Im Vereinshaus geht‘s nun wieder einfacher hinauf

„Die Idee eines neuen Personenaufzugs im Vereinshaus hat ihren Weg gemacht. Aus der Not haben wir eine Tugend gemacht, denn sonst wäre es immer eine provisorische Lösung geblieben, für die keine Aufzugsfirma eine Garantie übernommen hätte“, unterstrich der für öffentliche Arbeiten zuständige Schöffe Charles Servaty.

„Wir freuen uns sehr, dass der Aufzug wieder funktionstüchtig ist“, sagte Hermann Langer, Vorsitzender der VoG Vereinshaus. Er dankte im Namen aller Nutznießer der Gemeinde und der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die beachtliche Investition.

Jeder Verein hat in der Infrastruktur seine eigenen Räumlichkeiten.

Das zunächst einstöckige Gebäude im Ortsteil „Zum Büchelberg“ beherbergt seit 1992 verschiedene Vereine für Proben und Versammlungen. Aufgrund des regen Vereinslebens wurden die Räumlichkeiten schnell zu klein. Seit November 2005 wird das nach hinten ausgebaute Haus von zahlreichen Vereinen genutzt. Am 20. August 2006 wurde es offiziell der Vereinshaus VoG übergeben.

Alle angeschlossenen Vereine haben neue Räume bezogen: der Musikverein, das Tambourkorps, der Kirchenchor, die Arnikas, die Landfrauen und die Senioren. Durch die Vergrößerung des Hauses wurden Räume frei, sodass nun zwei weitere Vereinigungen hier ein Zuhause gefunden haben. So verfügt die örtliche KLJ-Gruppe über einen eigenen Raum. Auch die Vereinigung für Kultur, Geschichte und Folklore (VK) hat ein Lokal erhalten, in dem sie auch ihr immer größer werdendes Archiv für Lokalgeschichte unterbringen kann.

„Die Infrastruktur sucht ihresgleichen, denn jeder Verein hat seine eigenen Räumlichkeiten“, berichtet VoG-Präsident Hermann Langer. Im neuen Trakt von 2005 waren zwei große, helle Räume entstanden, die durch den Musikverein und des Tambourkorps genutzt werden. Zwischen beiden Vereinen wurde ein Kompromiss gesucht, da einer dieser Vereine den Raum auf der ersten Etage nutzen sollte. Der Musikverein stimmte mit der Auflage zu, dass auch ein für Personen zugelassener Lastenaufzug für den Transport der Instrumente zur Verfügung gestellt werden sollte. Außerdem könnten somit auch weniger mobile Menschen die Räumlichkeiten auf der ersten Etage besser erreichen. Nur wenige Jahre funktionierte der Aufzug und unterlag von Anfang an ständigen Pannen. Die Störungen traten im Laufe der Zeit immer häufiger auf. Zur definitiven Behebung der Pannen hätten wesentliche Bauteile ausgetauscht werden müssen. Hinzu kam, dass das Unternehmen ACM die Produktion von Aufzügen dieser Art gänzlich eingestellt hatte. „Ein Aufzug mit ständigen Pannen, ohne Ersatzteile. Da war guter Rat teuer“, erinnert sich Charles Servaty. Niemand, auch keine Versicherung, war bereit, für die Kosten einer Reparatur aufzukommen. Im Sinne der damaligen Vereinbarung mit dem Musikverein und der anderen Vereine musste somit nach einer neuen Lösung gesucht werden.

„Aus der neuen Gesetzeslage und aus der Not heraus haben wir beschlossen, einen normalen Personenaufzug einzubauen“, erklärte der Schöffe. Eine erste Kostenschätzung belief sich noch auf 150.000 Euro. „Das war des Guten zu viel, denn die Grenze von 100.000 Euro wollten wir nicht überschreiten“, unterstrich Charles Servaty. „Glücklicherweise konnten wir die Kosten auf unter 80.000 Euro senken. Dieser Preis war in unseren Augen vertretbar und dank der Unterstützung der Deutschsprachigen Gemeinschaft konnten wir das Projekt umsetzen.“ Ein komplett neuer Ansatz wurde in Zusammenarbeit mit dem Arbeiterdienst der Gemeinde gefunden, denn es gab nur eine Lösung, um einen funktionierenden Aufzug zu erhalten. Die Fassade musste aufgebrochen und der Aufzugsschacht erweitert werden, erklärte der Bauschöffe.

Am 10. August 2017 genehmigte der Gemeinderat Bütgenbach das Projekt. Die Kostenschätzung belief sich für die Lose 1 und 2, d. h. Rohbau und Dacharbeiten, auf 35.000 Euro ohne Mehrwertsteuer. Für Los 3, Lieferung und Einbau des Aufzugs, belief sich die Schätzung auf 36.500 Euro.

Die offizielle Eröffnung des Aufzugs findet am 4.November statt.

Der finanzielle Durchbruch kam schließlich am 6. März 2018 mit der definitiven Zuschusszusage seitens der Deutschsprachigen Gemeinschaft, d. h. 60 Prozent der Kosten oder 48.000 Euro. Der nicht bezuschusste Teil der Summe geht zu Lasten der Gemeinde Bütgenbach. Eine Woche später, am 13. März, erfolgte der Zuschlag im Gemeindekollegium. Die Arbeiten wurden durch Firmen ausgeführt.

Der Anstrich wie auch die Erneuerung des Mauerwerks erfolgten durch den Arbeiterdienst der Gemeinde Bütgenbach. Im Aufzug ist eine Festnetzleitung vorgesehen, die Tag und Nacht mit der Aufzugsfirma Kone verbunden ist.

Die offizielle Eröffnung des Aufzugs ist am Donnerstag, 4 November, um 17 Uhr im Vereinshaus vorgesehen. Auf Initiative der VoG Vereinshaus sind dazu die Vertreter der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der Gemeinde und natürlich der Vereine eingeladen.

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