Heftige Unwetter mit starken Regenfällen sind am Dienstagnachmittag über Nordrhein-Westfalen gezogen und haben erhebliche Schäden vor allem in den Regionen Aachen und Wuppertal angerichtet.
Nach dem Starkregen am Dienstagnachmittag zwischen 15 und 16.30 Uhr waren bei der Aachener Feuerwehr über 400 Notrufe eingegangen. Zum Ende des Starkregens gegen 16.30 Uhr waren immer noch über 230 Notrufe und Meldungen unerledigt. Die komplette Berufsfeuerwehr und alle Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Aachen waren im Einsatz. Zu Unterstützung wurden auch die Feuerwehren aus Eschweiler Stolberg Würselen Herzogenrath und Baesweiler gerufen.
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Im Einkaufszentrum Aquis Plaza am Kaiserplatz stand der Kellerbereich in einer Höhe von ca. 1,5 Metern unter Wasser. Das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr Aachen waren im Einsatz. Ein Feuer im Cinekarree im alten Posthof und mehrere Feuermelder im Stadtgebiet erforderten außerdem den Einsatz der Aachener Feuerwehr. An mehreren Stellen mussten Personen aus feststeckenden Aufzügen befreit werden.
Personen steckten in Aufzügen fest, der Bahnverkehr kam zeitweise zum Erliegen.
In Wuppertal knickte ein Tankstellendach weg und beschädigte mehrere Autos. Ein Fahrer habe sein Auto noch rechtzeitig verlassen können, bevor das Dach auf seinen Wagen gestürzt sei, erklärte die Polizei. Er wurde leicht verletzt. Durch die Wassermassen auf den Straßen fuhren mehrere Autos gegen hochgedrückte Gullydeckel. In einem Fall löste dadurch ein Airbag aus und verletzte den Fahrer im Gesicht, wie eine Polizeisprecherin sagte.
Wegen des Unwetters wurde der Gedenkakt zum 25. Jahrestag des Brandanschlags in Solingen abgebrochen. Ein Wolkenbruch war während der Veranstaltung über den Platz der Feier niedergegangen. Hunderte Teilnehmer hatten zunächst Schutz unter Bäumen gesucht. Sie waren danach aber von den Veranstaltern in deutscher und türkischer Sprache zum Verlassen des Ortes aufgefordert worden. In Wuppertal stürzten nach Angaben der Universität etwa 30 bis 50 Quadratmeter des Daches ein. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen keine. Zudem stünden der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude unter Wasser. „Nach ersten Einschätzungen ist der Ausmaß des Schadens erheblich“, erklärte Rektor Prof. Dr. Lambert Koch. Die Feuerwehr war im Einsatz.
„In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am späten Nachmittag in Essen. Er schätzte, dass dort in kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren. Straßen wurden wie auch an vielen anderen Orten in NRW überflutet. Hinzu kamen mehrere umgestürzte Bäume.
Nachdem Gleise überspült wurden, stellte die Deutsche Bahn im Raum Wuppertal vorübergehend den Zugverkehr ein. Auch die Schwebebahn fuhr nicht mehr. Wassermassen drangen auch in ein Wuppertaler Einkaufszentrum ein. In das Tiefgeschoss sei am Nachmittag Wasser gelaufen, sagte ein Polizeisprecher.
Vollgelaufene Keller gab es auch im Raum Monschau. In Duisburg lief Wasser in den Keller des Polizeipräsidiums, wie die Beamten via Twitter mitteilten. Autos und Radfahrer bahnten sich dort ihren Weg durch die überfluteten Straßen. In anderen Teilen Nordrhein-Westfalens war der Bahnverkehr ebenfalls beeinträchtigt. Verspätungen gab es etwa in den Regionen Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Aachen sowie im Kreis Euskirchen. Auch im Raum Hilden warteten die Züge zeitweise an Bahnhöfen. Bei Nettersheim wurde die Autobahn 1 überschwemmt. Zeitweise musste die Fahrbahn in Richtung Blankenheim gesperrt werden.
Der Deutsche Wetterdienst hatte seit dem Nachmittag immer wieder mit amtlichen Warnungen auf die Gefahren durch die Gewitter hingewiesen. Auch am Mittwoch waren Polizei und Feuerwehr vielerorts im Dauereinsatz. „Wir müssen die Keller leer bekommen“, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Feuerwehr am Morgen. Knapp 550 Feuerwehrleute seien in der Stadt bei der Arbeit, viele davon seit mehr als 15 Stunden. (dpa/red)
