Ideen für das ehemalige Hotel Leinen in Elsenborn

Als Grundlage für die Entwürfe dienten Gebäude und Parzellen aus Elsenborn, Manderfeld und Wallerode, die drei Modellorte des Leader-Projektes „Neues Leben für unsere Dörfer“.

Die Ausstellung im Saal Feyen in Wallerode stellt in den Themenbereichen Dorfleben, Wohnen im Dorf und Arbeiten im Dorf studentische Projektvorschläge für die belgische Eifel vor. Bei allen Beispielen handelt es sich um Umbauten oder Neubauten im Ortskern.

Ziel ist es, Dorfbewohner, Gebäudeeigentümer und Eigenheimsucher zu motivieren, den Wert leerstehender Gebäude und brachliegender Flächen in den Ortsmitten zu erkennen und zu nutzen.

Ein Gebäude, mit dem die Studenten sich beschäftigt haben, ist das ehemalige Hotel Leinen in Elsenborn.

Das gut erhaltene, historische Gebäude im Ortszentrum Elsenborns wurde 1899 durch den Bäcker Leinen errichtet. Er betrieb dort ein Hotel mit Gastwirtschaft sowie eine Bäckerei-Konditorei in einem Anbau. Später fügte er weitere Anbauten hinzu und nutzte die dahinter liegenden Flächen landwirtschaftlich.

Beide Vorschläge beziehen sich auf den Themenbereich „Arbeit“.

Die Gäste des Hotels waren hauptsächlich Besucher des nahegelegenen Militärlagers.

Das Gebäude, das seit 2005 leer steht, gehört Erich Thönnes. Er sucht nach einer geeigneten Nutzung für sein Gebäude und hat es deshalb für das Projekt „Neues Leben für unsere Dörfer“ eingereicht. Die Architekturstudenten Ozan Ilbayi und Lina Kadir hatten daraufhin sein Gebäude ausgesucht, um unabhängig voneinander einen Vorschlag für das ehemalige Hotel zu entwerfen.

Die Vorschläge, die die beiden Studenten ausgearbeitet haben, beziehen sich auf den Bereich „Arbeiten im Dorf“ und mit der Frage, wie neue Arbeitsplätze in den Dörfern entstehen können.

Die Eifel-Dörfer haben sowohl landwirtschaftliches als auch touristisches Potential. So schlägt der Entwurf des Architekturstudenten Ozan Ilbayi vor, Gebäude und Flächen für den Gemüseanbau zu nutzen. Studentin Lina Kadir plant in ihrem Entwurf die Nutzung des Gebäudes als „Wander-Hotel“.

Ozan Ilbay, der an der Universität Lüttich Architektur studiert, sieht die Nutzung des Hauses als Wohnhaus für einen Gemüseanbauer und seine Familie vor.

Auf den dahinterliegenden Flächen werden in seinem Konzept Obst und Gemüse angebaut. Die an das Haupthaus angrenzenden kleinen Ställe bzw. Anbauten sollen zum Einen als Kühl- und Lagerraum, zum Anderen als Verkaufspunkt für die hier angebauten Lebensmittel genutzt werden.

Der Entwurf der Architekturstudentin Lina Kadir (Institut für Wohnbau und Grundlagen des Entwerfens der RWTH Aachen) greift die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes als Hotel auf. Lina Kadir plant fünf Appartements für 20 Gäste sowie einen Gemeinschaftsraum und eine Gemeinschaftsküche für das Haupthaus. Die anliegenden Ställe und die Wiese hinter dem Haus möchte sie für das Unterstellen und Weiden von sechs Eseln nutzen.

Bei der Ausstellung gibt es nicht nur Vorschläge, sondern auch Beratung.

Diese könnten die Hotelbesucher als Begleiter und Lasten träger auf ihren Wanderungen nutzen. Die umliegende, reizvolle Landschaft sowie das originelle Angebot sollen Besucher anziehen. Wie könnten sich solche oder ähnliche Projekte umsetzen lassen?

Aktuell schauen sich eine Reihe hiesiger Fachleute die Entwürfe an. Sie werden zu jedem Projekt eine Einschätzung zu dessen Potenzial abgeben und aufzeigen, was die ersten Schritte zur Umsetzung eines solchen Projektes wären.

Neben den Experteneinschätzungen werden eine Vorstellung der jeweiligen Beratungsstellen, ein Ausstellungsbereich „Umbauen in der Praxis“ sowie ein neues Beratungsangebot für Gebäudeeigentümer dazu beitragen, dass die Ausstellungsbesucher nicht ausschließlich Ideen, sondern auch konkrete Ratschläge erhalten.

Übrigens: Da in der Elsenborner Kirche umfangreiche Renovierungsarbeiten anstehen, kann darin über einen längeren Zeitraum keine Messe stattfinden. Die Familie Thönnes hat daher dieses Haus der Kirche zur Verfügung gestellt, um darin während der Renovierungsphase ihre Messen abzuhalten.

Alle Informationen rund um die Ausstellung auf der Webseite der WFG. (red)wfg.be,

elsenborn.be

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