefähr den Erwartungen.“

Pierre Gengler unterlag seinem Gegenspieler FM Mansner Harry. So kam es zur Entscheidung an Brett 1, wo Artur Jakubiec seinen „Vereinskollegen“ Tapani Samalvuo bezwang und zum verdienten 3:3 ausglich. „In dieser Runde war mehr möglich“, so Mannschaftskapitän Victor Schleck.

In Runde 6 traf man auf die Schachfreunde Berlin 1903, die teilweise große Elovorteile hatten und als klarer Favorit zu sehen waren. An Brett 1 erzielte Artur Jakubiec gegen Jan –Michael Sprenger im Großmeisterduell ein Unentschieden. Yuri Boidman verlor an Brett 2 gegen Abel Dennis. Auch Stephane Hautot spielte an Brett 3 remis, genau wie Pierre Gengler gegen Alexander Seyb an Brett 4 und Edyta Jakubiec an Brett 5 gegen GM Rainer Polzin. An Brett 6 musste Bernd Loo gegen den übermächtigen FM Rudolf Henrik nach langem Kampf die Segel streichen und seinem Gegner den vollen Punkt überlassen. Endstand: Schachfreunde Berlin – SF Wirtzfeld: 4:2.

In der letzten Runde war die junge Truppe aus Bois Colombes aus Frankreich der Gegner – „Diesmal waren wir der klare Favorit.“ An Brett 1 spielte Artur Jakubiec remis, Yuri Boidman gewann an Brett 2. An Brett 3 war Stephane Hautot mit einem Damenopfer erfolgreich, während Pierre Gengler gegen „Wundermann“ Xavier verlor. Edyta Jakubiec siegte an Brett 5, ehe sich Paul Zilles nach einer sehr langen Partie mit Lalouette Herve auf ein Unentschieden einigte. Mit 4:2 endete die letzte Runde. Wirtzfeld erreichte mit 7 MP den geteilten 29. Platz nach Mannschaftspunkten und den 34 Platz nach Feinwertung, „was ungefähr den Erwartungen entspricht.“ (red)

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